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20.09.2016 13:56

Aufsatz zu Storytelling im deutschen Journalismus

Lisa Rasche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft

    Am Beispiel der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine erläutert Prof. Dr. Hektor Haarkötter die Tendenz im deutschen Journalismus, Nachrichten als Geschichten zu erzählen. Ausgehend von Nachrichtenselektionstheorien zeigt Haarkötter auf, nach welchen Kriterien Nachrichten als solche eingestuft und mit welchen erzählerischen Elementen sie wiedergegeben werden. Der Aufsatz ist in der jüngsten Ausgabe des Magazins „New Eastern Europe“ veröffentlicht worden.

    Selbst renommierte Flaggschiffe des deutschen „Qualitätsjournalismus“ wie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sehen sich heute mit dem Vorwurf fehlerhafter Berichterstattung konfrontiert – was in der „Lügenpresse“-Verunglimpfung der Pegida-Bewegung gipfelt. Einen Erklärungsansatz für tatsächliche Fehler erläutert Prof. Dr. Hektor Haarkötter in seinem Aufsatz „Where does an article end and a story begin“: die Tendenz im deutschen Journalismus, „Stories“ zu erzählen. Der Fokus der journalistischen Arbeit verlagert sich dabei von der reinen Fakten-Wiedergabe zu Erzählweisen mit erzählerischen Elementen wie der Rollenzuweisung in Held und Antagonist. Zwar ist es auch eine Aufgabe von Journalismus, komplexe Informationen verstehbar zu machen, wozu eine erzählerische Wiedergabe dienen kann. Doch es ist offensichtlich, dass vereinfachende Rollen-Archetypen und Stereotype komplexen Sachverhalten und unübersichtlichen Nachrichtenlagen nicht gerecht werden können.
    In der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine erzählen deutsche Journalisten möglicherweise eine allzu einfache Geschichte von Gut und Böse. Zumal Deutschland und die EU in einem größeren Zusammenhang als Beteiligte zu verstehen sind – was bedeutet das für die Berichterstattung? Und wie kann die Geschichte von Gut und Böse in noch komplexeren Zusammenhängen wie dem Kampf gegen ISIS überhaupt „weitergesponnen“ werden? Diese Fragen wirft Haarkötter in seiner kritischen Stellungnahme auf.

    Der Autor Prof. Dr. Hektor Haarkötter leitet an der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft am Campus Köln den Fachbereich Journalismus und Kommunikation mit den Studiengängen B.A. Journalismus und Unternehmenskommunikation sowie M.A. Konvergenter Journalismus. Er ist geschäftsführender Vorsitzender der Initiative Nachrichtenaufklärung e.V. (INA), die sich mit in den Medien unterrepräsentierten Inhalten beschäftigt.


    Weitere Informationen:

    http://www.hmkw.de/fileadmin/media/downloads/pdfs/Publikationen/Article_ends_sto... Artikel als PDF-Datei
    http://www.hmkw.de/hochschule/lehrende/fachbereich-journalismus-und-kommunikatio... Profil von Prof. Dr. Hektor Haarkötter auf www.hmkw.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    jedermann
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Prof. Dr. Hektor Haarkötter


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