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11.10.2016 16:11

Tagung „Migration und Europa aus kulturwissenschaftlicher Perspektive“

Sabrina Daubenspeck Pressestelle
Universität Vechta

    2. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft e.V. an der Universität Vechta – Musikalische Lesung im Rathaus

    Migration ist ein hochaktuelles und omnipräsentes Thema. Welche Formen von Migration auf dem europäischen Kontinent vorkommen und welche kulturellen Interpretationen und Implikationen sie nach sich ziehen, war Frage der 2. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft e.V. an der Universität Vechta. Vom 6. bis 8. Oktober 2016 trafen sich über 100 WissenschaftlerInnen v.a. aus Deutschland, Österreich, und der Schweiz zum fachlichen Austausch. Organisiert wurde die Tagung von den Vechtaer Wissenschaftlerinnen PD Dr. Monika Albrecht, Prof.in Dr. Gabriele Dürbeck und Prof.in Dr. Christine Vogel.

    Nach der Begrüßung durch die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof.in Dr. Martina Döhrmann, und die Vorsitzende der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft, der Vechtaer Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Prof.in Dr. Gabriele Dürbeck, startete die Tagung in ihre Panels und Workshops. Das inhaltliche Spektrum reichte dabei von Postmigrantischer Kulturforschung, Räumlichen Entwürfen europäischer ‚Kultur‘ über die Herausforderung von Fremdenhass und kulturalistischer Xenophobie bis zu massenmedialen Darstellungen von Migration, Migrationsliteratur und Migrationsgeschichte in Objekten.

    Zum Rahmenprogramm der Tagung gehörte am Donnerstagabend ein Empfang im Rathaus der Stadt Vechta. Bürgermeister Helmut Gels betonte in seinem Grußwort die hohe Aktualität und Wichtigkeit der Migrationsthematik. Er stellte die Aktivitäten der Stadt Vechta für Zugewanderte vor und betonte das große Engagement von ehrenamtlich Tätigen. Außerdem verwies er auf die gute Kooperation in gemeinsamen Projekten mit der Universität. Glanzpunkt der Veranstaltung war eine Lesung von Texten zu Migration, Flucht und Exil, die musikalisch durch den Jazzpianisten Frederik Feindt begleitet wurde. Der Schauspieler Siegfried Maschek (Theater Bremen) trug Texte u.a. von Heinrich Heine („Abschied“, 1834), Mascha Kaléko („Emigranten-Monolog“, 1945), Max Frisch („Überfremdung I und II“, 1965) Yoko Tawada („Wo Europa anfängt“, 1991) und Abbas Khider („Die Ohrfeige“, 2016) vor, die an ihrer Aktualität nichts eingebüßt hatten.

    Zum Abschluss der Tagung diskutierte ein international und interdisziplinär zusammengesetztes Podium über „Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Migration und Europa“. Manuela Bojadzijev (Leuphana Universität Lüneburg), Radostin Kaloianov (Interface Wien), Michael Klemm (Universität Koblenz) und Doris McGonagill (Utah State University, USA) zeigten in einer pointierten Debatte die spannungsreichen Facetten der Thematik auf. Professionell und lebendig moderiert wurde die Diskussion von Christine Vogel und Christian Geulen.

    Unter den vielen Forderungen für die künftigen Kulturwissenschaften stellte Gabriele Dürbeck heraus, dass sie u.a stärker an aktuelle gesellschaftliche Debatten anschließen sollten – die Tagung sei ein Beispiel dafür. Im Kontext der gegenwärtigen ‚Flüchtlingskrise‘ sieht Dürbeck die Kulturwissenschaften in der Pflicht, Begriffe wie kulturelle Identität, kulturelle Vielfalt, Multikulturalität oder Integration in ihrer symbolischen und historischen Dimension zu untersuchen und dabei die eigene Subjektposition kritisch zu reflektieren.

    Die Kulturwissenschaftliche Gesellschaft (KWG)
    wurde 2015 gegründet. Ziel der über 270 Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum zählenden Gesellschaft ist es, einen stärkeren interdisziplinären Zusammenhang der Kulturwissenschaften zu etablieren und die Kooperation unter den kulturwissenschaftlich interessierten ForscherInnen und Studierenden zu intensivieren. Dies geschieht durch die neu gegründete Kulturwissenschaftliche Zeitschrift, durch Tagungen und Publikationen wie auch durch Zusammenarbeit in themenspezifischen Sektionen und Forschungsnetzwerken. Die erste Jahrestagung wurde im November 2015 an der Leuphana Universität Lüneburg ausgerichtet. Die nächsten beiden Jahrestagungen werden an den Universitäten Gent (2017) und Hildesheim (2018) stattfinden.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Sprache / Literatur
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Begrüßten zur Jahrestagung (v.r.): Prof.in Dr. Gabriele Dürbeck, Vorsitzende der KWG, Vizepräsidentin Prof.in Dr. Martina Döhrmann und Dr. Thomas Metten, 2. Vorsitzender der KWG.


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