idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
24.06.2016 10:04

UDE/UK Essen: 3,2 Mio. für zellfreie Stammzelltherapie

Beate Kostka M.A. Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Die Vorteile transplantierter somatischer Stammzellen nebenwirkungsfrei zu erhalten, das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE). Unter der Leitung von PD. Dr. Bernd Giebel und Prof. Dr. Peter Horn vom Institut für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) wird erstmals systematisch erforscht, ob dieselben Therapieerfolge erzielt werden können, wenn man nicht die Stammzellen selbst, sondern ausschließlich die außerhalb der Zellen befindlichen extrazellulären Vesikel (EV) transplantiert.

    Spezielle körpereigene Stammzellen, die sogenannten „mesenchymalen“, wirken bei vielen Erkrankungen regenerativ und entzündungshemmend. Neuere Forschungen legen nahe, dass diese therapeutischen Effekte vor allem auf die EV dieser Zellen zurückgehen. Das Forschungsprojekt SEVRIT („Produktion und Qualitätssicherung von Stammzell-abgeleiteten Extrazellulären Vesikeln für neuartige regenerative und immunmodulierende Therapieansätze“) soll die EV-Produktion von mesenchymalen Stammzellen optimieren – zunächst für Patienten mit Komplikationen nach Knochenmarktransplantationen. Es wird ab dem 1. Juli im Leitmarktwettbewerb Lebenswissenschaften der EU und des Landes NRW mit rund 2,9 Mio. Euro gefördert. Das gesamte Projektvolumen beträgt gut 3,2 Mio.

    Extrazelluläre Vesikel übertragen biologische Signale zwischen den Zellen und lenken viele Prozesse im menschlichen Körper. „Bei unseren Forschungen haben wir festgestellt, dass EV von mesenchymalen Stammzellen denselben therapeutischen Effekt haben wie die Stammzellen selbst. Sie bieten mehrere Vorteile: Sie werden auch in Zellkulturen produziert und lassen sich hieraus gewinnen, allgemein lassen sie sich leichter handhaben als die Zellen. Hinzu kommt, dass EV selbst keinen Tumor bilden können. Wenn sie gewirkt haben, werden sie vom Körper einfach abgebaut.“

    Mit dem zellfreien Stammzellpräparat konnten bereits im Tiermodell bei einer Reihe von Erkrankungen therapeutische Effekte erzielt werden. Bestätigt sich dies in auch in den anschließenden klinischen Studien, können viele Patienten neue Hoffnung schöpfen, bei denen mesenchymale Stammzelltherapien prinzipiell infrage kommen. Denn auch wenn die Transplantation von mesenchymalen Stammzellen scheinbar sicher ist, so können sich diese Zellen im Empfängerorganismus durchaus vermehren. Geschieht dies unkontrolliert, können sich Tumore bilden. „Gerade in Bezug auf die Sicherheit darf man dabei nicht vergessen, dass die mesenchymale Stammzelltherapie erst seit gut zehn Jahren in klinischen Studien erforscht wird. Deshalb können die Langzeiteffekte auch noch nicht beurteilt werden“, erläutert PD. Dr. Bernd Giebel.

    Weitere Partner sind die Klinik für Knochenmarktransplantation, die Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde und das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Fakultät der UDE am UK Essen, das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund, die Particle Metrix GmbH und die PL BioScience GmbH.

    Weitere Informationen: Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay