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08.09.2016 18:27

Konrad Zuses erste Computer: Ausstellung zum Heidelberg Laureate Forum

Wylder Green Communications
Heidelberg Laureate Forum Foundation

    Der deutsche Bauingenieur, Erfinder und Unternehmer Konrad Zuse gilt als der Erfinder des Computers. Mit dem Bau der Z3 im Jahr 1941 entwickelte er den ersten funktionstüchtigen, vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren Rechner und somit den ersten funktionsfähigen Computer der Welt.

    75 Jahre nach der ersten öffentlichen Vorstellung der Z3 in Berlin zeigt die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation (HLFF) vom 17. bis 22. September im Senatssaal der Alten Universität Heidelberg die Ausstellung „Konrad Zuse‘s Early Computing Machines“. Unter den zahlreichen Exponaten ist auch eine Rekonstruktion der Z3 aus dem Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld.

    Die Ausstellung zeigt den Weg von den ersten Ideen Konrad Zuses bis hin zur Entwicklung seiner Maschinen und demonstriert die Details von Zuses frühen Computern. Zuses Konzept der Strukturierung von Rechnerarchitekturen in Komplexitätsschichten, heute als Mikroprogrammierung bekannt, dient dabei als roter Faden der Ausstellung.

    Ausgehend von diesem Konzept konnte der junge Zuse die mechanische Rechenmaschine Z1 praktisch im Alleingang bauen. Die Z1 hat die spätere Ära des Computers konzeptionell angekündigt: sie war vollständig binär, arbeitete mit Fließkommazahlen und getrenntem Speicher und Prozessor. Diese Merkmale wiesen die ersten kommerziellen Rechner erst in den fünfziger Jahren auf.

    „Diese Geschichte ist in dieser Form noch nie erzählt worden, und ich bin sicher, sie wird alle Besucher sehr beindrucken“, sagt Raúl Rojas, Professor für Informatik an der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit seinem Team hat er die Ausstellung speziell für die HLFF konzipiert. „Wie ein 26-Jähriger in Berlin 1936 solche hochmodernen Gedanken mit sich herumgetragen hat, und sich danach unermüdlich dem Bau seiner Rechenmaschinen widmete, obwohl die Welt am Abgrund stand, ist heute schwer zu verstehen. Konrad Zuses Triumph 1945 als die Z4 und die „logistische Maschine“, samt Plankalkül, geboren wurden, hat zu jener Zeit niemanden mehr interessiert. Europa lag in Trümmern und es dauerte noch fünf Jahre, bis Zuse seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Es war zu spät für eine deutsche Computerindustrie – die Computertechnologie auf der anderen Seite des Atlantiks trat ihren Siegeszug an.“

    Während die Ausstellung über den Computerpionier in der Alten Universität gezeigt wird, findet in Heidelberg zeitgleich das 4. Heidelberg Laureate Forum statt, eine Netzwerkveranstaltung für Mathematiker und Informatiker aus aller Welt. Organisiert wird das Treffen von der HLFF. Andreas Reuter, Informatikprofessor und Mitglied des Vorstands der Stiftung, ist sicher, dass die Ausstellung, die die Entwicklung des Computers in Deutschland präsentiert, auch für ein internationales Fachpublikum interessant ist.

    Er selbst kannte Konrad Zuse persönlich und erinnert sich, dass diese Begegnung seinen Lebensweg und die Berufsentscheidung wesentlich mitgeprägt hat. „Mein Vater war bei der Zuse KG beschäftigt, und schon als Schüler kam ich früh mit allen möglichen Maschinen in Berührung. Ich konnte sogar noch ein bisschen an der Entwicklung der Z43 mitarbeiten. Da stand für mich fest, dass ich mich beruflich mit Datenverarbeitung befassen würde“.

    Im Zentrum der interaktiven englischsprachigen Ausstellung stehen neben dem Zuse-Archiv die Simulationen der Zuse-Maschinen. Die mechanischen Schaltungen von Konrad Zuse können an verschiedenen Exponaten nachvollzogen werden, und auch ein virtueller Besuch der Z1 in Berlin ist möglich. Die Ausstellungsstücke, darunter Originale aus dem Nachlass Konrad Zuses, sind Leihgaben des Konrad-Zuse-Museums Hünfeld, des Heinz Nixdorf MuseumsForum und der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin. Ergänzt wird die Ausstellung durch Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Mathias Knauer über den Computerpionier.

    Die Ausstellung ist von Samstag, 17. September bis einschließlich Donnerstag, 22. September im Senatssaal der Universität, Alte Universität, Grabengasse 1, Heidelberg, täglich von 8:30 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

    Hintergrund
    Die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation (HLFF) veranstaltet jährlich das Heidelberg Laureate Forum (HLF), eine Netzwerkveranstaltung für Mathematiker und Informatiker aus aller Welt. Das HLF findet vom 18. bis 23. September 2016 zum vierten Mal statt. Initiiert wurde das Heidelberg Laureate Forum (HLF) von der Klaus Tschira Stiftung (KTS), die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik fördert, und dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Die Organisation erfolgt durch die HLFF in Zusammenarbeit mit der KTS sowie mit der Association for Computing Machinery (ACM), der International Mathematical Union (IMU) und der Norwegian Academy of Science and Letters (DNVA).

    Ein weiterer Fokus der Stiftung HLFF liegt darauf, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die beiden Disziplinen Mathematik und Informatik zu lenken, das Interesse daran zu wecken und nachhaltig zu stärken.

    An die Redaktionen
    Bitte verstehen Sie voranstehende Meldung zugleich als Einladung zum Ausstellungsbesuch sowie zum 4. Heidelberg Laureate Forum und als Einladung, über beide Veranstaltungen zu berichten. Journalisten können sich unter folgender Adresse registrieren:
    https://application.heidelberg-laureate-forum.org/intern/regj_registration_for.p...

    Presseanfragen
    Christiane Schirok
    Wylder Green
    Communications
    Heidelberg Laureate Forum Foundation
    Schloss-Wolfsbrunnenweg 33, 69118 Heidelberg
    media[at]heidelberg-laureate-forum.org
    Tel.: 06221-533-382

    Internet: www.heidelberg-laureate-forum.de
    Facebook: www.facebook.com/HeidelbergLaureateForum
    Twitter: www.twitter.com/HLForum
    YouTube: www.youtube.com/LaureateForum
    Science Blog: www.scilogs.com/hlf


    Anhang
    attachment icon Konrad Zuse Plakat

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik, Maschinenbau
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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