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03.08.2016 11:32

Höhere Benzinpreise animieren zum Umstieg auf das Rad - aber nur in Städten

Jörg Schäfer Kommunikation
Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

    Ein Anstieg der Benzinpreise um einen Euro würde die Nutzung von Fahrrädern in privaten Haushalten um 14,4 Prozentpunkte erhöhen, allerdings nur in urbanen Räumen. In ländlichen Räumen ist dagegen kein signifikanter Effekt zu erwarten. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer aktuellen RWI-Studie, der rund 16 300 Beobachtungen zum Mobilitätsverhalten deutscher Haushalte für die Jahre 1999 bis 2013 zugrunde liegen.

    Der Radverkehr ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrspolitik. In einer aktuellen Studie hat sich das RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung deshalb mit der Frage beschäftigt, welche Ansatzpunkte es gibt, die Fahrradnutzung in privaten Haushalten weiter zu stärken.

    Radwegeangebot wird genutzt

    Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass ein Anstieg der Benzinpreise um einen Euro die Nut-zung von Fahrrädern bei privaten Haushalten um 14,4 Prozentpunkte erhöhen würde, allerdings nur in urbanen Räumen. In ländlichen Regionen würde nicht signifikant stärker auf das Rad umgestiegen. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass dort die Entfernungen größer sind. Ein weiteres bedeutendes Ergebnis zeigt, dass mit wachsendem Radwegeangebot die Zahl der zurückgelegten Radkilometer auch statistisch signifikant höher ausfällt.

    Die Politik sollte die Kraftstoffsteuern weiter erhöhen, um den Umstieg auf das Rad zu fördern

    „Auf Basis dieser Ergebnisse schlagen wir vor, die Kraftstoffpreise weiter zu erhöhen“, so die Autoren der Studie, Prof. Manuel Frondel und Prof. Colin Vance. Dies würde nicht nur die Autofahrer zum Umstieg auf das Rad bewegen, sondern auch zu zusätzlichen Steuereinnahmen führen. „Diese Einnahmen könnte die Politik dazu benutzen, das Radfahren sicherer und angenehmer zu machen, indem sie zum Beispiel in zusätzliche, gut markierte Radspuren auf den Fahrbahnen investiert, die die Radfahrer deutlich von den Autofahrern trennen.“

    Ökologische und gesellschaftliche Vorteile durch mehr Radverkehr

    Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad bringt ökologisch wie gesellschaftlich viele Vorteile: weniger Luftverschmutzung, weniger Treibhausgase, weniger Lärm, weniger Verkehrsstaus. Radfahren trägt darüber hinaus zur Verbesserung der Gesundheit bei, erhöht die Mobilität und ist nicht zuletzt eine Möglichkeit, dem Anstieg bei Benzinpreisen zu begegnen. Angesichts dieser Vorteile überrascht es nicht, dass sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der Fahrradnutzung an der Zahl aller zurückgelegten Wege von heute 10% auf 15% im Jahr 2020 zu erhöhen. Dies ist ein ambitioniertes Ziel angesichts der Tatsache, dass sich die insgesamt mit dem Rad zurückgelegte Strecke zwischen 2000 und 2012 bereits um knapp 50% erhöht hat.
    Für die Studie haben die Wissenschaftler des RWI die Daten von 14 Jahrgängen des Deutschen Mobilitätspanels (MOP) für die Jahre 1999 bis 2013 ausgewertet. Das Panel ist eine vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) finanzierte, repräsentative Erhebung unter deutschen Haushalten.

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    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Manuel Frondel, Tel.: (0201) 8149-204
    Jörg Schäfer (Pressestelle), Tel.: (0201) 8149-244


    Weitere Informationen:

    http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/776/ (Link zum Ruhr Economic Paper #627 „Cycling on the Extensive and Intensive Margin: The Role of Paths and Prices“, das der Pressemitteilung zugrunde liegt.)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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