Mehr Raum für die Zukunft: Forschen für sichere und leichte Produkte der nächsten Generation

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13.03.2017 18:13

Mehr Raum für die Zukunft: Forschen für sichere und leichte Produkte der nächsten Generation

Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

    Für die Entwicklung neuer funktionaler, wirtschaftlicher und nachhaltiger Produkte arbeiten Forschungsteams des Fraunhofer WKI und der Hochschule Hannover an der Kombination positiver Eigenschaften unterschiedlicher Materialien. Die Anwendungsmöglichkeiten liegen unter anderem im automobilen Leichtbau. In Hannover entstand für diese Forschung eine neue Technikhalle.

    »Das Spannende an dem neuen Technikum sind die damit geschaffenen technischen Möglichkeiten, Kunststoffe und Naturfasern in einem Bauteil zu kombinieren. Somit eröffnen wir völlig neue Einsatzbereiche für die nahe Zukunft. Gleichzeitig weisen diese Produkte einen geringen ökologischen Fußabdruck auf.« erklärt Prof. Dr.-Ing. Bohumil Kasal, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI in Braunschweig.

    Mit Naturfasern verstärkte biobasierte Kunststoffe können beispielsweise für Leichtbau-Karosserien sowie für Innen- und Motorraumteile eingesetzt werden. Ergänzend zur Herstellung derartig neuer Materialien steht die Erforschung nachhaltiger Verwertungsstrategien der Bauteile und ihrer Nebenprodukte im Fokus.

    Die Hochschule Hannover (HsH) koordinierte und finanzierte den Bau der Technikhalle, die technische und maschinelle Ausstattung erfolgte kooperativ zwischen der Hochschule Hannover und dem Fraunhofer WKI in Braunschweig. »Mit der Technikhalle am Campus Ahlem stärken wir die anwendungsorientierte Forschung an der Hochschule Hannover – und das auf einem Gebiet, das einen Megatrend darstellt.« Mit diesen Worten begrüßte der Präsident der HsH, Josef von Helden, heute anlässlich der Einweihungsveranstaltung die rund 150 geladenen Gäste aus Politik, Industrie und Wissenschaft. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić betonte in ihrem Grußwort: »Forschung im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe gewinnt insbesondere im Rahmen des Klimaschutzes zunehmend an Bedeutung. Mit der neuen Technikumshalle stärkt die Hochschule Hannover diese nachhaltige Forschung. Dabei ist der Neubau auch ein wichtiger Baustein auf dem zukünftigen Weg der Zusammenarbeit der Hochschule mit ihren Partnern.«

    Seit 2012 gibt es das Anwendungszentrum HOFZET des Fraunhofer WKI am Campus Ahlem. Die enge Verflechtung des HsH-Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe – dem IfBB – mit der Fraunhofer-Gesellschaft ist auch daran zu erkennen, dass Professor Dr.-Ing. Hans-Josef Endres beide Einrichtungen leitet: das IfBB und das HOFZET. Er ist seit kurzem auch kooptierter Professor an der TU Braunschweig. »Die neue Technikhalle ist ein Meilenstein, der Forschung und Zusammenarbeit der Institutionen sehr schön sichtbar macht,« sagte Hans-Josef Endres.

    »Wir freuen uns, dass mit dem Anwendungszentrum HOFZET die Grundlagenforschung der Hochschule Hannover zu Biokunststoffen und Bioverbundwerkstoffen gestärkt und die Ergebnisse durch unsere anwendungsorientierte Forschung in die industrielle Praxis übertragen werden. Seit mehr als 70 Jahren befassen sich die Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer WKI bereits mit der Nutzung von nachwachsenden Naturfasern und Derivaten unter anderem für technische und bauliche Anwendungen«, so Professor Kasal weiter.

    Das Anwendungszentrum HOFZET ist eines der ersten Anwendungszentren der Fraunhofer-Gesellschaft an einer Fachhochschule. Im Verbund mit der Hochschule Hannover bietet das Anwendungszentrum HOFZET ein breites Spektrum an Herstellungsprozessen und Untersuchungsmethoden in den Bereichen Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an. Mit der technischen Infrastruktur kann die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff über den maßgeschneiderten Werkstoff bis hin zum fertigen Bauteil durchlaufen und optimiert werden. Unter anderem wurde eine Zweikomponenten-Spritzgießmaschine angeschafft, mit der es möglich ist, zwei verschiedene Kunststoffe und Naturfasern in einem Arbeitsgang in einem Bauteil zu kombinieren. Ein spezieller Industrieroboter sorgt für die automatische Entnahme von Bauteilen oder das Einlegen von Organoblechen, das heißt von thermoplastisch zu verarbeitenden langfaserverstärkten Verbundwerkstoffen.

    »Ich freue mich sehr über die neuen Möglichkeiten, an der Hochschule Hannover die Forschungsarbeiten technisch auf einem noch höheren Niveau weiter voranzutreiben. Im Hinblick auf eine zukunftsweisende Mobilität möchten wir ressourceneffiziente Bauteile aus hybriden Leichtbauwerkstoffen entwickeln, indem wir hoch belastbare aber ökologisch problematischen Carbonfasern nur an den hoch beanspruchten Stellen im Bauteil positionieren und sie in allen anderen Bereichen durch ökologisch vorteilhafte Naturfasern ersetzen«, so Professor Hans-Josef Endres.

    Durch die Vernetzung mit der Open Hybrid LabFactory (OHLF) in Wolfsburg trägt das HOFZET zur Erforschung und Entwicklung neuer und innovativer Leichtbaukonzepte für kommende Fahrzeuggenerationen bei. Weitere Partner des HOFZET sind Unternehmen aus der Bau-, Möbel- und Umweltindustrie.

    Mit dem Aufbau des Forschungsstandorts Hannover setzt das Fraunhofer WKI einen weiteren Meilenstein um, der Industrie anwendungsorientierte Forschung und deren Umsetzung in die Praxis anzubieten.


    Weitere Informationen:

    https://www.wki.fraunhofer.de/de/presse-medien/pi_einweihung-technikhalle-hofzet...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Chemie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Kooperationen, Organisatorisches
    Deutsch


    v.l.n.r.: Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Prof. Dr. Josef von Helden, Prof. Dr.-Ing. Bohumil Kasal, Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres


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    Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres (IfBB/HOFZET), die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajić und Prof. Dr.-Ing. Bohumil Kasal (Fraunhofer WKI)


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