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20.07.2016 13:52

Medizinische Spitzenforschung – IKP Leiter Prof. Dr. Matthias Schwab erhält Robert Pfleger-Preis

Michael Herm Kommunikation
Robert Bosch Stiftung

    Am vergangenen Freitag wurde Prof. Dr. Matthias Schwab mit dem renommierten Robert Pfleger-Forschungspreis 2016 ausgezeichnet. Der Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und Ärztliche Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum Tübingen erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Preis für seine wegweisenden Beiträge zur individualisierten Medizin. Schwab ist unter anderem zu verdanken, dass bei leukämiekranken Kindern im deutschsprachigen Raum heute standardmäßig eine pharmakogenomische Untersuchung durchgeführt wird.

    Am vergangenen Freitag wurde Prof. Dr. Matthias Schwab mit dem renommierten Robert Pfleger-Forschungspreis 2016 ausgezeichnet. Der Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und Ärztliche Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum Tübingen erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Preis für seine wegweisenden Beiträge zur individualisierten Medizin. Schwab ist unter anderem zu verdanken, dass bei leukämiekranken Kindern im deutschsprachigen Raum heute standardmäßig eine pharmakogenomische Untersuchung durchgeführt wird. Sie trägt dazu bei, schwere, unter Umständen tödliche Nebenwirkungen eines Schlüsselmedikaments bei der Leukämietherapie zu vermeiden.

    Schwab untersucht, warum Medikamente bei jedem Menschen unterschiedlich oder unterschiedlich stark wirken. Diese Forschung bezeichnet man als Pharmakogenomik. Sie soll dazu führen, für jeden Patienten das beste Medikament in der optimalen Dosierung bereitzustellen. So hat Schwab unter anderem erforscht, weshalb das gängige Leukämie-Medikament 6-Mercaptopurin bei manchen Patienten eine giftige Wirkung entfaltet. Darauf aufbauend hat er Strategien entwickelt, wie eine pharmakogenetische Diagnostik in die klinische Routine eingeführt werden kann, um mit deren Hilfe Risikopatienten vorab zu erkennen. Diese Diagnostik ist auch für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen von Bedeutung, da diese oftmals mit einem ähnlichen Medikament behandelt werden.

    „Prof. Matthias Schwab und sein Team beweisen mit ihrer Arbeit, wie wichtig die Verbindung von konsequenter Grundlagenforschung und klinischer Praxis ist. Mit seinen Erfolgen in der individualisierten Arzneimitteltherapie gehört Schwab weltweit zu den Vorreitern. Darauf sind wir sehr stolz und gratulieren ihm von Herzen zu dieser Auszeichnung“, sagt Prof. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung.

    Die Robert Bosch Stiftung ist Trägerin des Robert-Bosch-Krankenhauses und des zugehörigen IKP. Das Forschungsinstitut wurde 1973 dank einer Spende der ältesten Tochter von Robert Bosch eröffnet. Das Institut gilt als größte wissenschaftliche Forschungseinheit auf dem Gebiet der klinischen Pharmakologie in Deutschland. In enger Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen aus dem Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) sowie auswärtigen Partnern arbeiten rund 80 Mitarbeiter an einer besseren individualisierten Arzneimitteltherapie. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter unterstützen zudem die Ausbildung von Studenten der Medizin und Biowissenschaften an den Universitäten Tübingen und Stuttgart. Darüber hinaus betreuen sie am IKP ausländische Stipendiaten, Gastwissenschaftler und Doktoranden der Medizin und anderer naturwissenschaftlicher Studiengänge.

    Der Robert Pfleger-Forschungspreis wurde in diesem Jahr bereits zum 30. Mal von der Doktor Robert Pfleger-Stiftung vergeben. An der feierlichen Verleihung am 15. Juli 2016 in der Orangerie von Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg nahmen rund 150 geladene Gäste teil, darunter die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, und der ehemalige Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Klaus Töpfer.

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    Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

    Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig.
    In den kommenden Jahren wird sie darüber hinaus ihre Aktivitäten verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:
    - Migration, Integration und Teilhabe
    - Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa
    - Zukunftsfähige Lebensräume

    Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.

    Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert Bosch Krankenhauses und der zugehörigen Forschungsinstitute, Institut für Geschichte der Medizin (IGM) und Dr. Margarethe Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) in Stuttgart. Sie ist Gesellschafterin des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg sowie der Deutschen Schulakademie in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung mehr als 1,4 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

    Mehr Informationen unter www.bosch-stiftung.de.


    Weitere Informationen:

    http://www.ikp-stuttgart.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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