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07.06.2016 16:52

Mediterrane Kost reduziert das Risiko einer Hüftfraktur minimal

Sabine Kluge Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Würzburg

    Welche Bedeutung die einzelnen Bestandteile der Nahrung für die Knochengesundheit haben, wurde in Vergangenheit leider häufig noch ergebnislos beforscht. Die suboptimale Zufuhr einzelner Nährstoffe beispielsweise, tritt für gewöhnlich nicht für sich isoliert auf, sondern spiegelt ein schlechtes Ernährungsverhalten wieder. Ein Forscherteam um den Internisten Dr. Bernhard Haring des Universitätsklinikum Würzburg (UKW) untersuchte jetzt erstmals eine Ernährungsweise im Zusammenhang auf Knochenbrüche.

    Bernhard Haring und sein Team untersuchten in einer großen retrospektiven Studie, ob eine mediterrane Ernährungsweise im Gegensatz zu anderen Diäten (z.B.: DASH) Einfluss auf das Vorkommen von Knochenbrüche bei Frauen nach der Menopause hat oder nicht. Die Forscher werteten dazu Daten von mehr als 90.000 Frauen nach der Menopause aus, die in aus 40 medizinischen Zentren der USA rund fünfzehn Jahre lang beobachtet wurden.

    Mit Alltagswissen aufgeräumt

    Entgegen der landläufigen Vermutung über den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Knochenbrüchen konnten die Wissenschaftler nach ihrer Datenanalyse keinen signifikanten Zusammenhang zwischen einem gesundem Ernährungsstil und dem Knochenbruchrisiko feststellen. Ein durchaus überraschendes Ergebnis, so Studienleiter Bernhard Haring: „Eine geringe Risikoreduktion findet einzig dann statt, wenn an mediterraner Kost festgehalten wird, insbesondere eine Reduktion von Hüftfrakturen.“ Die Bedeutung der Studie ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, daß, obschon einzelne Ernährungsformen keinen Schwerpunkt auf Milchprodukte bzw. Kalziumaufnahme legen (z.B.: Mediterrane Kost) keine Erhöhung des Hüftfrakturisikos gegeben war. Dies widerspricht der landläufigen Meinung, dass vor allem eine Ernährung mit Schwerpunkten auf Milcheiweiß und Kalzium das Knochenbruchrisiko senken könne.

    Unabhängig von einem möglichen Vorteil im Hinblick auf das Frakturrisiko, sollten Frauen auf einen gesunden Lebensstil basierend auf mediterraner Kost und Bewegung achten. Durch diesen Ernährungsstil wird insbesondere die Gesundheit des Herzkreislaufsystems gestärkt und zudem wirkt sie sich auch vorteilig auf andere Erkrankungen aus. „Leider werden in vielen medizinischen Leitlinien Ernährung und Lebensgewohnheiten viel zu wenig berücksichtigt. Würde sich das ändern, so könnten die Gesundheitskosten dramatisch gesenkt werden bei gleichzeitig verbessertem Wohlempfinden der Menschen“, schätzt der Internist die Studienergebnisse auf höherer Ebene ein.

    Hintergrundinfo

    Mediterrane Kost oder Mittelmeerküche basiert auf den Essgewohnheiten der Kulturen mit traditionellem Olivenbaumanbau und ist gekennzeichnet durch viel frisches Obst und Gemüse, viel frischen Kräutern und Gewürzen und einem geringen Anteil an tierischen Lebensmitteln. Olivenöl stellt die Hauptfettquelle dar. Studien seit den 1950ern haben immer wieder gezeigt, dass die Bewohner der Mittelmeerländer im Gegensatz zu Nordeuropa und den USA eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben und weniger Herzkreislauferkrankungen aufweisen.


    Weitere Informationen:

    http://www.ukw.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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