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12.07.2017 15:03

Schutz vor gefährlicher Sonnenstrahlung: Mehr Schattenplätze an Kitas und Schulen

Lisa-Marie Ströhlein Pressestelle
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

    München – Jedes Jahr erblinden weltweit drei Millionen Menschen an den Folgen von Sonnenstrahlen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch hierzulande kann die Sonnenstrahlung auf Dauer zu Schäden am Auge führen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Um die Bevölkerung besser vor den gesundheitlichen Folgen von Sonnenstrahlen und Hitze zu schützen, fordern Mediziner und Meteorologen öffentliche Einrichtungen dazu auf, mehr schattige Plätze zu schaffen und die aktuelle UV-Stärke öffentlich anzuzeigen. Für den persönlichen Schutz raten Augenärzte zu Sonnenbrillen mit hohem UV-Filter und Aufenthalt im Schatten.

    Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel auch hierzulande zu mehr langanhaltenden Hitzewellen und vielen sonnigen Tagen führt „Dadurch sind wir Deutschen auch mehr gefährlicher Sonnenstrahlung ausgesetzt, die nicht nur der Haupt-Risikofaktor für Hautkrebs ist, sondern auch Augenerkrankungen wie den Grauen Star oder die Makuladegeneration begünstigen kann“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Stahl, der für die DOG am Grundsatzpapier mitgearbeitet hat. Darauf weist auch das UV-Schutz-Bündnis in einem aktuellen Grundsatzpapier hin, an dem die Fachgesellschaft für Augenheilkunde mitgewirkt hat.

    „Obwohl Ärzte und Behörden vielfach über die Risiken der Sonnenstrahlung aufklären, mangelt es häufig noch an ausreichendem Schutz in öffentlichen Einrichtungen oder für Menschen, die ihren Beruf im Freien ausüben“, sagt Professor Dr. med. Tim Krohne, der ebenfalls als Autor am Grundsatzpapier beteiligt war. Vor allem Schulen, Kindergärten, Fußgängerzonen oder Schwimmbäder brauchen mehr Schattenplätze, an denen sich Menschen vor Sonnenlicht und Hitze zurückziehen können, so der Experte. „Insbesondere Kinder müssen mehr Möglichkeiten haben, sich im Schatten aufhalten zu können, weil ihre Augen besonders empfindlich auf die Sonne reagieren“. Schon einige Bäume oder ein Sonnensegel können an heißen Tagen Schatten spenden. Die Experten fordern zudem Anzeigetafeln an öffentlichen Plätzen, die die Bevölkerung über die aktuelle Stärke der belastenden UV-Strahlung informieren.

    Für den persönlichen Schutz raten Augenärzte zu einer Sonnenbrille mit hohem UV-Filter: „Eine gute Brille sollte die kurzwellige UV-Strahlung bis zu 400 Nanometern fast vollständig absorbieren.“ Kunden sollten beim Kauf auf die Kennzeichnung „UV-Schutz 400“ und das CE-Zeichen achten. „Eine dunkle Tönung allein bietet nämlich keinen ausreichenden Schutz“, betont Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsidiumsmitglied der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Darüber hinaus muss die Brille durch die starke Streuung der UV-Strahlung die Augen möglichst von allen Seiten schützen. Entsprechend große Gläser oder die Form der Brille leisten in diesem Punkt ihre Dienste. „Große Sonnenbrillen sind also nicht nur modisch, sondern mit ausreichendem UV-Schutz auch für die Gesundheit der Augen sehr ratsam.“

    Das Grundsatzpapier „Vorbeugung gesundheitlicher Schäden durch die Sonne – Verhältnisprävention in der Stadt und auf dem Land: Grundsatzpapier des UV-Schutz-Bündnisses“ finden Sie im Internet unter http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-2017031414248

    DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
    Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6500 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste augenärztliche Gesellschaft der Welt.

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    Kontakt für Journalisten:
    Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
    Pressestelle
    Lisa Ströhlein
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-459
    Telefax: 0711 8931-167
    stroehlein@medizinkommunikation.org
    http://www.dog.org


    Weitere Informationen:

    http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-2017031414248
    http://www.dog.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
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