Entdeckung eines Biomarkers zur Identifizierung der ruhenden Zellen des HIV

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07.04.2017 16:49

Entdeckung eines Biomarkers zur Identifizierung der ruhenden Zellen des HIV

Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung
Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

    Französische Forscher des CNRS und der Universität Montpellier haben einen Biomarker identifiziert, der die Differenzierung zwischen Schläfer-Zellen mit HIV und gesunden Zellen ermöglicht. Mit dieser Entdeckung können die sogenannten „Reservoir-Zellen“ [1] isoliert und analysiert werden. Diese Zellen sind verantwortlich für die Viruspersistenz, da durch sie die Viruslast des Patienten unter der Nachweisgrenze verbleibt. Dieses Ergebnis ebnet den Weg für neue therapeutische Ansätze.

    Französische Forscher des CNRS und der Universität Montpellier haben einen Biomarker identifiziert, der die Differenzierung zwischen Schläfer-Zellen mit HIV und gesunden Zellen ermöglicht. Mit dieser Entdeckung können die sogenannten „Reservoir-Zellen“ [1] isoliert und analysiert werden. Diese Zellen sind verantwortlich für die Viruspersistenz, da durch sie die Viruslast des Patienten unter der Nachweisgrenze verbleibt. Dieses Ergebnis ebnet den Weg für neue therapeutische Ansätze.

    Seit 1996 glaubt die wissenschaftliche Gemeinschaft, dass die Heilung von HIV nur durch eine gezielte Behandlung der Reservoir-Zellen möglich ist. Das ruhende HIV kann sich über Jahrzehnte in diesen Zellen verstecken und so der Behandlung entgehen. Unterbricht ein Patient seine Behandlung, vermehrt sich das Virus und die Krankheit schreitet weiter fort. Deshalb ist es wichtig, diese Reservoir-Zellen identifizieren zu können, um so diese schlafenden Viren zu entfernen.

    Zunächst haben die Forscher an einem in vitro-Infektionsmodell gearbeitet. Durch einen Vergleich zwischen infizierten und gesunden Zellen haben sie festgestellt, dass ein einziges Protein – das Protein CD32a – nur an der Oberfläche der infizierten Zellen vorkommt. Zur Prüfung ihrer Hypothese, dass dieses Protein ein Marker für die Reservoir-Zellen ist, wurde 12 HIV-Patienten, die sich in Behandlung befinden, Blut entnommen, um die Zellen mit diesem Marker zu isolieren und zu analysieren. Ergebnis: Fast alle Zellen waren Träger des Virus.

    Die erneute Aktivierung dieser Zellen in vitro hat zu einer Erzeugung von Viren geführt, welche die gesunden Zellen abermals infizieren konnten. Das Entfernen dieser Zellen hingegen hat die Virenproduktion deutlich hinausgezögert. Diese Entdeckung ermöglicht ein besseres Verständnis der Reservoir-Zellen und könnte langfristig zu Behandlungsstrategien führen, um die ruhenden Viren aus dem Organismus zu entfernen.

    [1] Reservoir-Zellen sind infizierte, aber ruhende Immunzellen, die ein Virus-Reservoir bilden und somit eine vollständige Heilung verhindern, da die derzeit verfügbaren Medikamente diese nicht erreichen. Da ruhende Immunzellen Abwehrmechanismen gegen HIV besitzen, gelingt die Infektion zwar nur bei sehr wenigen Zellen, diese reichen aber aus, dass sich die Viren von dort aus immer wieder im Körper ausbreiten können.



    Originalpublikation: Descours, B., Petitjean, G., López-Zaragoza, J. L., Bruel, T., Raffel, R., Psomas, C., … & Lelievre, J. D. (2017). CD32a is a marker of a CD4 T-cell HIV reservoir harbouring replication-competent proviruses. Nature.

    Quelle: “Découverte d’un marqueur du réservoir du VIH : une nouvelle piste pour éliminer le virus”, Pressemitteilung des Inserm, 15.03.2017 – http://presse.inserm.fr/decouverte-d-un-marqueur-du-reservoir-du-vih-une-nouvell...

    Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.fr


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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