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06.02.2017 14:35

Digitalisierung erfordert Transparenz und Partizipation

Susanne Bossemeyer Stabsstelle 2 – Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
FernUniversität in Hagen

    FernUni-Tagung zur Digitalisierung in Berlin: Die Diskussion um neue Technologien und deren Folgen ist im vollen Gange – eine ausführliche Dokumentation mit Filmen und Videointerviews zur Veranstaltung.

    „Die Formen, wie Menschen Wissen erwerben, haben sich durch die Digitalisierung verändert. Es sind mehr Menschen beteiligt, mit mehr technologischen Möglichkeiten auf mehr Feldern.“ Prof. Dr. Felix Stalder von der Hochschule der Künste in Zürich formulierte aus dieser Zustandsbeschreibung einen Appell an die Hochschulen: „Hochschulen müssen sich der Diskussion um die eigene Legitimität stellen und sich aktiv an gesellschaftlichen Transformationsprozessen beteiligen.“ Seine Keynote auf der Konferenz der FernUniversität „Veränderung durch Digitalisierung – Lernen von anderen Branchen“ in der Landesvertretung NRW in Berlin gab wertvolle Impulse für den Tag.
    „Es sind Veränderungsprozesse im Gange. Damit sind Herausforderungen für die Institution verbunden“, stellte auch Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen, voran. Um einen Umgang mit Digitalisierung zu finden, hatte die FernUniversität Vertreterinnen und Vertreter anderer Hochschulen, aus der Bildungspolitik, Medien- und Musikbranche eingeladen.
    Einige Branchen hat die Digitalisierung bereits umgekrempelt: Medien-, Musik- und Dienstleistungssektor haben mit Anpassungen über völlig neue Geschäftsmodelle reagiert.

    Dazu hat wesentlich die Entwicklung neuer Speichermedien beigetragen. Das mp3-Format etwa hat die „Musik von physikalischen Trägermedien befreit“, wie der Mitentwickler Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karlheinz Brandenburg vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie es formuliert. Die Musikbranche reagierte mit neuen Vertriebswegen und Geschäftsmodellen.
    In einem ähnlichen technik-getriebenen Umwälzungsprozess befinden sich die Medien. Mit einer einfachen und klaren Botschaft brachte ihn Romanus Otte, Leiter der „Axel Springer Global Networks“, mit: „Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ Entscheidend sei, sich als Bildungsinstitution auf seine „Kernmission“ zu besinnen und daran festzuhalten.

    Die Botschaften aus der Musik-, Medien- und Dienstleistungsbranche wurden in der Landesvertretung durchaus auch kontrovers diskutiert und im Hinblick darauf, wie übertragbar die Erfahrungen auf die Hochschulen sind. Es fielen Schlagworte wie Transparenz und Partizipation. Die Formen, wie Menschen Wissen erwerben, haben sich bereits verändert und werden sich weiter verändern.
    Auf den Punkt brachte es Organisationsforscher Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani: Menschen stellten sich „Lernpfade“ zusammen: aus Lernen an traditionellen Bildungsinstitutionen, in Projekten und in Communities – über alle Lebensphasen hinweg. Aufgabe von Hochschulen und Lehrenden könne es deshalb sein, diese Lernpfade zu strukturieren und Lernende zu coachen. „Dazu bieten die neuen Tools mehr Möglichkeiten.“
    Auch Prof. Dr. Ulrike Baumöl vom Lehrstuhl für BWL, insbes. Informationsmanagement
    an der FernUniversität in Hagen meint: „Lehrende etwa sollten gegenüber Studierenden eine pro-aktive, integrierende Rolle einnehmen. Sie müssen Informationen filtern und einordnen. Insofern ändert sich am Kernmodell Universität nicht so viel.“

    Eine wichtige Aufgabe fällt der Politik zu: Das Zusammenspiel zwischen der politischen und der institutionellen Ebene ist entscheidend in der Bewältigung der digitalen Herausforderung. Chancengerechtigkeit, Zugänglichkeit des Wissens, internationale Wettbewerbsfähigkeit, kulturelle Vielfalt müssen unter den Rahmenbedingungen der Digitalisierung bewahrt werden.
    Für die Rolle der Politik resümierte Dr. Dietmar Möhler als Abteilungsleiter Hochschulplanung im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW: „Ich nehme mit, dass wir noch nicht am Ende unserer Überlegung sind, wie wir unser Hochschulsystem neu einzustellen haben. Die Universitäten haben da eine eigene Aufgabe: Nämlich nicht nur die Technik zu bewältigen, sondern auch den Umgang mit den neuen Medien zu begleiten und zu diskutieren.“ Digitalisierung müsse als strategischer Prozess verstanden werden, in dem sich Hochschulen und Regierungsinstitutionen möglichst vernetzen und austauschen.

    In NRW haben Land und Hochschulen dazu die Plattform Digitale Hochschule NRW gegründet, deren Sprecherin FernUni-Rektorin Ada Pellert ist: „Digitale Initiativen, die bereits erfolgreich in NRW laufen, bekommen durch die Digitale Hochschule einen Extraschub. Für die Entwicklung neuer Projekte entsteht eine interessante Kooperationsplattform. Wir brauchen auch solche Orte für den Diskurs über Digitalisierung.“


    Weitere Informationen:

    http://www.fernuni-hagen.de/themen/reihe_hochschulperspektiven/berlin/index.shtm...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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