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11.08.2003 08:40

Tübinger Forscher finden erstmals Schädeltumor bei frühen Menschen

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Wichtige Entdeckung in der Zeitschrift "The Lancet" veröffentlicht

    Wissenschaftler des Instituts für Anthropologie und Humangenetik sowie der Abteilung für Radiologische Diagnostik der EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN konnten zum ersten Mal nachweisen, dass das Meningeom, ein Schädeltumor, bereits bei dem frühesten Vorläufer des modernen Menschen, dem 365.000 Jahre alten Homo sapiens steinheimensis ausgebildet war. Bisher war der Tumor lediglich bei einem der frühesten Vertreter des Homo sapiens sapiens bekannt. Die Ergebnisse der Untersuchungen des Tübinger Teams aus Dr. Alfred Czarnetzki, Dr. Carsten M. Pusch und Erwin Schwaderer hat die Zeitschrift "The Lancet" nun in ihrer aktuellen Ausgabe in der Rubrik "Correspondence" veröffentlicht.

    Die Tübinger Forscher untersuchten einen gut erhaltenen fossilen Schädel, der in Steinheim/Murr (Baden-Württemberg) gefunden wurde. Das daran gefundene Meningeom ereicht eine ähnliche Größe wie die meisten heute diagnostizierten Tumoren. Jedoch ist das Großhirn des Steinheimers mit 1100 ccm etwas kleiner als das heutiger Menschen und auch die Lebensumstände waren schwieriger. Deshalb vermuten die Forscher, dass der Steinheimer aufgrund des Tumors unter ständigen Kopfschmerzen und Halbseitenlähmung gelitten haben könnte und schließlich auch an dem Meningeom starb.

    Meningeome haben eine jährliche altersbedingte Häufigkeit von zwei bis neun pro 100.000. Die geschätzte Populationsgröße der Jäger und Sammler in der Eiszeit (Pleistozän) liegt dagegen lediglich bei 25 bis 30 pro Gemeinschaft und insgesamt bei 10.000. Diese Zahlen verdeutlichen die große Seltenheit fossiler Meningeome.

    Eine Abbildung des Meningeoms am Homo sapiens steinheimensis finden Sie im Internet unter

    http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm672.html

    Auf Wunsch senden wir Ihnen eine Abbildung in guter Druckauflösung zu.

    Ansprechpartner für weitere Informationen:

    Dr. Alfred Czarnetzki
    Tel.: 07071-61391 oder 0160-96749548
    E-Mail: palaeoczarn@yahoo.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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