idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
09.11.2015 14:53

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer übergibt Förderbescheid für Reallabor

Johanna Besold Pressestelle Campus Heilbronn
Hochschule Heilbronn

    - Projekt BUGA:log erhält rund 875 000 Euro Fördermittel des Landes Baden-Württemberg
    - Erprobung von selbstfahrenden Kleinfahrzeugen zur Nahversorgung im städtischen Raum
    - Kooperationsprojekt an der Schnittstelle von Sozial- und Ingenieurwissenschaft

    Heilbronn, November 2015. Wie gut können selbstfahrende Kleinfahrzeuge die urbane Logistik ergänzen? Wird ein solches Liefersystem für Besorgungen von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen? Sind automatisierte Systeme ein Weg, um den motorisierten Personen- und Güterverkehr in den Städten zu reduzieren? Unter anderem diese Fragen möchte das Forschungsprojekt BUGA:log der Hochschule Heilbronn in den kommenden drei Jahren beantworten.
    Das Reallabor BUGA:log erhält dafür eine Förderung von rund 875 000 Euro aus dem Förderprogramm „Reallabor Stadt“ des Landes Baden-Württemberg. Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, besuchte am 9. November 2015 den Forschungsinkubator der Hochschule Heilbronn, um sich über das Projekt zu informieren und den Förderbescheid persönlich zu übergeben. „Das Reallabor BUGA:log greift die großartige Idee auf, wie autonomes Fahren mit Kleinfahrzeugen z.B. die Nahversorgung sicherstellen kann. Daraus können ganz großartige Lösungen etwa für die Versorgung älterer oder kranker Menschen oder die Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Räum entstehen“, so Wissenschaftsministerin Bauer bei der Übergabe.

    Konzept einer nachhaltigen Stadt der kurzen Wege
    Kern des Projekts BUGA:log ist es, selbstfahrende, elektrisch angetriebene Kleinfahrzeuge im städtischen Raum als neue Möglichkeit der logistischen Quartiersversorgung zu erproben. Neben technisch-logistischen Fragestellungen untersucht das Projekt, wie die Bevölkerung auf solch ein Angebot als Ergänzung der bestehenden Mobilitätsangebote reagiert. Als Testfeld für das Forschungsprojekt wird die Bundesgartenschau 2019 mit der Modellbebauung des neu entstehenden Stadtteils Neckarbogen in Heilbronn dienen.
    Das Projekt zielt darauf ab, mittel- bis langfristig den städtischen Verkehr zu reduzieren, hin zu einer „Stadt der kurzen Wege“. Durch den Einsatz von intelligenten Transportfahrzeugen können Verkehrsbewegungen in Zukunft besser aufeinander abgestimmt und so reduziert werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtviertels können sich beispielsweise in Zukunft schwere oder sperrige Konsumgüter bis an die Haustür schicken lassen, anstatt sie selbst mit dem Auto abzuholen: Der tägliche Einkauf findet selbst seinen Weg vom Auto bis zur Haustür, so dass neue verkehrsberuhigte Bereiche entstehen können. Es besteht die Chance den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und durch eine neue Form der Mobilität zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen. „Hier können wir durch die Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung einen deutlichen Mehrwert sowie eine Steigerung der Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger schaffen“, so Projektleiter Prof. Dr. Tobias Bernecker.

    Heilbronn als Vorreiter einer neuen urbanen Logistik
    Im Reallabor auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn werden zentrale Versorgungs- und Entsorgungspunkte mit Verkaufsständen, gastronomischen Einrichtungen und den Wohngebäuden der Modellbebauung Neckarbogen über flexible Routen miteinander verknüpft. Als Fahrbahn für das Transportsystem soll das Wegenetz genutzt werden. Schienen oder ähnliches werden nicht benötigt. Erforderlich sind lediglich ein Leitsystem und Sensoren, die auch die Unfallfreiheit des Systems sicherstellen, sowie eine Ladeinfrastruktur für die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge.
    Neben der Belieferung fixer Anfahrtspunkte sollen im Rahmen des Reallabors BUGA:log auch die Besucher eingebunden werden. „Mit dem eigenen Smartphone soll es möglich sein, den Fahrzeugen kleine Transportaufträge zu erteilen“, erklärt Bernecker.
    BUGA:log soll zudem zeigen, wie Logistik und eine nachhaltige Stadtentwicklung zukünftig besser zusammenwachsen können. „BUGA:log kann durch seine konsequente Fokussierung auf Mensch-Technik-Schnittstellen eine Brücke hin zu einem veränderten Nachhaltigkeitsbewusstsein bei Bürgerinnen und Bürgern werden“, so Prof. Dr. Roland Pfennig, Senatsbeauftragter für Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Heilbronn, der maßgeblich an der Antragstellung mitgewirkt hat. „Wir wollen erforschen, wie BUGA:log als positive Erweiterung des urbanen Raums erlebt und von den Menschen akzeptiert wird“, ergänzt Prof. Dr. Nicola Marsden, stellvertretende Direktorin des H-InfaM an der Hochschule Heilbronn und ebenfalls am Projekt BUGA:log beteiligt.

