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21.04.2017 14:35

Hessische Universitäten unterstützen „Science March“

Lisa Dittrich Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Aufruf der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) zur Beteiligung an den Demonstrationen in Frankfurt und Kassel – Weitere Themen: Lehrerbildung, Projekt DEAL, Urheberrecht

    Die fünf hessischen Universitäten unterstützen den „Science March“, mit dem am Samstag, 22. April 2017, in vielen deutschen Städten und rund um den Globus ein deutliches Zeichen für die Freiheit der Wissenschaft gesetzt wird. „In Zeiten, in denen die Unterscheidung zwischen Fakten und der Interpretation von Fakten verloren zu gehen droht und damit der Kern der Wissenschaft in Gefahr ist, gilt es, die Wissenschaft als ein hohes Gut zu schützen“, betonte Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Sprecher der Konferenz Hessischer Universitäten (KHU). Die KHU hat in ihrer Sitzung am Freitag zur Beteiligung an den Demonstrationen aufgerufen, die in Frankfurt am Main und Kassel stattfinden.

    „Wissenschaftliche Erkenntnisse können nur in einem offenen, freien und internationalen Diskurs gewonnen werden. In einer global vernetzten Wissenschaftsgemeinde gilt: Wenn in anderen Ländern die Wissenschaftsfreiheit bedroht ist, geht uns das auch in Hessen unmittelbar an“, fügte Prof. Mukherjee auch im Namen der vier anderen Universitätspräsidentinnen und -präsidenten (Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Technische Universität Darmstadt, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Universität Kassel, Prof. Dr. Katharina Krause, Philipps-Universität Marburg) hinzu.

    315 neue Studienplätze im Grund- und Förderschullehrahmt

    Die hessischen Universitäten nehmen ihren Teil der Verantwortung wahr, um dem auch langfristig bestehenden Lehrermangel in Hessen zu begegnen. Sie sind bereit – unter der Maßgabe der zusätzlichen Finanzierung durch das Land – ab dem Wintersemester 2017/18 landesweit 315 neue Studienplätze im Grund- und Förderschullehramt zur Verfügung zu stellen, wie die KHU mitteilte. Das entspricht einem Zuwachs in Höhe von 33 Prozent. "Wir danken dem Land, dass es das Gesprächsangebot der Universitäten im Hinblick auf neue Möglichkeiten der Lehrerfortbildung und -weiterbildung aufgegriffen hat", fügte der KHU-Sprecher hinzu.

    Projekt DEAL: Universitäten lehnen Individuallösungen in den Verhandlungen mit Verlag Elsevier ab

    Auf der Tagesordnung der KHU standen auch die Verhandlungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit dem Verlag Elsevier zum so genannten Projekt DEAL. Im Rahmen der DEAL-Projektgruppe, die von Prof. Dr. Horst Hippler, dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), geleitet wird, wollen die deutschen Wissenschaftsorganisationen bundesweite Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals) großer Wissenschaftsverlage ab dem Lizenzjahr 2017 erreichen. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Stillstands der Verhandlungen betonen die hessischen Universitäten, dass sie nicht bereit sind, die bestehenden und demnächst auslaufenden Verträge mit Elsevier zu verlängern. Gleichzeitig werden sie keine individuellen Lösungen mit dem Verlag anstreben. Durch die Effekte eines Konsortialvertrages auf Bundesebene sollen die einzelnen Einrichtungen finanziell entlastet und der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur für die Wissenschaft auf breiter und nachhaltiger Ebene verbessert werden. Die letzte Verhandlungsrunde war ergebnislos abgebrochen worden, da die Wissenschaftsorganisationen weiterhin auf ein Angebot von Elsevier warten, das ihren Forderungen entspricht.

    Verhandlungen mit der VG Wort zum Urheberrecht

    Gleichzeitig laufen derzeit auch die Verhandlungen zwischen der HRK, der Kultusministerkonferenz und der VG Wort über den neuen Rahmenvertrag zum Urheberrecht. Die KHU drängt weiter darauf, dass auch über den 30. September 2017 hinaus keine Einzelabrechnungen für Texte in digitalen Semesterapparaten notwendig werden. Der damit verbundene Verwaltungsaufwand sei den Universitäten nicht zuzumuten. Eine gangbare Lösung bietet aus Sicht der KHU der Anfang des Jahres veröffentlichte Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums für ein neues Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz.


    Weitere Informationen:

    http://marchforscience.de/
    https://www.projekt-deal.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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