Integration von Flüchtlingen an bayerischen Hochschulen

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
02.06.2016 13:16

Integration von Flüchtlingen an bayerischen Hochschulen

Michaela Biermayer, M.A. Pressestelle
Hochschule Bayern e. V.

    Zwischen akademischer Bildung und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung - Positionspapier des Verbunds der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften zum Umgang mit Geflüchteten.

    Vor der Aufnahme eines Studiums gilt es für viele Migrantinnen und Migranten, die sich fluchtbedingt in Bayern aufhalten, in einem ersten Schritt ihre allgemeinen Lebensverhältnisse zur ordnen. Die Anzahl der von Geflüchteten in Anspruch genommenen Maßnahmen an Hochschulen sowie die Zahl der tatsächlich immatrikulierten Personen mit Fluchthintergrund gestalten sich daher regional noch sehr unterschiedlich. Von einer zeitversetzt steigenden Nachfrage nach Hochschulbildung ist dennoch auszugehen. Wie andere gesellschaftliche Akteure sehen sich so auch die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) mit der Aufgabe einer nachhaltigen Einbindung von Flüchtlingen konfrontiert. Für die Hochschulen stellen sie dabei eine neue Gruppe der aus dem Ausland kommenden Studieninteressenten dar, für die sich ihre bisherigen Internationalisierungsstrategien aber nicht als passgenau erweisen. Um bereits frühzeitig die notwendigen Konzepte zu entwickeln, haben sich im Frühjahr Vertreter der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Hochschulzentrum Vöhlinschloss in Illertissen zu einer von Hochschule Bayern organisierten Netzwerkveranstaltung getroffen. Als Ergebnis des Gedankenaustausches liegt das Positionspapier des Verbunds der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften zur „Integration von Flüchtlingen an bayerischen Hochschulen“ vor.

    Dauerhafte Bildungsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge

    „Dank der ausgezeichneten Qualität ihrer wissenschaftlichen Studiengänge bieten die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften studierfähigen Flüchtlingen die Perspektive einer akademischen Qualifizierung auf hohem Niveau. Spezielle Angebote der Hochschulen wie sprachliche und fachspezifische Vorbereitungskurse für Geflüchtete zielen auf den Ausgleich strukturell bedingter Bildungslücken. Sie stellen aber keinen Ersatz zu schulischer Vorbildung oder studienvorbereitenden Maßnahmen dar, die nicht zum originären Bildungsauftrag der Hochschulen zählen.“, erklärt Prof. Dr. Uta M. Feser, Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm und Vorsitzende des Verbunds der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Die Hochschulen stehen dabei vor einer doppelten Herausforderung. Neben der Integration von Flüchtlingen in bestehende Studienangebote und einer Entwicklungen von neuen Formaten etwa zur Weiterbildung von Migrantinnen und Migranten mit akademischer Vorbildung, stellen die Hochschulen gleichzeitig auch Sozialräume für diese potentielle Studierendengruppe dar. Hier ist auch die Sensibilisierung aller Hochschulangehörigen für die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Fluchterfahrungen von Bedeutung. „Die Hochschulen sehen sich in einer gesellschaftlichen Verantwortung“, betont Prof. Dr. Uta M. Feser. „Sie fördern so etwa ehrenamtliches Engagement ihrer Mitglieder oder öffnen ihre Lehrveranstaltungen für neue Konzepte wie beispielsweise service-learning.“

    Voraussetzung einer nachhaltigen Integration von Flüchtlingen an Hochschulen

    Derzeit bestehen an den Hochschulen jedoch noch viele Unsicherheiten im Umgang mit Flüchtlingen. „Damit die Hochschulen ihren sozialen Verpflichtungen vollumfänglich gerecht werden können, sind zahlreiche Voraussetzungen erforderlich“, betont Prof. Dr. Uta M. Feser. „Dazu gehören neben der genauen Definition des gesellschaftlichen Auftrags der Hochschulen durch Politik und Gesellschaft auch die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen, wie etwa von Versicherungs- und Zulassungsfragen, sowie der Anhebung der finanziellen Spielräume.“

    Das vollständige Positionspapier zur „Integration von Flüchtlingen an bayerischen Hochschulen“ kann auf der Homepage von Hochschule Bayern eingesehen werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.hochschule-bayern.de/aktuelles/neuigkeiten/details.html?tx_ttnews[tt_...


    Anhang
    attachment icon PDF PM Hochschule Bayern

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hochschulvertreterinnen und - vertreter diskutierten auf einer Netzwerkveranstaltung im Hochschulzentrum Vöhlinschloss in Illertissen über die Einbindung von Flüchtlingen in bayerische Hochschulen


    Zum Download

    x

    Netzwerkveranstaltung von Hochschule Bayern im Hochschulzentrum Vöhlinschloss in Illertissen.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay