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04.06.2003 22:09

Ein Begnadeter der Illumination: zum Tod des Romanisten Peter-Eckhard Knabe

Dr. Edmund von Pechmann Hochschulkommunikation
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    PM 71/2003

    "Vom Glück einer großen Familie" beginnt der Titel eines Aufsatzes, den Peter-Eckhard Knabe 1997 verfaßte. Damals war er schon zwei Jahre "Familienvater" in Greifswald, denn seine drei Assistenten Katharina Hanau, Volker Rivinius und Sylvia Setzkorn, die mit ihm im Oktober 1995 von Köln nach Greifswald gekommen waren, nannte er oft "meine Kinder". "The Battle of the Books ou La conquete de nouveaux espaces" ist der Titel eines anderen Werks, das er hinterließ. Den Kampf mit den Büchern hat er wunderbar gefochten, den gegen ein Karzinom hat er verloren. Nun ist er in neue Räume gegangen. Am 25. Mai 2003 starb der Ordinarius für Romanische und Vergleichende Literaturwissenschaft.

    Peter-Eckhard Knabe wurde 1942 in Heilsberg in Ostpreußen als Sohn eines Lehrers geboren, wuchs in Bonn und Duisburg auf, wo er seine Abiturprüfungen ablegte, studierte in Köln und Berlin (und sicher auch in Frankreich) Romanistik und Anglistik, Philosophie und Kunstgeschichte, promovierte in Bochum. In der heißen Phase wurde er 1970 nach seinem Wechsel nach Köln sogleich Assistentensprecher, habilitierte sich dort 1975 und errang 1980 ebenda eine C3-Professur. Mehrmals war er an der Sorbonne in Paris oder in Clermont-Ferrand Gastprofessor.

    Professor Knabe war ein ungewöhnlich liebenswerter Mensch, musik- und literaturbewandert wie wenige, ganz bescheiden ein Magnet für viele Gäste und sicher nicht zu unrecht Koordinator eines großen EU-Projekts zu "Konzepten und Symbolen des 18. Jahrhunderts in Europa". Darin betreute er besonders eine Arbeitsgruppe zur öffentlichen Meinung, die erst damals entstand und oft sich seltsame Wege bahnen mußte. Peter-Eckhard Knabe sprach phänomenal schön Französisch, sicher auch seiner ersten Frau wegen, Pianistin, Schülerin von Olivier Messiaen, die er einige Jahre vor Greifswald durch einen Flugzeugabsturz verlor. "Sprache ist nur Medium; vermittelt werden Zivilisation, Kultur und Musik", sagte er.

    Sein Lieblingsschriftsteller war Denis Diderot, einer seiner Lieblingsgäste der New Yorker Professor Karl-Ludwig Selig, lange Jahre Honorarprofessor in Greifswald, dem zu Ehren er einen in vielen Seminaren verwendeten Festband "Über Texte" mitherausgab. An ebensovielen Orten der Erde leben seine Schüler, von Rouen bis Mexiko. Wir trauern um einen Erleuchteten.


    Bilder

    Prof. Dr. phil. Peter-Eckhard Knabe 1996 in Greifswald (Photo: EP)
    Prof. Dr. phil. Peter-Eckhard Knabe 1996 in Greifswald (Photo: EP)

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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Musik / Theater, Philosophie / Ethik, Psychologie, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

    Prof. Dr. phil. Peter-Eckhard Knabe 1996 in Greifswald (Photo: EP)


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