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18.04.2016 14:02

TU Berlin: 35 Mio. Euro für Forschungsneubau in der City West

Stefanie Terp Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Technische Universität Berlin

    TU Berlin schafft Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation / Baulicher Aufbruch auf dem TU-Zentralcampus

    Rund 35 Millionen Euro werden ab 2017 der TU Berlin für ihr neues Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) und einem dafür vorgesehenen Forschungsbau zur Verfügung stehen. Der Wissenschaftsrat gab am 18. April 2016 seine Empfehlungen zur Förderung von Forschungsbauten (2017) bekannt. Finanziert wird das Gebäude je zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin. Das Zentrum wird in einem neuen Gebäude mitten in der City West beheimatet sein, das mehr als 5.200 Quadratmeter Nutzfläche umfasst und zwischen Hertzallee und Fasanenstraße liegen wird. Der Wissenschaftsrat stufte das TU-Projekt mit dem Prädikat „herausragend“ ein. Der Antrag lief über die Förderlinie nach Artikel 91 b des Grundgesetzes, bei dem Vorhaben inkl. Forschungsbauten mit überregionaler Bedeutung für Wissenschaft, Forschung und Lehre gefördert werden können.

    Mit der Bewilligung wird an der TU Berlin ein neuartiges Zentrum geschaffen, in dem in zahlreichen Hochtechnologiebereichen mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung erforscht werden. Künftig arbeiten fächerübergreifende Teams räumlich und projektbezogen in dem Gebäude zusammen.

    Folgende Technologiethemen stehen dabei im Zentrum:

    • die Entwicklung energieeffizienter Maschinen zur Energieumwandlung (wie Turbinen),

    • die Planung und der Betrieb moderner Infrastrukturnetze (wie Gas-, Strom-, Verkehrs- oder Kommunikationsnetze),

    • die Analyse und Behandlung großer Datenmengen/Big Data (z.B. in medizinischen oder ökonomischen Anwendungen),

    • die Kontrolle selbstorganisierender Systeme (z.B. in der Entwicklung neuer Materialien oder in „Cyber-Physical Systems“)

    • sowie die Geometrie und Visualisierung von Strukturen (z.B. in Architektur und Städtebau).

    Angesichts von Ressourcenknappheit, Klimawandel und zunehmender Automatisierung sind eine ganzheitliche Betrachtung von Lebenszyklen eines Produkts, die Abschätzung von Risiken für Umwelt und Gesellschaft oder die weitgehende Wiederverwertung von Ressourcen zentrale Fragestellungen. Die langfristige und nachhaltige Lösung dieser Probleme ist nur durch eine mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung möglich, bei der parallel zu jedem realen Produkt oder Prozess ein virtuelles Produkt oder ein virtueller Prozess generiert wird. Auf dieser Basis kann eine Simulation von Funktionalität und Design, Langzeitwirkung und Risiken erfolgen, die eine Optimierung des Produkts bzw. eine nachhaltige Prozessführung erlaubt.

    Rund 1,9 Millionen Euro für Forschungsgeräte

    Dafür ist es essentiell, dass interdisziplinäre Teams aus Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften gebildet werden, die in enger Kooperation die mathematischen Modelle – und damit integriert die entsprechenden Simulations- und Optimierungsmethoden – entwickeln, verbessern und an die momentanen Hardwareumgebungen optimal anpassen.

    Rund 1,9 Millionen Euro fließen aus dem Antrag in Forschungsgeräte. Dazu gehören Server, Speicher- und 3D-Syteme. Auch das 3D-Labor der TU Berlin wird Bestandteil des neuen Zentrums sein. Es wird sich mit seinen Visualisierungsmethoden und 3D-Technologien mit den fünf Forschungsschwerpunkten von IMoS verzahnen.

    Gelebte Interdisziplinarität wird nun eine feste Adresse an der TU Berlin bekommen

    „Für die TU Berlin ist die Bewilligung ein großer Erfolg. Gelebte Interdisziplinarität wird nun eine feste Adresse an der TU Berlin bekommen. Wir schaffen damit einen idealen Forschungsort für interdisziplinäres Zusammenwirken mit kurzen Wegen mitten in der Hauptstadt. In dem Forschungsgebäude sollen die unterschiedlichen Teams direkt in einer Gruppenstruktur projektbezogen zusammenarbeiten. Durch diesen Ansatz erwarten wir weitreichende Innovationsschübe. Ich danke alle Beteiligten für die Ideen, den Mut und die Ausdauer für dieses Großprojekt.

    Außerdem ist die Bewilligung ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Ostgeländes mitten in der City West. Fast zeitgleich wird dort auch ein großer Neubau für die Mathematik errichtet werden. Insgesamt fließen 125 Millionen Euro in beide Bauprojekte. Damit ist der Dornröschenschlaf auf diesem Gelände zwischen S-Bahn-Trasse, Fasanenstraße sowie Hertzallee und Müller-Breslau-Straße endgültig beendet. Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht besser für Berlin als der Bau eines Riesenrades auf einem Teil dieses Geländes“, sagt TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen.

    Neuer baulicher Aufbruch auf dem TU-Zentralcampus in der City West

    Das bewilligte Projekt IMoS reiht sich ein in andere aktuelle Bauaktivitäten auf dem TU- Zentralcampus. Über zusätzliche Förderung des Landes Berlin und Landesbaumaßnahmen saniert die TU Berlin in den kommenden Jahren dort mehrere Gebäude. Dabei investiert sie in die Erweiterung der Flächen für Start-ups am Ernst-Reuter-Platz, in die Sanierung des Foyers im TU-Hauptgebäude und der Fassade des Erweiterungsbaus. Rund 3,5 Millionen Euro fließen außerdem von der Wüstenrot-Stiftung in die Sanierung des großen Umlauftanks, der „Rosa Röhre“ an der Müller-Breslau-Straße. Im Juni gibt es den Spatenstich für die Umgestaltung der Hertzallee auf dem TU-Zentralcampus. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf investiert in das Projekt rund 1 Million Euro.

    „Diese Bauaktivitäten symbolisieren einen neuen Aufbruch auf unserem TU-Zentralcampus, der für Wissenschaft und Hochschulbildung beste Bedingungen schafft, unsere Wettbewerbsposition entscheidend verbessert, unseren Sanierungsstau von mehr als 200 Millionen Euro etwas verringert und für die City West an entscheidender Stelle ein lebendiges und attraktives Quartier schafft“, erklärt TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen.

    Über alle jetzt vom Wissenschaftsrat empfohlenen Projekte wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) am 24. Juni 2016 final entscheiden.
    Weitere Informationen: www.wissenschaftsrat.de

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    Stefanie Terp
    Pressesprecherin der TU Berlin
    Tel.: 030/314-23922
    pressestelle@tu-berlin.de


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaftsrat.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Energie, Informationstechnik, Physik / Astronomie, Verkehr / Transport
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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