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14.07.2017 10:55

Steigerung des Kakao-Ertrags durch ökologische Intensivierung

Romas Bielke Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Kakao ist eines der weltweit am meisten gehandelten Wirtschaftsgüter. Ein wesentlicher Schlüssel zur Ertragssteigerung ist dabei die Optimierung der Bestäubung. Jedoch werden nur etwa fünf bis zehn Prozent der Kakaoblüten auf natürliche Weise bestäubt. Der Göttinger Agrarökologe Manuel Toledo-Hernández hat im Rahmen seiner Doktorarbeit Studien zur Bestäubung von Kakaopflanzen aus den vergangenen 70 Jahren ausgewertet. Seine dabei gewonnenen Erkenntnisse sowie offene Forschungsfragen hat er zusammengefasst und in der Fachzeitschrift "Agriculture, Ecosystems and Environment" veröffentlicht.

    Pressemitteilung Nr. 143/2017

    Steigerung des Kakao-Ertrags durch ökologische Intensivierung
    Göttinger Agrarökologen schlagen Maßnahmen zur Steigerung von Bestäubung und Fruchtansatz vor

    (pug) Kakao ist eines der weltweit am meisten gehandelten Wirtschaftsgüter. Ein wesentlicher Schlüssel zur Ertragssteigerung ist dabei die Optimierung der Bestäubung. Jedoch werden nur etwa fünf bis zehn Prozent der Kakaoblüten auf natürliche Weise bestäubt. Der Göttinger Agrarökologe Manuel Toledo-Hernández hat im Rahmen seiner Doktorarbeit Studien zur Bestäubung von Kakaopflanzen aus den vergangenen 70 Jahren ausgewertet. Seine dabei gewonnenen Erkenntnisse sowie offene Forschungsfragen hat er zusammengefasst und in der Fachzeitschrift "Agriculture, Ecosystems and Environment" veröffentlicht.

    „Es ist derzeit noch unklar, welche Gruppen oder Arten von winzigen Insekten, wie Mücken, Wespen oder Fliegen, die wichtigste Rolle bei der Bestäubung der Kakaopflanze spielen“, so Toledo-Hernández. „Außerdem ist nicht klar, wie Ameisen die Bestäubungsleistung fördern können oder wie durch Schatten- und Streumanagement der Ertrag zu fördern ist.“ Die natürliche Bestäubungsleistung könnte möglicherweise auch verbessert werden, indem Waldstreifen in der Nähe erhalten bleiben und Agroforstsysteme im Sinne einer Förderung der Biodiversität gepflegt werden. Frühere Studien haben zudem gezeigt, dass durch experimentelle Handbestäubung der Ertrag verdoppelt werden konnte. „Eine solche aufwändige Maßnahme ist zukünftig auch in Betracht zu ziehen“, so Toledo-Hernández.

    Den genannten Forschungslücken widmet sich Toledo-Hernandez derzeit mit experimenteller Feldforschung in Indonesien. „Einen Beitrag zur Optimierung der Kakaobestäubung und damit zur Ertragssteigerung bei den Kleinbauern Indonesiens und auch weltweit zu leisten, ist eine große und reizvolle Herausforderung“, betont Toledo-Hernández. Dr. Thomas Wanger und Prof. Dr. Teja Tscharntke, beide aus der Abteilung Agrarökologie und Betreuer der Arbeit, ergänzen: „Kakao-Bestäubung ist ein Schlüsseleffekt für die Ertragssteigerung und es ist erstaunlich, wie wenig Augenmerk in der Vergangenheit darauf gelegt wurde. Ein umweltfreundliches Management der Kakaoplantagen sollte sowohl Biodiversitäts-freundlich wie agronomisch bedeutsam sein.“

    Originalveröffentlichung: Manuel Toledo-Hernández, Thomas C. Wanger, Teja Tscharntke (2017): Neglected pollinators: Can enhanced pollination services improve cocoa yields? A review. Agriculture, Ecosystems and Environment 247: 137-148. Doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.agee.2017.05.021

    Hinweis an die Redaktionen:
    Fotos zum Thema haben wir im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5876 zum Download bereitgestellt.

    Kontakt:
    Manuel Toledo-Hernández, Prof. Dr. Teja Tscharntke
    Georg-August-Universität Göttingen
    Department für Nutzpflanzenwissenschaften – Abteilung Agrarökologie
    E-Mail: m1toledo@hotmail.com; ttschar@gwdg.de
    Internet: http://www.agroecology.uni-goettingen.de


    Weitere Informationen:

    http://Doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.agee.2017.05.021


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Kakaoblüten


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    Manuel Toledo-Hernández (links) mit einem Kleinbauern vor einer Kakaoplantage


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