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17.02.2017 10:27

Werkzeuge für Landwirte im Umgang mit Extremwetter und bei wichtigen Getreidekrankheiten

Dr. Gerlinde Nachtigall Pressestelle
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

    PStS Peter Bleser übergibt Förderbescheide für zwei Verbundforschungsprojekte, an das Julius Kühn-Institut.
    „Rasche, effiziente, anwendungsorientierte und praxistaugliche Lösungen für aktuelle Fragen zu finden, ist wichtiges Ziel des ´Programms zur Innovationsförderung` des Landwirtschaftsministeriums“, so Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

    Klimatische Änderungen und das veränderte Auftreten extremer Witterungsereignisse wirken sich schon jetzt auf die Produktion von Kulturpflanzen in Deutschland aus. Manche Krankheitserreger breiten sich stärker aus, andere verändern sich, neue kommen hinzu. Zu plötzlich auftretenden Wetterereignissen wie Hagel oder Starkregen fehlen bisher ausreichende Daten.

    Gleich für zwei aus dem Programm geförderte Forschungsprojekte überreicht PStS Peter Bleser heute persönlich am Julius Kühn-Institut (JKI) in Kleinmachnow die Zuwendungsbescheide. Die Koordination beider Verbundprojekte namens EMRA und PROGPUC obliegt dem Julius Kühn-Institut.

    Das Verbundprojekt EMRA (Extremwettermonitoring und Risikoabschätzungssystem zur Bereitstellung von Entscheidungshilfen im Extremwettermanagement der Landwirtschaft) wird mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Die Projektpartner wollen aktuelle und erwartete Risiken von extremen Wetterereignissen besser und systematischer erfassen und bewerten. Über eine Onlineplattform und eine App können sich Betriebe an einem Monitoring beteiligen. Die so ständig wachsende Datenmenge wird in einer interaktiven Datenbank, dem sog. Informationsknoten, erfasst. Für die Abschätzung von Risiken werden diese Daten gezielt mit zahlreichen weiteren ergänzt (z. B. zu Kultur, Bewirtschaftung, Boden, Landnutzung oder Geodaten) und als Entscheidungshilfen an die Nutzer zurückgegeben.
    Ein wesentlicher Baustein des Projekts ist, die notwendigen Strukturen, Schnittstellen und Dienste aufzubauen. Diese müssen so konzipiert werden, dass sie für zusätzliche Punkte erweiterbar sind. „Dass die Projektpartner aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Praxis kommen, wird den langfristen Betrieb von EMRA sicherstellen“, prognostiziert Peter Bleser bei der Übergabe des Bescheids an die Projektkoordinatorin Sandra Krengel (JKI).

    Das zweite Projekt PROGPUC (Prognose- und Entscheidungshilfesystem zur Bekämpfung des Gelbrostes und Schwarzrostes in Winterweizen) forscht an zwei wichtigen Krankheitserregern beim Anbau von Weizen. Ziel des Verbundprojektes, an dem das JKI, die Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) und das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V. (ISIP) beteiligt sind, ist aufkommende Epidemien frühzeitig zu erkennen, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren und zu minimieren. Alle im Projekt erhobenen Daten fließen in ein Prognose- und Entscheidungshilfesystem ein. Dieses soll dann in das Beratungssystem ISIP integriert und für alle Anbaugebiete in Deutschland überprüft und angepasst werden. Landwirte erhalten so ökologisch und ökonomisch sinnvolle und individuelle Empfehlungen, wenn sie Weizenschwarzrost bzw. Gelbrost in ihren Weizenfeldern entdecken.

    Kurzinformation zu den Projekten:

    Projekt EMRA
    • Projektdauer: Februar 2017 - Januar 2020
    • Förderung: Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    • Fördermittel: Bundesmittel in Höhe von ca. 1,1 Millionen Euro
    • Projektpartner:
    - Julius Kühn-Institut (JKI) – Koordination Dr. Sandra Krengel (JKI-SF)
    - Deutscher Wetterdienst (DWD)
    - Forschungspartner: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
    - Unterauftragnehmer: Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V. (OVR) und
    Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
    Frankfurt/Oder (LELF)
    - Wirtschaftspartner: DELPHI IMM GmbH und proPlant Agrar-und Umweltinformatik GmbH

    Projekt PROGPUC
    • Projektdauer: Februar 2017 – März 2020
    • Förderung: Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    • Fördermittel: Bundesmittel in Höhe von ca. 300.000 Euro
    • Projektpartner:
    - Julius Kühn-Institut (JKI) – Koordination Dr. Bettina Klocke (JKI-SF)
    - Forschungspartner: Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und
    Programme im Pflanzenschutz (ZEPP)
    - Wirtschaftspartner: Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V. (ISIP)


    Weitere Informationen:

    http://www.julius-kuehn.de/presse - Bildmaterial zur Bescheidübergabe bei Presseinfo 4/2017


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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