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18.02.2016 12:46

Werkstoffdetektive ermitteln in Schule und Universität

Carolin Walter Wissenschaftskommunikation
Stiftung Institut für Werkstofftechnik Bremen

    IWT Bremen kooperiert mit Wilhelm-Focke-Oberschule / Mädchen und Jungs entdecken mit Lehrerinnen und Forschenden die Werkstoffwelt

    Bremen. Warum ist eine Zahnbürste aus Kunststoff, auch die massierenden Borsten? Wie viel Kraft braucht man, um die beiden Metallteile einer 1-Euro-Münze auseinander zu brechen? Steckt hinter der springenden und selbstheilenden Zauberknete wirklich Magie oder besteht sie einfach aus ziemlich schlauem Material? Auf die Spur dieser und anderer Fragen rund um die Welt der Werkstoffe haben sich im Januar und Februar sechs Schülerinnen und sechs Schüler der fünften Klassen der Wilhelm-Focke-Oberschule (WFO) in Bremen-Horn gemacht. Als „Werkstoffdetektive“ nahmen sie am gleichnamigen Kooperationsprojekt ihrer Schule mit dem Institut für Werkstofftechnik (IWT) auf dem Bremer Uni-Campus teil.

    „Wir möchten Mädchen und Jungen in ihrem Interesse für technische Themen bestärken. Studien zeigen, dass das gerade in der Entwicklungsphase der Grund- und Mittelstufe besonders wichtig ist. Später ist es viel schwerer, noch einen Beitrag zur Vielfalt jugendlicher Interessenslagen zu leisten,“ sagt Professor Lutz Mädler, Initiator des Projekts: „Im IWT und an der Uni haben wir mit unseren Laboren und Experimentiermöglichkeiten die besten Voraussetzungen für ein Projekt wie dieses.“ Mädler leitete selbst zwei der vier Unterrichtseinheiten. Das Institut habe sich dabei ganz bewusst entschieden, sich für die Kooperation an eine Oberschule in Uninähe zu wenden. „In einer Oberschule haben wir es mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Bildungshintergründen zu tun und können gezielt solche Kinder fördern, bei denen Abitur und Studium nicht von vornherein vorprogrammiert sind,“ sagt Claudia Sobich, Mitarbeiterin von Mädler und Ideengeberin des Projekts: „Die Wilhelm-Focke-Oberschule liegt quasi in direkter Nachbarschaft und war sofort Feuer und Flamme für unseren Kooperationsvorschlag.“

    Insgesamt gestalteten IWT-Mitarbeitende und Lehrkräfte drei doppelstündige Unterrichtseinheiten vor Ort in der WFO sowie einen dreistündigen Forschungsaufenthalt der Kinder im IWT an der Universität. In der ersten Stunde brachten die Kinder Gegenstände mit in den Unterricht, die sie aufgrund ihres Materials spannend fanden. Neben Zahnbürste, Münze und Knete wurde auch über Saugnapf, Holznagel, Schneekugel und Spülschwamm und die Materialien, aus denen all diese Gegenstände bestehen, diskutiert. Im Fokus stand dabei das „forschende Lernen“, wie es im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen, in dem auch Mädler lehrt, gang und gäbe ist. „Wir haben da aber auch noch einmal sehr viel in Sachen Didaktik von den Lehrerinnen gelernt. Fünftklässler wünschen sich einen anderen Unterricht, als Studierende“, sagt Mädler. Ein besonderer Erfolg: Die Strategie, Mädchen und Jungen in den aktiven Experimentiereinheiten zu trennen, habe Früchte getragen. „In der ersten Stunde waren die Mädchen noch sehr zurückhaltend bei ihrer Beteiligung am Unterricht“, sagt Imke Eilers, eine der beteiligten Lehrerinnen: „Als sie dann unter sich waren beim Experimentieren, sind sie richtig aufgeblüht und waren genauso aktiv wie die Jungs.“

    Derzeit beantragen Mädler und sein Team öffentliche Fördergelder, um das erfolgreiche Kooperationsprojekt weiterführen zu können. „Kinder schon früh für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, ist ein erklärtes Ziel der Öffentlichkeitsarbeit unseres Instituts“, sagt Isabell Harder, Leiterin der Wissenschaftskommunikation des IWT. Das Stiftungs-Institut blickt auf eine mehr als 65-jährige Geschichte in den Bereichen Werkstofftechnik, Verfahrenstechnik und Fertigungstechnik zurück. Es ist in Form einer Stiftung des privaten Rechts angesiedelt im Bremer Technologiepark und damit in direkter Nachbarschaft der Universität. Alle drei Direktoren des IWT – neben Mädler Prof. Dr.-Ing. Hans-Werner Zoch und Prof. Dr.-Ing. habil. Dr.-Ing. E. h. Ekkard Brinksmeier – sind gleichzeitig Professoren im Fachbereich Produktionstechnik – Maschinenbau & Verfahrenstechnik der Universität Bremen.

    Weitere Informationen:
    Isabell Harder M. A.
    Stiftung Institut für Werkstofftechnik Bremen
    Öffentlichkeitsarbeit, MINT-Förderung
    Tel.: 0421 218-51188
    E-Mail: harder@iwt-bremen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.iwt-bremen.de/
    http://511.joomla.schule.bremen.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Maschinenbau, Pädagogik / Bildung, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


    Schülerinnen der Wilhelm-Focke-Oberschule experimentieren als „Werkstoffdetektive“ mit Materialien: Welche Eigenschaften haben verschiedene Werkstoffe?


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    Im Kooperationsprojekt gestalten Forschende des IWT Bremen gemeinsam mit Lehrkräften Unterrichtseinheiten rund um das Thema Werkstoffe.


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