David-Sackett-Preis 2017 zeichnet Forschung zu Routinedaten als Entscheidungsgrundlage aus

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16.03.2017 12:51

David-Sackett-Preis 2017 zeichnet Forschung zu Routinedaten als Entscheidungsgrundlage aus

Karsta Sauder Geschäftsstelle
Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.

    Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM) hat den David-Sackett-Preis 2017 am 10. März im Rahmen seiner 18. Jahrestagung in Hamburg an Dr. Lars G. Hemkens (Basel) für seine Forschungsarbeit zu Routinedaten verliehen.

    Gemeinsam mit Despina G. Contopoulos-Ioannidis und John P.A. Ioannidis (beide Stanford University) hat Lars G. Hemkens (Universitätsspital Basel, Institut für klinische Epidemiologie und Biostatistik) den Stellenwert von Routinedaten zur Beurteilung von Behandlungseffekten untersucht. Beobachtungsstudien mit diesen Daten, zum Beispiel Abrechnungsdaten von Krankenversicherern oder Daten aus medizinischen Registern, werden unter dem Stichwort „Real World Evidence“ zunehmend und offensiv von verschiedener Seite zur Bewertung des Nutzens medizinischer Interventionen propagiert. Zum Teil werden nicht-randomisierte Studien mit diesen Daten auch als Ersatz für traditionelle randomisierte klinische Studien gesehen, sogar im Bereich der Zulassung von Medikamenten durch die Europäische Zulassungsbehörde EMA.

    Die zentrale Publikation dieser Nominierung wurde im British Medical Journal veröffentlicht. Demnach sind nicht-randomisierte Routinedatenstudien keine verlässliche Evidenz, um klinische Entscheidungen zu stützen, da ihre Ergebnisse häufig nicht vom „Goldstandard“ der randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) bestätigt werden. Auch werden mit solchen Routinedatenanalysen Behandlungsvorteile eher überschätzt. RCTs sollte besser nicht anhand solcher Analysen vorgegriffen werden, um Entscheidungen zum breiten Einsatz von medizinischen Maßnahmen und Erstattungsentscheidungen zu treffen.

    Die Forschungsarbeiten von Dr. Lars Hemkens und Koautoren seien wegweisend für die weitere nationale und internationale Diskussion über die Verwendung von Routinedaten für evidenzbasierte Behandlungs- und Versorgungsentscheidungen, hebt Andrea Siebenhofer-Kroitzsch, Professorin an den Universitäten Graz und Frankfurt, in ihrer Laudatio hervor und ergänzt: „Sie verdeutlichen auf einer empirischen Basis die Probleme mit Beobachtungsstudien, weisen aber auch konstruktiv auf Lösungswege hin und geben konkrete Hinweise für strukturelle Verbesserungen“.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Preisträger Lars G. Hemkens, Andrea Siebenhofer-Kroitzsch (Laudatorin) und Ingrid Mühlhauser (DNEbM-Vorstand)


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