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23.11.2016 10:32

UDE: Variantenwörterbuch jetzt auch mit Mennoniten- und Namibierdeutsch

Beate Kostka M.A. Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Ägrisch sagen die Rumäniendeutschen zur Stachelbeere. Für Mennoniten ist die Autobahn ein Hochweg. Namibier bezeichnen mitunter eine Ziege als Bokkie – all dies und noch viel mehr steht im „Variantenwörterbuch des Deutschen“, das nun in zweiter, völlig neu bearbeiteter Auflage erschienen ist. Linguistikprofessor Ulrich Ammon von der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat das einmalige und mitunter amüsante Nachschlagewerk zusammen mit Forscherteams aus Basel und Innsbruck erarbeitet und jetzt nochmals erweitert.

    Insgesamt 40 Wissenschaftler waren an der Neuauflage beteiligt, die rund 12.000 national wie regional geprägte Wörter und Wendungen des „richtigen Hochdeutschs“ umfasst. Neu sind die Einträge der deutschen Sprachgebiete in Rumänien, Namibia und den Mennonitensiedlungen in Mexiko. Prof. Ammon: „Dies zeigt doch, wie international die deutsche Sprache ist. Das wird heute leider oft vergessen.“ Außen vor blieben die Fach- und Verwaltungssprache, Dialekte, Veraltetes, selten Verwendetes und Umgangssprachliches.

    Die vor zwölf Jahren erschienene erste Auflage des 900 Seiten-Werks erwies sich als Publikumsrenner, so Professor Dr. Ulrich Ammon. Er ist einer der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Soziolinguistik und neueren Geschichte der deutschen Sprache. Das Gemeinschaftsprojekt „Variantenwörterbuch“ geht auf seine Initiative zurück.

    Die drei Forschergruppen durchforsteten dafür Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, populärwissenschaftliche Sachbücher, gehobene und Trivialromane, Krimis, Kinder- und Jugendbücher, Prosatexte, Broschüren, Werbematerialen, Formulare, Gesetzestexte, mündliche Quellen und natürlich das Internet. Die Einträge sind systematisch aufbereitet und dargestellt. Geographische Verbreitung, Gebrauch, Herkunft, Grammatik und Orthografie sind dokumentiert.

    „Für über 90 Prozent der aufgenommenen Wörter und Wendungen gibt es eine oder mehrere Varianten gleicher Bedeutung in den anderen Nationen oder Regionen des deutschen Sprachgebiets“, sagt Ammon. Für manche gibt es dagegen keine Entsprechung, nur eine gemeindeutsche Übersetzung, etwa für die in der Schweiz gängige Wendung „in abgesägten Hosen dastehen" (bloßgestellt sein).

    Gedacht ist das Variantenwörterbuch für Germanisten, Deutschlernende und -lehrende, für Medien- oder Tourismusfachleute oder als Nachschlagewerk für Leser deutschsprachiger Literatur. Manchen mag es auch zur Verständigung im Alltag dienen. Auch Nutzer mit rein „folkloristischem Interesse“ schließt Ammon nicht aus. Denn auch sie kommen auf ihre Kosten. Ein Eintrag unter „K“: Der bundesdeutsche Korinthenkacker ist bei den österreichischen Nachbarn ein Tüpferlreiter und in der Schweiz ein Tüpflischeisser. Eine wirklich schöne Variante.

    Ulrich Ammon u.a.: „Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen“, 2. Völlig neu bearbeitete Auflage, de Gruyter, 2016, gebunden 99,95 Euro Euro. Rezensionsexemplare sind ausschließlich über den Verlag de Gruyter erhältlich

    Weitere Informationen: Prof. Ulrich Ammon, Institut für Germanistik, Tel. privat 02066/56651, ulrich.ammon@uni-due.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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