    Beteiligte Projektpartner
    Die Umsetzung des Reallabors BUGA:log erfordert umfassende Kenntnisse an der Schnittstelle zwischen Sozial- und Ingenieurwissenschaften. Daher arbeiten im Rahmen des Projekts mehrere wissenschaftliche und kommunale Akteure zusammen.

    Das Projektmanagement sowie die Bearbeitung der logistischen Fragestellungen der Umsetzung übernimmt das Kompetenzzentrum LOGWERT, ein gemeinsam initiiertes Kompetenzzentrum des Fraunhofer IAO und der Hochschule Heilbronn. Es verknüpft die Kompetenz des Fraunhofer IAO in den Bereichen Mobilitäts- und Stadtsystemgestaltung mit dem logistischen Fachwissen der Hochschule Heilbronn. Leiter des Projekts BUGA:log ist Prof. Dr. Tobias Bernecker, Professor für Verkehrswirtschaft und Verkehrspolitik an der Hochschule Heilbronn und wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums LOGWERT.

    An einem Teil der technischen Konzipierung und Umsetzung sowie der städtebauliche Integration von BUGA:log arbeitet das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart. Im Rahmen der Kooperation mit dem IAT sollen auch Promotionsmöglichkeiten für Wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Heilbronn geschaffen werden.

    Die Evaluierung sowie die sozialwissenschaftliche Begleitforschung zu BUGA:log verantwortet das Heilbronner Institut für angewandte Marktforschung (H-InfaM). Das Institut bündelt die Forschungs- und Lehrvorhaben im Bereich angewandter Marktforschung und koordiniert das Kompetenzfeld Sozial- und Verhaltensforschung der Hochschule Heilbronn.

    Kommunaler Partner des Projekts ist die Stadt Heilbronn. Als Testfeld für das Forschungsprojekt wird die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn dienen. Daher ist auch die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH Kooperationspartner des Reallabors.
    Zudem ist beabsichtigt, Partner aus der Wirtschaft in das Projekt zu integrieren: „Wir führen derzeit Gespräche mit verschiedenen baden-württembergischen Industriepartnern, die fahrerlose Transportsysteme für die Logistik anbieten oder Spezialisten im Bereich Sensorik sind, und loten konkrete Kooperationsmöglichkeiten aus“, so Bernecker.

    Förderprogramm Reallabor Stadt des MWK
    Im Rahmen des Förderprogramms „Reallabor Stadt“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) wird die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fragen der nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung in urbanen Räumen gefördert. Den Forschungsschwerpunkt stellt die Konzeption und Etablierung von städtischen „Reallaboren“ dar, in denen in innovativen Kooperationen zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis unter engem Einbezug sozialer Akteure Fragestellungen für urbane Nachhaltigkeit untersucht und erprobt werden.
    ________________________________________________________________________

    Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
    Mit rund 8.100 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 47 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

    Ansprechpartner: Prof. Dr- Tobias Bernecker, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-6814, E-Mail: tobias.bernecker@hs-heilbronn.de,
    Internet: http://www.hs-heilbronn.de/logwert

    Pressekontakt Hochschule Heilbronn: Johanna Besold (Kommunikation und Marketing),
    Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-6774,
    E-Mail: johanna.besold@hs-heilbronn.de, Internet: http://www.hs-heilbronn.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Informationstechnik, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Prof. Tobias Bernecker, Oberbürgermeister Harry Mergel, Ministerin Theresia Bauer, Prof. Jürgen Schröder und BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas (v.l.) bei der Übergabe des Förderbescheid


    Zum Download

    x

    Prof. Tobias Bernecker, Prof. Jürgen Schröder und Ministerin Theresia Bauer (v.l.) bei der Präsentation des Reallabors BUGA:log.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).