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20.06.2017 10:47

Nebenwirkungen beim Augenlasern reduzieren: Voruntersuchungen entscheiden über Behandlungserfolg

Lisa-Marie Ströhlein Pressestelle
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

    München – In rund 140 000 Operationen pro Jahr behandeln deutsche Augenärzte Fehlsichtigkeiten mit dem Augenlaser1. Mit einer Patientenzufriedenheit von 95 Prozent gehört die Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) zu den erfolgreichsten Operationsverfahren überhaupt. Langfristige Nebenwirkungen sind äußerst selten und treten häufig dann auf, wenn der Patient bereits vor der Operation an Beschwerden litt. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) verweist auf bestehende Empfehlungen zur Qualitätssicherung der LASIK und rät zu ausführlichen Voruntersuchungen und entsprechenden Aufklärungsgesprächen.

    Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland tragen eine Brille, um eine Kurz- oder Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung auszugleichen2. Um auf lange Sicht Kosten für Brillen und Kontaktlinsen zu sparen und die eigene Lebensqualität zu verbessern, lassen sich viele Betroffene mit einer LASIK-Operation behandeln. Mithilfe eines Laserstrahls öffnet der Augenarzt dabei die Hornhaut des Auges und entfernt einige Tausendstel-Millimeter Hornhautgewebe, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Dadurch verändert sich die Lichtbrechung im fehlsichtigen Auge und im Idealfall kann eine normale Brechkraft (Refraktion) erreicht werden. „Dank führender Technologie können wir mit der LASIK ein sehr erfolgreiches Verfahren anbieten, um eine Kurz- oder Weitsichtigkeit zu korrigieren“, sagt DOG-Präsident Professor Dr. med. Thomas Kohnen.

    In den sogenannten PROWL-Studien wurde berichtet, dass rund ein Drittel der Behandelten drei Monate nach der OP über trockene Augen mit Fremdkörpergefühl, Brennen und schlechte Nachtsicht klagt3. In den ersten Wochen nach der Behandlung sei dies aber nicht unüblich, da sich die Nervenbahnen in der Hornhaut neu aufbauen müssen, erklärt Kohnen. „Bei fast allen Patienten verschwinden die Beschwerden nach spätestens sechs Monaten“, so der Experte, der die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) der DOG und des Berufsverbands der Augenärzte leitet. Ausnahmen bildeten Patienten, die bereits vorher an trockenen Augen litten.

    Eine internationale Studie ergab, ähnlich wie die PROWL-Studien, dass nur ein bis zwei Prozent der behandelten Patienten mit dem Ergebnis unzufrieden waren4. Das war vor allem der Fall, wenn die Betroffenen trotz des Eingriffs noch eine Brille benötigten. „Da jedes Auge unterschiedlich heilt, kann bei etwa einem von zehn operierten Augen ein Restfehler von 0,5 Dioptrien bleiben“, erklärt Kohnen. Dieser könne aber nach drei Monaten Erholungszeit durch eine zweite Laser-OP korrigiert werden.

    „Die meisten Komplikationen entstehen nicht durch Operationsfehler, sondern durch schlechte Patientenauswahl“, sagt Kohnen. Der Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt verweist daher auf die Richtlinien der KRC. Diese empfiehlt die Laseroperation generell nur bei einer Fehlsichtigkeit von +3 bis -8 Dioptrien oder bei einer Hornhautverkrümmung bis zu 5 Dioptrien. Ist die Hornhaut ausreichend dick, können auch Fehlsichtigkeiten von +4 bis -10 Dioptrien korrigiert werden. Wer eine zu dünne Hornhaut hat, an einer Augenerkrankung leidet oder jünger als 18 Jahre ist, sollte auf die Behandlung verzichten. Eine Liste von Ärzten, die die Empfehlungen der KRC beherzigen, gibt es im Internet unter http://aad.to/krc/anwender.php.

    Quellen:
    (1) Anzahl der LASIK-Augenlaseroperationen in Deutschland in den Jahren 1996 bis 2020
    (2) Brillenstudie 2014, Zentralverband der Augenoptiker
    (3) Symptoms and Satisfaction of Patients in the Patient-Reported Outcomes With Laser In Situ Keratomileusis (PROWL) Studies
    Malvina Eydelman; Gene Hilmantel; Michelle E. Tarver; et al
    JAMA Ophthalmol. 2017;135(1):13-22
    (4) Helga P. Sandoval; Eric D. Donnenfeld; Thomas Kohnen
    Modern laser in situ keratomileusis outcomes
    J Cataract refract Surg 2016

    DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
    Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6500 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste augenärztliche Gesellschaft der Welt.

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    Kontakt für Journalisten:
    Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
    Pressestelle
    Lisa Ströhlein
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-459
    Telefax: 0711 8931-167
    stroehlein@medizinkommunikation.org
    http://www.dog.org


    Weitere Informationen:

    http://aad.to/krc/anwender.php
    http://www.zva.de/brillenstudie
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36378/umfrage/anzahl-der-lasik-op...
    http://www.dog.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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