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15.11.2016 09:59

Schlag auf Schlag: Grazer WissenschafterInnen entdecken herzschützende Wirkung von Spermidin

Mag. Gudrun Pichler Presse + Kommunikation
Karl-Franzens-Universität Graz

    Sie scheinen tatsächlich einen Jungbrunnen gefunden zu haben: Erst kürzlich zeigten ForscherInnen der Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo an der Karl-Franzens-Universität Graz, dass Spermidin altersbedingten Gedächtnisschwund umkehren kann. Nun entdeckten die WissenschafterInnen in Kooperation mit KollegInnen der Medizinischen Universität Graz und einem internationalen Team eine weitere heilsame Wirkung der natürlichen Substanz: Spermidin schützt auch das Herz. Ihre neuesten Erkenntnisse publizierten die ForscherInnen im renommierten Fachjournal Nature Medicine.

    Viele ältere Menschen leiden an einem fortschreitenden Verlust der Herzelastizität, einhergehend mit einer Verdickung der Herzwände. Diese sogenannte diastolische Herzmuskelschwäche mindert die Lebensqualität und führt zu Kurzatmigkeit und Leistungsabfall. In Kombination mit erhöhtem Blutdruck stellt diese Form der Herzinsuffizienz, für die es bislang keine wirksame Behandlung gibt, eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt dar. Hoffnung machen nun neue Forschungsergebnisse. Unter der Leitung von Ass.-Prof. Dr. Tobias Eisenberg und Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Assoz. Prof. PD Dr. Simon Sedej und Mahmoud Abdellatif, MSc, von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universität Graz hat ein internationales Team aus 59 ForscherInnen von 36 Universitäten und Instituten aus acht Ländern eine positive Wirkung von Spermidin auf das Herz nachgewiesen.
    In Tiermodellen erhöhte Spermidin die Herzelastizität und diastolische Entspannung, während die Verdickung der Herzwände abnahm. Das bedeutet: Der Herzmuskel kann sich zwischen den Schlägen besser entspannen und sich daher wieder mit mehr Blut füllen. Außerdem senkte Spermidin erhöhten Blutdruck.
    Gemeinsam mit Ao.Univ.-Prof. Dr. Stefan Kiechl von der Medizinischen Universität Innsbruck konnte das Team zeigen, dass Menschen, die viel Spermidin über die Nahrung zu sich nehmen – enthalten in Weizenkeimen, Pilzen, bestimmten Käsesorten, Erbsen, Nüssen und anderem –, deutlich seltener durch Herzerkrankungen sterben und einen niedrigeren Blutdruck aufweisen.
    Die aktuellen Forschungen sind Teil von BioTechMed-Graz, der Initiative zur Kooperation und Vernetzung von Karl-Franzens-Universität, Medizinischer Universität Graz und TU Graz mit dem Ziel einer gemeinsamen Forschung für Gesundheit.

    Publikation:
    Cardioprotection and lifespan extension by the natural polyamine spermidine
    Tobias Eisenberg, Mahmoud Abdellatif … Stefan Kiechl, Guido Kroemer, Simon Sedej and Frank Madeo
    Nature Medicine, DOI: 10.1038/nm.4222

    Kontakte:
    Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo
    Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz
    Tel.: 0043 (0)316/380-8878
    E-Mail: frank.madeo@uni-graz.at

    Assoz. Prof. PD Dr. Simon Sedej
    Klinische Abteilung für Kardiologie, Univ.-Klinik für Innere Medizin
    Medizinische Universität Graz
    Tel.: 0043 (0)316/385-72742
    E-Mail: simon.sedej@medunigraz.at


    Weitere Informationen:

    http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.4222.html Publikation


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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