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02.02.2016 11:00

Teilhabe durch Robotik

Jörg Walz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Zusammenarbeit mit Robotern für schwer- und nichtbehinderte Produktionsmitarbeiter attraktiv gestalten

Der Einzug der Roboter in die Produktionshallen deutscher Unternehmen ist bereits in vollem Gange. Doch wie kann die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter so gestaltet werden, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktive Aufgaben erhalten? Die Kickoff-Veranstaltung des Projekts AQUIAS zeigt Ansätze, wie die Arbeitsqualität für schwer- und nichtbehinderte Produktionsmitarbeiter gesichert werden kann. Aufgabe der IPA-Wissenschaftler im Projekt ist es, eine Roadmap für die Vernetzung von Robotik und digitaler Produktion zu erstellen.

Die neue Dimension der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter ist nur wenige Zentimeter groß: Hochgenaue Sensoren der neuesten Generation bremsen den Arm moderner Roboter ab, wenn sich ihnen ein Mensch nähert. Das passiert so schnell und zuverlässig, dass Arbeitsunfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen sind – und das ohne Schutzzaun. Diese Sicherheit macht eine enge »Hand-in-Hand«-Kooperation zwischen Mensch und Roboter möglich. Die Arbeit, die sich Mensch und Roboter zukünftig teilen, können Unternehmen damit völlig neu organisieren.

Teilhabe an attraktiver Arbeit auch für Schwerbehinderte sichern

Um breiten Beschäftigtengruppen die Teilhabe an attraktiver Arbeit in der Mensch- Roboter-Zusammenarbeit zu erschließen, geht das Projekt AQUIAS einen besonderen Weg: Im ersten der beiden Pilotbereiche wird der Produktionsroboter »APAS assistant« der Robert Bosch GmbH in der Integrationsfirma ISAK gGmbH eingesetzt. In diesem Unternehmen arbeiten schwerbehinderte Produktionsmitarbeiter mit sehr individuellen Leistungseinschränkungen in der Montage. »Ziel ist, den Roboter so spezifisch auf die Unterstützungsbedarfe der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszurichten, dass diese höherwertigere Aufgaben bewältigen können«, erklärt David Kremer, der das Projekt auf Seiten des Fraunhofer IAO leitet. Ein Gewinn für die Mitarbeiter wie für das Integrationsunternehmen, das durch den höheren Erlös die Arbeitsplätze für seine schwerbehinderten Mitarbeiter sichern kann.

Im zweiten Pilotbereich setzt die Firma Bosch ihren Produktionsroboter »APAS assistant« in der eigenen Produktion ein. Zielgruppe sind hier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Leistungseinschränkungen. Unterschiedliche Formen der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter werden ausgearbeitet, um Übergänge der Arbeitsorganisation mit den Beteiligten diskutieren zu können. Die Erfahrungen aus dem ersten Pilotbereich mit schwerbehinderten Mitarbeitern der Firma ISAK fließen hier ein.

Kickoff-Veranstaltung des Projekts AQUIAS am 2. und 3. Februar 2016

Die Auftaktveranstaltung des Projekts AQUIAS fand am 2. und 3. Februar 2016 am Fraunhofer IAO in Stuttgart statt. Ein besonderes Highlight neben Vorträgen zur Mensch- Roboter-Zusammenarbeit war die Live-Demonstration des Robotik-Systems »APAS assistant«. Vorgeführt wurde die barrierefreie Kooperation eines Mitarbeiters mit dem Roboter an einer Montagezelle. Workshops behandelten Fragestellungen unterschiedlicher Interessengruppen, wie z.B. der Berufsgenossenschaften und der Sozialpartner der beteiligten Unternehmen, sowie erste Zukunftsszenarien der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit im Jahr 2030.

Fraunhofer IPA erstellt Roadmap für die Vernetzung von Robotik und digitaler Produktion

Das große Potenzial der Robotik für die Herausforderungen der Industrie 4.0 liegt vor allem im Zugewinn an Flexibilität. Besonders die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter erlaubt es, der steigenden Komplexität in der Fertigung zu begegnen. Doch die Mensch-Roboter-Kooperation stellt auch neue Anforderungen an die Vernetzung dieser Maschinen. »Damit Roboter intelligent gesteuert werden können, müssen die Daten des Produktionssystems flexibel zur Verfügung stehen«, erklärt Christian Henkel, Projektleiter auf Seiten des IPA. Für diese Aufgabe entwickelt das Institut eine Digitalisierungs-Roadmap, in der die Vernetzung der Produktions-IT schrittweise aufgezeigt wird. Die Roadmap bietet Produktionsunternehmen so ein Werkzeug zur Orientierung für die Einbindung der Robotik in die Produktions-IT. Weiterhin wird die Anschlussfähigkeit an die Industrie 4.0 unterstützt, beispielsweise durch die Möglichkeit, weitere cyberphysische Systeme schrittweise in die digitale Fabrik zu integrieren.

Das Forschungsprojekt AQUIAS wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom DLR-Projektträger betreut. Geförderte Partner des Verbundprojekts sind neben dem Fraunhofer IAO die ISAK gGmbH, die Robert Bosch GmbH und das Fraunhofer IPA.

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | presse@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | Nobelstraße 12 | 70569 Stuttgart

Redaktion
Verena Krug | Telefon +49 711 970-2124 | verena.krug@iao.fraunhofer.de | Fraunhofer IAO
Ramona Hönl | Telefon +49 711 970-1638 | ramona.hoenl@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer IPA

Fachlicher Ansprechpartner
Christian Henkel | Telefon +49 711 970-1331 | christian.henkel@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA


Weitere Informationen:

http://www.ipa.fraunhofer.de


Ergänzung vom 01.02.2016

Bitte unbedingt beachten: Neue Sperrfrist bis zum 03. Februar.


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Elektrotechnik, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch


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