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13.05.2016 10:42

Wie Integration in der Schule gelingt

Stephan Laudien Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Fachtag zum Umgang mit emigrierten Kindern und Jugendlichen im schulischen Kontext am Mittwoch, 18. Mai, an der Universität Jena

    „Unterschiede wagen – Gemeinsamkeiten profilieren“, so lautet das Motto eines Fachtages für Beratungslehrer und Schulsozialarbeiter am Mittwoch (18. Mai) in den Rosensälen der Universität Jena (Fürstengraben 27) und der Integrierten Gesamtschule „Grete Unrein“ (August-Bebel-Straße 1). Veranstalter sind das Zentrum für Religionspädagogische Bildungsforschung der Universität Jena (ZRB) sowie die Schulentwicklungsberatung für den Bereich Kinderschutz des Schulamtes Ostthüringen in Kooperation mit der Stadt Jena und den Jugendämtern Eisenberg und Schleiz.

    Hintergrund für den Fachtag sind die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtende nach Deutschland gekommen sind und hier zur Schule gehen. „Wir wollen gemeinsam ausloten, was bereits gelingt und wo es noch Probleme gibt“, sagt Katrin Kriester, Fach- und Beratungslehrerin sowie Schulentwicklungsberaterin vom Schulamt Ostthüringen. Maßstab der Beurteilung sei der schulische Alltag, so Kriester. Aktuell besuchen in Jena, dem Saale-Holzland-Kreis und dem Saale-Orla-Kreis fast 1.200 Kinder und Jugendliche die Schule, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

    Stefanie Teichmann, Bildungskoordinatorin der Stadt Jena, erhofft sich Impulse für die Arbeit an den Schulen. Es gelte, sich mit zahlreichen Partnern über Ressourcen auszutauschen und Wissen miteinander zu teilen. Wie nötig dieses Wissen ist, erläutert Dr. Thomas Heller, der Geschäftsführer des ZRB. Es gebe eine ganze Reihe an alltagspraktischen Herausforderungen, die beim Fachtag in den Blick genommen werden sollen. Dazu gehören der Umgang mit geschlechtsspezifischen Rollenbildern, kulturell und religiös bedingten Erziehungsvorstellungen, Vorurteilen oder die Frage nach einer inklusiven Elternarbeit und Festkultur. „Manchmal können Kultur und Religion der Menschen, die zu uns kommen, mit bestehenden Regelungen in Spannung stehen“, sagt Heller. So könne es zum Beispiel sein, dass eine vollverschleierte Muslimin ihr Kind von der Grundschule abholen möchte, die Lehrkräfte jedoch die abholende Person klar identifizieren müssen. In einem solchen Fall gebe es eine einfache Lösung: In einem separaten Raum dürfe eine Muslimin ihr Gesicht einer anderen Frau zumeist problemlos zeigen. In jedem Fall sollte bei Problemen gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden, nach den Spielregeln einer demokratischen, freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft.

    Der Fachtag ist in zwei Einheiten untergliedert. Am Vormittag gibt es verschiedene Fachvorträge und Gesprächsforen in den Rosensälen der Universität Jena (Fürstengraben 27). Der Religionspädagoge Prof. Dr. Michael Wermke, zugleich Direktor des ZRB und Autor/Herausgeber zahlreicher thematisch einschlägiger Bücher, wird den Hauptvortrag über „Kulturelle und religiöse Vielfalt als pädagogische Herausforderung und Chance“ halten. Der Psychologe Prof. Dr. Andreas Beelmann wird dann über „Vorurteile – Entwicklung und Prävention“ sprechen und der Biologiedidaktiker Prof. Dr. Uwe Hoßfeld zum Thema „Wider den Rassebegriff in seiner Anwendung auf den Menschen“. Interessant dürften u. a. auch die Beiträge des Systematischen Theologen Prof. Dr. Martin Leiner und des Religionswissenschaftlers Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz zu den Themen „Ethische Fragen der Flüchtlingsarbeit“ und „Was man im Umgang mit Muslimen wissen sollte“ sein.

    Das Nachmittagsprogramm des Fachtages findet an der IGS „Grete Unrein“ (August-Bebel-Straße 1) statt. Dabei geht es vorrangig um multiprofessionellen Austausch mit Netzwerkpartnern aus Jena, dem Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreis wie dem Verein „Kindersprachbrücke“, den Koordinatoren für „Deutsch als Zweitsprache“ des Schulamtes Ostthüringen, den Mitarbeitern der Stabsstelle für unbegleitete minderjährige Asylbewerber vom Landratsamt Eisenberg oder des Amtes für Ausländerwesen/Integration vom Landratsamt Schleiz. In Gesprächsrunden soll erörtert werden, wie interkulturelle Herausforderungen in der Schule gemeistert werden können.

    Der Fachtag „Unterschiede wagen – Gemeinsamkeiten profilieren“ ist vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien als Fortbildung anerkannt. Der Tag steht nicht nur Schulsozialarbeitern und Beratungslehrern, sondern auch anderen Pädagogen offen. Ebenfalls sind interessierte Gäste herzlich willkommen.

    Das Programm im Internet: http://www.theologie.uni-jena.de/thefakmedia/Fakultaet/Veranstaltungskalender/Fachtag_RP.pdf

    Kontakt:
    Dr. Thomas Heller
    Zentrum für Religionspädagogische Bildungsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Fürstengraben 6, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 941171
    E-Mail: zrb[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.theologie.uni-jena.de/thefakmedia/Fakultaet/Veranstaltungskalender/Fa...
    http://www.uni-jena.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie, Religion
    regional
    Wissenschaftliche Tagungen, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


     

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