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05.09.2016 17:13

DGRh: Rheuma-Kranke profitieren von Sport, Bewegung und Physiotherapie

Janina Wetzstein Kongress-Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

    Frankfurt, September 2016 - Die meisten Rheuma-Patienten leiden unter Schmerzen und müssen regelmäßig Medikamenten einnehmen. Eine Reihe von Studien zeigt nun, dass physikalische Therapie, also beispielsweise Krankengymnastik, Sport sowie Wärme- und Kältebehandlungen, Patienten mit rheumatischen Erkrankungen Linderung verschafft. Und dies häufig eher, als es Medikamente tun. Beim Rheumatologen-Kongresses in Frankfurt wiesen Experten darauf hin, dass bei aktiver Beteiligung der Patienten an einer physikalischen Therapie in vielen Fällen die Schmerzmitteldosen gesenkt werden können.

    Wird die medikamentöse Therapie von Rheuma durch eine physikalische begleitet, können Patienten von Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und besserer Beweglichkeit profitieren. „Physikalische Therapie kann Medikamente zwar nicht komplett, aber zumindest zum Teil ersetzen und sollte daher immer Teil der Rheuma-Therapie sein“, sagt Professor Dr. med. Uwe Lange, Leiter der Abteilung Osteologie, Physikalische Medizin und stellvertretender Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Dabei umfasst die physikalische Therapie nicht nur Sport und Physiotherapie, sondern auch Wärme-, Kälte- und Strombehandlungen sowie die Bestrahlung, beispielsweise mit infraroten oder ultravioletten Strahlen. Schmerzlinderung bei rheumatoider Arthritis und Morbus Bechterew konnte Professor Lange auch in einer aktuellen Studie nachweisen, bei der Patienten eine Radon-Therapie in einem sogenannten Radonstollen erhielten, also eine Art niedrigdosierter Strahlentherapie. Noch bis zu drei Monate nach der Radon-Therapie gaben mehr als 80 Prozent der Patienten an, dass sie weniger Schmerzen hätten und weniger Schmerzmittel benötigen würden.

    Eine andere Studie zeigt, dass regelmäßige Physiotherapie hilft: Bei der Hälfte der Patienten mit akuten rheumatischen Entzündungen in der Wirbelsäule, einer sogenannten Wirbelsäulenmanifestation, erzielten die dreimal wöchentlich stattfindenden Anwendungen in Kombination mit halber Dosis eines TNF-Blockers bereits nach vier Monaten eine merkliche Verbesserung der Beschwerden. Der entzündungshemmende TNF-Blocker in der Volldosis entfaltet hingegen erst eine vergleichbare Wirkung nach einem halben Jahr.

    „Die Studien belegen, dass physikalische Therapien bei Rheumatikern fester Bestandteil des Therapieplans sein sollten und zum Teil da positive Effekte erzielen, wo man mit Medikamenten allein nicht mehr helfen kann“, sagt Professor Lange. Entscheidend sei, auch bei den Patienten das Bewusstsein dafür zu wecken, dass selbst bei akuten und schmerzhaften Rheuma-Schüben Bewegung – wenn professionell begleitet und richtig ausgeführt – Linderung verschaffen kann.

    Nach Ansicht von Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, DGRh-Tagungspräsident und Ärztlicher Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim gilt: „Die Datenlage zeigt: Wir sollten physikalische Anwendungen nicht als Wellness belächeln, sondern ihre positiven Effekte gezielt einsetzen.“ Gerade bei dieser Therapieform könnten Patienten, die sonst sehr stark auf Medikamenten angewiesen sind, ihr Wohlbefinden ein Stück weit wieder selbst in die Hand nehmen. Bei der heutigen Kongress-Pressekonferenz in Frankfurt erläutern Rheumatologen die Effekte physikalischer Therapie und wie diese noch besser in der Behandlung von Rheuma-Patienten etabliert werden kann. Über die positiven Effekte physikalischer Therapien bei Rheuma informierten Rheumatologen bei der Kongress-Pressekonferenz in Frankfurt anlässlich ihres 44. Kongresses in Frankfurt am Main.

    Quellen:
    Serielle Ganzkörpertherapie im Radonstollen [Lange U. et al. Clin Rheumatol 2016 in press]
    Physiotherapie bei akuter entzündlicher Wirbelsäulenmanifestation [ Meier F et al. J Rheumatol 2014]

    Kontakt für Journalisten:
    Janina Wetzstein und Sabrina Hartmann
    Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
    Pressestelle
    Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-457, Fax: 0711 8931-167
    wetzstein@medizinkommunikation.org
    www.dgrh-kongress.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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