Solarien-Studie: Wer? Wie oft? Warum?

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18.02.2016 11:45

Solarien-Studie: Wer? Wie oft? Warum?

Dr. med. Svenja Ludwig Pressestelle
Deutsche Krebshilfe

    Deutsche Krebshilfe fördert bundesweite Erhebung zum Nutzerverhalten

    Bonn (sts) – Deutschland ist das Ursprungsland der Solarien. Lange Zeit wurden die Geräte von vielen Menschen ohne weitere gesundheitliche Bedenken genutzt. Da Solarienbesuche nachweislich das Hautkrebsrisiko erhöhen, bestehen in Deutschland inzwischen umfangreiche gesetzliche Vorgaben für Solarienbetreiber sowie ein Nutzungsverbot für Minderjährige. Anders als bei anderen krebserregenden Faktoren gibt es bislang allerdings kein nationales Monitoring, das das Nutzerverhalten von Solariengängern analysiert und Risikogruppen identifiziert. Die Deutsche Krebshilfe will dies Defizit angehen, indem sie eine repräsentative bundesweite Beobachtungsstudie mit rund 480.000 Euro fördert.

    Tabak und Alkohol sind krebserregend – UV-Strahlen ebenfalls. „Daten zu Risikogruppen, die durch Rauchen und alkoholische Getränke besonders gefährdet sind, werden seit Jahren bundesweit erhoben und Präventionsmaßnahmen an diesen Kenntnissen ausgerichtet“, sagt Professor Dr. Sven Schneider, Abteilungsleiter am Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin der Universität Heidelberg. „Bei der Nutzung von Solarien ist dies nicht der Fall.“ Ziel der Studie ist es daher, Antworten auf verschiedene Fragen zu liefern: Wer geht gerne ins Solarium und warum? Wie wirkt sich die geltende UV-Schutzverordnung auf das Nutzerverhalten aus? Erhalten Minderjährige trotz Verbots Zugang zu Solarien? Wie entwickeln sich Motivation und Risikowahrnehmung von Solariennutzern in den nächsten Jahren?

    Im Rahmen der Untersuchung „Nationales Krebshilfe Monitoring zur Solariennutzung“ werden von 2015 bis 2019 jährlich rund 3.500 Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren repräsentativ zu ihrer Solariennutzung, zu ihren Motiven, zu ihrer Risikoeinschätzung und zu ihrem Lebensstil befragt. Besonders detailliert analysiert wird das Nutzungsverhalten einer Subgruppe von 450 intensiven Solariengängern. Durchgeführt wird die vierjährige Beobachtungsstudie vom Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH) der Universität Heidelberg sowie von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP), Hamburg.

    „Die Deutsche Krebshilfe erhofft sich von den Studienergebnissen neue Impulse für die Hautkrebsprävention“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Bereits in den vergangenen Jahren förderte die Deutsche Krebshilfe eine bundesweite Querschnittsstudie des MIPH und der ADP zur Solariennutzung: Die SUN-Study 2012. Die einmalige Befragung zeigte unter anderem, dass seinerzeit bereits 13-Jährige mit dem künstlichen Besonnen begannen und erschreckend viele Jugendliche trotz Nutzungsverbots weiter ins Solarium gingen.

    „Mit der kontinuierlichen Erhebung über mehrere Jahre hinweg können wir feststellen, ob sich Risikobewusstsein und -verhalten in Bezug auf UV-Strahlung in der Bevölkerung insgesamt verändern. Und werden daraus auch ablesen können, ob beispielsweise die präventiven Maßnahmen der Deutschen Krebshilfe zur Sensibilisierung der Bevölkerung greifen“, so Schneider.

    Hintergrundinformation: Hautkrebs

    Etwa 264.000 Menschen erkranken jährlich neu an einem Tumor der Haut, über 30.000 davon am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Die Ursache für Hautkrebs ist eindeutig: Hauptrisikofaktor für das Entstehen ist die ultraviolette Strahlung - sowohl die natürliche der Sonne als auch künstlich erzeugte aus Solarien. In Solarien ist die UV-Strahlung besonders intensiv: Die festgelegte maximale Bestrahlungsstärke entspricht der höchsten Strahlungsintensität, die durch die Sonne auf der Erde überhaupt erreicht werden kann – nämlich mittags am Äquator bei wolkenlosem Himmel. Die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Krebshilfe und die ADP raten daher von jeglicher Solariennutzung ab.

    Interviewpartner auf Anfrage!

    Bonn, 18. Februar 2016

    Abdruck honorarfrei
    Beleg erbeten


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


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