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22.11.2016 15:07

Arbeit 4.0 – Experten diskutieren Wandel in der Arbeits- und Führungswelt an der EBC Hochschule

Meike Kieslich PR-Abteilung
EBC Hochschule

    Dass ein grundlegender Wandel in der Führungskultur nötig ist, in Teilen bereits gelebt wird und gelebte Werte einen immer größeren Stellenwert einnehmen, das zeigte die Veranstaltung „Arbeit und Führung neu denken“, die anlässlich der Buchvorstellung des Bandes „CSR und neue Arbeitswelten“, herausgegeben von den EBC-Professorinnen Prof. Dr. Brigitte Spieß und Prof. Dr. Nicole Fabisch, an der EBC Hochschule in Hamburg stattfand. Referenten wie der Psychologe Louis Lewitan oder der Google-Personalchef Frank Kohl-Boas gaben dem Publikum spannende Einblicke in die Beratung von Führungskräften oder den Auswahlprozess von Nachwuchspersonal.

    Mitherausgeberin Prof. Dr. Brigitte Spieß brachte es gleich zu Anfang auf den Punkt „Führungskräfte werden von der nachwachsenden Generation herausgefordert, denn sie bevorzugen einen anderen Führungsstil und neue Arbeitskulturen“. Auch RWE-Chief Medical Officer Prof. Dr. Christian Feldhaus machte klar, dass Führungskräfte es heute mit gleich sechs verschiedenen Generationen zu tun haben, die gleichzeitig in einem Unternehmen arbeiten und die jede für sich, eigene Ansprüche an Führung stellen. Es gehe in Zukunft um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und um die Vielfalt von Teams, die eine Quelle für Innovation und Inspiration in der Arbeitskultur des 21. Jahrhunderts darstellen. Alles Themen, die das Buch, mit Beiträgen von 27 Autoren aus der Start-Up Szene, aus Großkonzernen, mittelständischen Unternehmen, der Kultur, der Psychologie etc. in sich versammelt.

    Nach einer Vorstellung der einzelnen Kapitel rissen vier Impulsvorträge von Autor/innen des Buches das Publikum mit. Yukiko Kobayashi machte den Anfang mit einem Einblick in ihr Unternehmen Impact Dock, das in Hamburg ein Netzwerk von Menschen unterschiedlichster Hintergründe, Generationen und Kulturen nutzt, um eine Verbindung von erfolgreichem unternehmerischen Handeln und gesellschaftlichen Zielsetzungen anzustreben. So treffen sich bei den regelmäßigen Meetings Millionäre mit Flüchtlingen oder Wilhelmsburger Basketballern. Die gegensätzlichen Perspektiven der sogenannten „Unlikely Allies“ schaffen ein Verständnis für die Bedürfnisse des jeweils anderen, wie es sonst nicht möglich wäre, so die Gründerin, denn Vorstände seien auch heute noch mehrheitlich männlich, weiß und fortgeschrittenen Alters.

    Der Psychologe und Manager-Berater Louis Lewitan machte anschließend eindrucksvoll klar, wie sehr die Macht der Emotionen in den Unternehmen unterschätzt wird. Heute, so Lewitan, würden Probleme oft nur benannt, ohne daraus entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Mensch brauche seine Intuition, er sei archaisch, er spüre etwas, aber er nutze es nicht – und schon gar nicht im Management. Statt neue Kompetenzen, bräuchte es viel mehr Persönlichkeiten in den Führungsetagen, so der Psychologe und Stress-Experte.

    Andreas Greve, Mitgründer und Geschäftsführer der nextpractice GmbH befragte im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 400 TOP-Führungskräfte in Deutschland zur Führungskultur im Wandel und erhielt teils erstaunliche Rückmeldungen. So befürworteten 80% der Führungskräfte einen Paradigmenwechsel in der Führungskultur – weg von der reinen Effizienzorientierung, die wir seit den 1980ern anstreben. Die nächsten anstehenden Schritte richteten sich auf mehr Verteilungsgerechtigkeit und das Führen von ergebnisoffenen Prozessen, darin liege die Zukunft der Führung.

    Und auch Frank Kohl-Boas, Head of HR bei Google, sah die von Google praktizierte mitarbeiterzentrierte Führungskultur als einen wesentlichen Faktor des Erfolges, beispielsweise in der Gewinnung der besten Mitarbeiter/innen, denn schließlich brauche man diese, um das beste Produkt zu entwickeln. Ausschließlich die Mitarbeiter/innen würden den Unterschied eines Unternehmens ausmachen, denn sie verhielten sich zum Kunden so, wie das Unternehmen zum Mitarbeiter.

    Chief Medical Officer der RWE AG, Prof. Dr. Christian Feldhaus, ging in seinem Impulsvortrag auf die Gesundheit in der Führung ein. So seien nicht die fünf Prozent Krankenstand derer, die krank zuhause das Bett hüteten, das Problem, sondern der Verlust an Arbeitskraft durch diejenigen, die durch Faktoren wie Burnout, Mobbing, privaten Ärger, Stress, Demotivation, die innere Kündigung, Überstunden, Führungsschwäche etc. zwar am Arbeitsplatz erscheinen würden, aber trotzdem keine 100% Performance am Arbeitsplatz erbringen könnten. Diese Zahl sei weitaus höher als der dauerhafte Krankenstand von 5%. Abschließend hob er besonders den Zusammenhang von Führung und Motivation heraus - beide Faktoren weisen eine hohe Korrelation auf.

    Über die EBC Hochschule:
    Die EBC Hochschule ist eine private Hochschule mit den Standorten Hamburg, Berlin und Düsseldorf und bietet wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge mit hohem Sprach- und Praxisanteil. Kurze Studienzeiten, Fremdsprachen, integrierte Praktika und Auslandssemester führen zu internationalen und staatlich anerkannten Abschlüssen, die die idealen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufsstart schaffen. Mehr Informationen unter www.ebc-hochschule.de.


    Weitere Informationen:

    http://www.ebc-hochschule.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Psychologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    V.l.n.r.: Frank Kohl-Boas, Christian Feldhaus, Andreas Greve, Nicole Fabisch, Yukiko Kobayashi, Brigitte Spieß, Louis Lewitan


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