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20.12.2016 09:48

Ein Navigationssystem für die Energiewende

Eva Söderman Presse und Kommunikation
Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

    Auftakt für das Kopernikus-Projekt zu systemischen Vernetzungen

    Über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 76 Institutionen tagen vom 19. bis 21. Dezember 2016 in Berlin, um das Kopernikus-Projekt „Energiewende-Navigationssystem“ auf den Weg zu bringen. Insgesamt 64 Wissenschaftseinrichtungen bilden das Konsortium, erweitert um Partner-Institutionen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Koordiniert wird der Forschungsverbund vom Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS).

    Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat für vier „Kopernikus-Projekte zur Energiewende“ Förderzusagen in Höhe von insgesamt bis zu 400 Millionen Euro gegeben. Angelegt auf eine Laufzeit von zehn Jahren sollen die vier Forschungsverbünde unterschiedliche Aspekte der Energiewende erforschen und konkrete Vorschläge erarbeiten. Zusammengeführt werden die Ergebnisse im Kopernikus-Projekt „Energiewende-Navigationssystem“, das vom IASS koordiniert wird und das helfen soll, die Optionen für eine gelingende Energiewende aufzuzeigen und richtige Entscheidungen zu befördern.

    In seinem Grußwort zur Eröffnung des Treffens betonte der im BMBF für die Zukunftsvorsorge zuständige Abteilungsleiter Karl Eugen Huthmacher: „Die Energiewende ist als kontinuierlicher Lernprozess zu begreifen, deren Fortgang gleichwohl von Unsicherheiten geprägt ist. Einen ‚Masterplan‘ kann es nicht geben – und wird es nicht geben. Wir stehen immer wieder vor der Herausforderung, kurz- und langfristige Entwicklungen aufzugreifen. Wir müssen in der Lage sein, unser Vorgehen zu überprüfen und wenn nötig nachzujustieren. Das kann nur mithilfe der Forschung gelingen. Hier setzt ‚ENavi‘ an.“

    Das größte sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt der Bundesrepublik
    „So ein Forschungsprogramm hat es noch nie gegeben“, sagt der Sprecher des Konsortiums, IASS-Direktor Ortwin Renn: „Es ist das größte sozialwissenschaftliche Kooperationsprojekt, das es in Deutschland je gab.“ Im Unterschied zu den drei eher technologisch ausgerichteten Kopernikus-Projekten, die sich um neue Netzstrukturen, modernisierte Industrieprozesse und Speichermöglichkeiten kümmern, vereint das Kopernikus-Projekt „Energiewende-Navigation“ auch vielfältigen sozialwissenschaftlichen Sachverstand und sorgt für die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure aus Politik, Wirtschaft und der Öffentlichkeit.

    Die Rückkopplung in die Öffentlichkeit hatte auch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Projektvorstellung am 13. Oktober 2016 in Jülich gefordert: „Bereitschaft zur Energiewende kann man nicht verordnen, darüber muss man nachdenken, die Akzeptanz muss man erforschen.“

    Ziel des Projekts ist es, ein funktionierendes, praktikables, flexibles und akzeptiertes System zu entwickeln, das es erlaubt, die Folgen technologischer Entwicklungen oder auch politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen abzuschätzen.

    „Interventionsfolgenabschätzung“ nennt Ortwin Renn den Kernauftrag des zu entwickelnden Navigationsinstruments: „Es geht darum, die Auswirkungen von Entscheidungen besser einschätzen zu können. Dazu müssen wir die unterschiedlichen Disziplinen und Modelle verbinden, Querverweise und Vernetzungen im hochkomplexen Feld der Energieversorgung kennenlernen, Informationslücken schließen und das Gesamtsystem darstellen. Das haben wir uns für die erste Projektphase vorgenommen.“

    „Reallabore“ von Bollewick bis Rosenheim
    Eine weitere Besonderheit des Kopernikus-Konsortiums: Beteiligt sind Modellregionen, die ab 2019, in der zweiten Phase der zehnjährigen Projektlaufzeit, als „Reallabore“ erproben werden, was das Navigationssystem empfiehlt. Dazu sind verschiedene Modellregionen aus Deutschland im Kopernikus-Projekt integriert, vom kleinen Ort Bollewick in Mecklenburg-Vorpommern bis zu städtischen Energieversorgern aus Städten wie Heidelberg oder Rosenheim. Bis zu 50 Regionen können es in der Erprobungsphase werden.

    Bei der Auftaktveranstaltung in Berlin fixieren die Partnerinstitutionen, die das Konsortium des Kopernikus-Projektes „Energiewende-Navigation“ bilden, zunächst die ersten konkreten Schritte zum Erreichen ihrer Etappenziele sowie die Organisation der Zusammenarbeit. In insgesamt 14 „Arbeitspaketen“ werden die verschiedenen Einzelaspekte der hochkomplexen Aufgabenstellung erforscht.

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
    Eva Söderman
    Leiterin Presse & Kommunikation
    Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.
    Berliner Straße 130, 14467 Potsdam
    Tel. +49 (0)331 288 22-340/341
    E-Mail eva.soederman@iass-potsdam.de / bianca.schroeder@iass-potsdam.de
    www.iass-potsdam.de

    Das von den Forschungsministerien des Bundes und des Landes Brandenburg geförderte Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) hat das Ziel, Entwicklungspfade für die globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen. Das IASS folgt einem transdiszipli-nären, dialogorientierten Ansatz zur gemeinsamen Entwicklung des Problemverständnisses und von Lösungsoptionen in Kooperation zwischen den Wissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein starkes nationales und internationales Partnernetzwerk unterstützt die Arbeit des Instituts. Zentrale Forschungsthemen sind u.a. die Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation.


    Weitere Informationen:

    https://www.kopernikus-projekte.de
    http://www.iass-potsdam.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Energie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    IASS-Direktor Ortwin Renn begrüßt die rund 200 Wissenschaftler beim Auftakttreffen des Kopernikus-Projekts "Energiewende-Navigationssystem" in Berlin


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