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01.03.2017 13:03

Bessere Chancen – wachsende Unterschiede der Länder

Juliane Dölitzsch Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Erziehungswissenschaftler der Universität Jena präsentiert Chancenspiegel 2017 zum Vergleich von Bildungschancen von Schülern

    17 Jahre nach der ersten Pisa-Studie bescheinigt der heute (01.03.) in Berlin vorgestellte Chancenspiegel 2017 deutliche Fortschritte an deutschen Schulen. Schüler haben heute bessere Bildungschancen, jedoch stellt die Studie einen immer noch wachsenden Einfluss der Bundeslandzugehörigkeit fest. Die Schulleistungen insgesamt haben sich verbessert, weniger Schüler bleiben heute ohne Abschluss, doch nach wie vor beeinflusst die soziale Herkunft die Chancen der Schüler.

    Der Chancenspiegel ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung, des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund und des Instituts für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Von der FSU befasst sich Prof. Dr. Nils Berkemeyer mit der wissenschaftlichen Weiterentwicklung des Chancenspiegels und der Datenauswertung. Trotz einer beobachteten Modernisierung der Schulsysteme in Deutschland warnt der Schulpädagoge vor zu viel Euphorie: „Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind in manchen Bereichen frappierend.“ Zum Beispiel besuchen in Sachsen bis zu 80 Prozent der Schüler eine Ganztagsschule, in Bayern jedoch nur 15 Prozent.

    Länderübergreifende Standards nötig

    Die Möglichkeit, das Schulsystem objektiv und allumfassend zu evaluieren, sieht Berkemeyer derzeit noch gefährdet: „Als externe Beobachter sind wir auf zuverlässige Daten angewiesen, da besteht durchaus Handlungsbedarf. Die Statistikstellen der Länder bzw. der Kultusministerkonferenz müssen der Forschung dringend differenziertere Daten zur Verfügung stellen. Nur so kann ein umfängliches Bild der Situation des deutschen Schulsystems abgebildet werden.“ Dieses sei nötig, um (Gegen-)Maßnahmen zu entwickeln, ein weiteres Auseinanderdriften der Länder zu verhindern und die Möglichkeiten der Schüler in Deutschland langfristig anzugleichen – unabhängig von regionaler und sozialer Herkunft. „Welche Institutionen wie auf die Chancengerechtigkeit der Schulsysteme wirken, ist zukünftig verstärkt zu erforschen. Eindeutig ist, dass in Bund und Ländern über Standards gerechter Schulsysteme diskutiert werden sollte“, appelliert Prof. Berkemeyer an die Politik.

    Der Chancenspiegel ist ein Instrument des Schulsystemmonitorings, das Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit an Schulen erfasst und vergleicht. In den Dimensionen Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe werden ausgewählte Indikatoren aus amtlichen Statistiken und empirischen Leistungsvergleichsstudien verglichen. Mit der nun veröffentlichten vierten Ausgabe findet das Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung, der TU Dortmund und der Universität Jena nach sieben Jahren einen vorläufigen Abschluss. Über eine Fortführung in einigen Jahren wird noch entschieden. Weitere Informationen zum Chancenspiegel 2017 sind zu finden unter: http://www.chancen-spiegel.de/chancenspiegel.html.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Nils Berkemeyer
    Institut für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Fürstengraben 11, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 945360
    E-Mail: nils.berkemeyer[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.chancen-spiegel.de/chancenspiegel.html - weitere Informationen zum Chancenspiegel


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, jedermann
    Pädagogik / Bildung
    regional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Prof. Dr. Nils Berkemeyer von der Universität Jena gehört zum Autorenteam des Chancenspiegels. Die aktuelle Ausgabe zum Vergleich von Bildungschancen in Deutschland ist heute erschienen.


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