Studie: Ausbildung für die Industrie 4.0 - Bestand und Bedarf

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06.06.2016 15:57

Studie: Ausbildung für die Industrie 4.0 - Bestand und Bedarf

Mag. Mark Hammer Marketing und Unternehmenskommunikation
Fachhochschule St. Pölten

    Die Industrie ist im Umbruch: Digitalisierung sowie neue Ansätze der Informations-, Kommunikations- und Medientechnik verändern die Produktion und das Verhältnis von Menschen und Maschinen. Schlagwörter dafür sind Industrie 4.0 oder Smart Factory. Diese Entwicklung verändert den Anspruch an die Ausbildung. Ein Projekt der FH St. Pölten erhebt derzeit das Angebot der einschlägigen Bildungsangebote in Österreich und vergleicht dieses mit dem Bedarf der Unternehmen.

    St. Pölten, 06.06.2016 – Die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik geht einher mit rasanten Fortschritten im Bereich der Digitalisierung. Prozesse der industriellen Produktion werden zunehmend vernetzt, automatisiert und digitalisiert. Dies ändert die Nachfrage der Industrie nach bestimmten Qualifikationen: Die neuen Formen der Produktion benötigen erweiterte bzw. alternative Kompetenzen.

    Im Projekt „Anwendungsfallbasierte Erhebung Industrie-4.0-relevanter Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft“ (AEIQU) erhebt die FH St. Pölten gemeinsam mit dem Industriewissenschaftliches Institut (IWI), dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Accord Group ECE Austria GmbH, welche Qualifikationen MitarbeiterInnen für die Industrie 4.0 benötigen und wie sich das auf die österreichische Bildungslandschaft auswirkt. Bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote werden in Form einer Bildungslandkarte dargestellt.

    Vergleich von Angebot und Bedarf
    „Wir befragen Unternehmen, welche Qualifikationen sich die Firmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschen, und wie wichtig bestimmte Technologien oder Soft-Skills sind. Dies vergleichen wir mit dem Status quo in der Aus- und Weiterbildungslandschaft an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Einrichtungen. Aus dem Vergleich ergibt sich der inhaltliche und geografische Bedarf für zukünftige Bildungsangebote“, erklärt Thomas Moser, Leiter des Projekts sowie der Forschungsgruppe Digital Technologies am Department Medien und Digitale Technologien der FH St. Pölten.

    Untersucht werden drei Betätigungsprofile: Menschen, die in der Produktion direkt an Maschinen arbeiten, Menschen, die indirekt mit der Produktion zu tun haben, zum Beispiel in Instandhaltung und Qualitätssicherung, und alle anderen MitarbeiterInnen. Befragt werden im Projekt Expertinnen und Experten aus circa 40 Großunternehmen, darunter etwa die Andritz AG, AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, ABB, BRP Powertrain, Fronius International, Robert Bosch, Voestalpine und Wienerberger.

    Rund um das Thema Industrie 4.0 werden immer wieder Ängste um das Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen laut. Doch laut Moser besteht diese Gefahr nicht: „Technischer Fortschritt hat immer neue Arbeit geschaffen. Die Arbeit wird uns also auch im Zeitalter der Industrie 4.0 nicht ausgehen.“

    Studium „Smart Engineering“
    Seit Herbst 2015 bietet auch die FH St. Pölten eine Ausbildung im Bereich Industrie 4.0 an: das Bachelorstudium Smart Engineering of Production Technologies and Processes. „Schon zu Beginn der Entwicklung des neuen Studiengangs haben wir nach der Rolle des ‚Faktors Mensch‘ in der Industrie 4.0 gefragt. Die sogenannte Industrie 4.0 kann nur über gut ausgebildete Menschen in den einzelnen Unternehmen ankommen. Damit ist das Ziel der Industrie 4.0 eine ‚flexible Produktion‘ mit dem Menschen als intelligenteste und flexibelste ‚Produktionsressource‘“, sagt Studiengangsleiter Franz Fidler.

    Eine Besonderheit ist die Organisation als sogenanntes duales Studium, bei dem Praxis- und Ausbildungsblöcke in kooperierenden Unternehmen als fixe Bestandteile in das Curriculum integriert sind. Das Studium ist das erste duale Studium in Ostösterreich. „Firmen und die Fachhochschule bilden gemeinsam aus. Das ist ähnlich wie bei einer Lehre durch Unternehmen und Berufsschulen, nur auf Hochschulniveau. Damit verbindet der Studiengang Studium und Beruf noch enger als herkömmliche berufsbegleitende Studiengänge“, so Fidler.

    Ergebnisse des Projekts AEIQU werden in die Ausrichtung des Studiengangs einfließen. Darüber hinaus beteiligt sich der Studiengang an der österreichischen Plattform Industrie 4.0 (http://plattformindustrie40.at) in der Arbeitsgruppe „Qualifikation und Kompetenzen“. Bewerbungen für das Studium sind noch bis 16. Juni möglich.

    Das Projekt AEIQU (Anwendungsfallbasierte Erhebung Industrie-4.0-relevanter Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft) wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie finanziert und in Kooperation mit dem Industriewissenschaftliches Institut (IWI) und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) durchgeführt. Laufzeit: März 2016 bis Februar 2017.
    www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/aeiqu

    Studium Smart Engineering of Production Technologies and Processes
    www.fhstp.ac.at/bse
    Bewerbungsfrist: 16.06.2016.

    Über die Fachhochschule St. Pölten
    Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.600 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

    Informationen und Rückfragen:
    Dr. Thomas Moser
    Leiter Forschungsgruppe Digital Technologies
    Senior Researcher Industrie 4.0 Smart Engineering (BA)
    Department Medien und Digitale Technologien
    M: +43/676/847 228 651
    E: thomas.moser@fhstp.ac.at
    I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/moser-thomas

    FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Franz Fidler
    Studiengangsleiter Smart Engineering (BA)
    stellvertretender Leiter Department Medien und Digitale Technologien
    T: +43/2742/313 228 650
    M: +43/676/847 228 650
    E: franz.fidler@fhstp.ac.at
    I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/fidler-franz

    Pressekontakt:
    Mag. Mark Hammer
    Marketing und Unternehmenskommunikation
    T: +43/2742/313 228 269
    M: +43/676/847 228 269
    E: mark.hammer@fhstp.ac.at
    I: https://www.fhstp.ac.at/de/presse
    Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter https://www.fhstp.ac.at/de/presse.
    Allgemeine Pressefotos zum Download verfügbar unter https://www.fhstp.ac.at/de/presse/pressefotos-logos.
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    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Informationstechnik, Pädagogik / Bildung, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Symbolbild Industrie 4.0


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