Bayern und die Inklusion

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01.03.2016 13:45

Bayern und die Inklusion

Marco Bosch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Die Schulleitungen in Bayern stehen der Inklusion offen gegenüber. Sie fordern aber vom Freistaat mehr personelle und fachliche Unterstützung, vor allem in Form sonderpädagogisch qualifizierter Lehrkräfte. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie.

    Seit die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, stellt die Entwicklung eines inklusiven Unterrichts eine zentrale Herausforderung für jede Schule dar. Das Ziel dabei: Kinder mit Behinderungen sollen möglichst gut an „normalen“ Schulen in Regelklassen unterrichtet werden.

    Wie steht es in Bayern um die Inklusion, sieben Jahre nach Inkrafttreten der UN-Konvention? Das hat ein Forschungsteam von den Universitäten München und Würzburg in einem dreijährigen Projekt untersucht. Aus den Erkenntnissen wurden Empfehlungen für die Schulentwicklung in Bayern und Erfolgsbedingungen für einen inklusionsorientierten Unterricht abgeleitet. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst hat das Projekt finanziell gefördert.

    Was bei der Studie herauskam

    Die Hauptbefunde des Forschungsteams: „Das Inklusionsangebot ist vor allem in der Sekundarstufe, also ab der fünften Klasse, noch ausbaufähig“, sagt Professor Erhard Fischer vom Institut für Sonderpädagogik der Uni Würzburg.

    Generell seien die Schulleitungen sehr aufgeschlossen für das Anliegen der Inklusion. „Sie fordern aber auch eine größere personelle und fachliche Unterstützung, vor allem fehlt es bei der Inklusionsarbeit an Lehrkräften für Sonderpädagogik“, so Professor Reinhard Lelgemann.

    Diese und weitere Ergebnisse wurden Mitte Februar 2016 bei der Abschlusstagung des Projekts in München präsentiert. Das Projektteam diskutierte dort auch mit Vertretungen der Kultusministerkonferenzen aus Deutschland, Belgien, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.

    Wo die Ergebnisse zu haben sind

    Aus dem Projekt leiten sich umfassende Empfehlungen für den bayerischen Weg der Inklusion ab. Sie betreffen die fachliche Qualifikation von Schulbegleitungen ebenso wie die Verringerung der Klassengrößen oder die Ausstattung der Schulen mit Personal, Räumen und Zeit.

    Die Studie ist als Buch publiziert, das kostenfrei als pdf-Datei heruntergeladen werden kann: http://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=11805&la=de
    Inklusives Schulsystem. Analysen, Befunde, Empfehlungen zum bayrischen Weg. U. Heimlich, J. Kahlert, R. Lelgemann & E. Fischer (Hrsg.), 2016, Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn. 159 Seiten, ISBN 978-3-7815-2077-6

    Wer am Projekt beteiligt war

    Die Projektleiter waren die Professoren Erhard Fischer (Pädagogik bei geistiger Behinderung) und Reinhard Lelgemann (Körperbehindertenpädagogik) von der Universität Würzburg sowie Ulrich Heimlich (Lernbehindertenpädagogik) und Joachim Kahlert (Grundschulpädagogik) von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Würzburger Team arbeiteten Holger Preiß, Juliane Quandt, Philipp Singer und Christian Walter-Klose mit. Alle vier sind wissenschaftliche Beschäftigte an den Lehrstühlen von Fischer und Lelgemann.

    Kontakt

    Prof. Dr. Erhard Fischer, Lehrstuhl für Sonderpädagogik IV – Pädagogik bei geistiger Behinderung, T (0931) 31-86824, erhard.fischer@uni-wuerzburg.de

    Prof. Dr. Reinhard Lelgemann, Lehrstuhl für Sonderpädagogik II – Körperbehindertenpädagogik, T (0931) 31-84833, lelgemann@uni-wuerzburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.presse.uni-wuerzburg.de Pressestelle der Uni Würzburg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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