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14.03.2017 10:46

Philipp Hainhofer: Ein „cultural broker“. DFG fördert Editionsprojekt

Antje Dauer Pressestelle
Herzog August Bibliothek

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit einer digitalen Philipp Hainhofer-Edition ein Großprojekt an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Universität Trier. Die Antragsteller Andreas Tacke, Ordinarius für Kunstgeschichte in Trier, und Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek, führen das Projekt in Kooperation durch.

    Unter der internen Leitung des Braunschweiger Hainhofer-Spezialisten Michael Wenzel werden die Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578–1647), die den Kern seines umfangreichen schriftlichen Nachlasses bilden, erstmals als kommentierte Edition vollständig und digital herausgegeben.

    Der Augsburger Kunstagent Hainhofer, war eine bedeutende Persönlichkeit für die Vermittlung von Kunst sowie von politischen und kulturellen Informationen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Hainhofer überschritt regelmäßig konfessionelle, politische und ständische Grenzen. Zu seinen Aktivitäten gehörten dabei geschäftliche, diplomatisch-politische und gelehrte Korrespondenzen. Er verfasste Reise- und Sammlungsbeschreibungen, die sich vorwiegend an höfische Kreise wandten. Darüber hinaus entwarf er komplexe Kunstkammerschränke, prunkvolle Möbel, die Sammlungsobjekte der Kunstkammer aufnahmen, und handelte mit Kunstwerken, verschiedenen Luxusgütern, Büchern und Handschriften. Diese Handlungsfelder waren auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Auf diese Weise schuf Hainhofer geordnete Mikrokosmen als Antwort auf eine auseinanderdriftende konfessionelle und politische Welt am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges.

    Die DFG finanziert das „Langfristvorhaben“ mit insgesamt rund 2,9 Millionen Euro über 12 Jahre. Forschungsvorhaben in den Geistes- und Sozialwissenschaften werden von der DFG als „Langfristvorhaben“ nur unter der Voraussetzung ihrer zentralen wissenschaftlichen Bedeutung, ihrer gründlichen Vorbereitung und durchdachten Planung sowie ihrer professionellen Leitung gefördert. Das Hainhofer-Projekt ist in vier Förderphasen unterteilt, die jeweils positiv evaluiert sein müssen, bevor eine Fortsetzung genehmigt wird.

    Als Kooperationspartner und wissenschaftlicher Beirat wirken Wolfgang Augustyn (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München), Thomas DaCosta Kaufmann, (Princeton University), Marika Keblusek (Universiteit Leiden), Ulinka Rublack (University of Cambridge) und Kim Siebenhüner (Universität Bern) mit.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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