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17.07.2017 12:24

Forschung mit gefährdeten WissenschaftlerInnen

Moritz Buchner Öffentlichkeitsarbeit
Forum Transregionale Studien

    Im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative hat das Forum Transregionale Studien die Möglichkeit erhalten, ein Stipendium an einen gefährdeten Wissenschaftler oder eine gefährdete Wissenschaftlerin zu vergeben.

    Seit 2011 hat das Forum Transregionale Studien über sein Forschungsprogramm „Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa“ (EUME) mit mehr als zehn Postdoc-Stipendien gefährdete und geflüchtete WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens in seine Arbeit eingebunden. Im kommenden akademischen Jahr können hier Forschende u.a. aus Ägypten, Syrien, der Türkei ihren Projekten nachgehen. Wir freuen uns deshalb sehr, mit einem Philipp Schwartz-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung eine weitere exzellente (und gefährdete) Person aus der Wissenschaft aufnehmen zu können.

    Schrumpfende Räume staatsbürgerlicher und akademischer Freiheiten, wie sie derzeit in mehreren Weltregionen zu verzeichnen sind, führen zu Ausgrenzung, Flucht und Exil. Die Arbeitsbedingungen für Forschende haben sich vor Ort teils in dramatischer Form verändert und mit ihnen auch die Kontexte der Regionalwissenschaften. In den 1930er- und 1940er-Jahren haben jüdische ForscherInnen in den USA, aber auch in der Türkei nicht nur Zuflucht gefunden, sondern sich auch in die Entwicklung der dortigen Wissenschaft eingebracht. Institutionen wie die renommierte New School in New York oder das Institute for Advanced Study in Princeton, aber auch viele Einrichtungen der türkischen Republik wären ohne sie als Orte der intellektuellen Offenheit, Neugier und Innovation nicht denkbar. „Die Unterstützung von gefährdeten KollegInnen ist nicht nur eine Frage der Solidarität“, sagt Georges Khalil, Wissenschaftlicher Koordinator des Forum Transregionale Studien. „Aus der Präsenz und der Gelegenheit zur Forschung mit SoziologInnen, HistorikerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen oder TheologInnen aus der Türkei, Syrien und anderen Ländern des Nahen Ostens ergeben sich auch große intellektuelle Chancen. Sie können differenzierende Impulse für die Internationalisierung unserer Universitäten geben, für eine breiter angelegte Forschung und Lehre, etwa zur modernen Türkei und für eine interkulturelle Öffnung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland.“

    Die Förderung im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative umfasst ein zweijähriges Vollzeitstipendium für eine gefährdete Wissenschaftlerin oder einen gefährdeten Wissenschaftlerin ab September 2017. Hinzu kommt eine institutionelle Pauschale, die das Forum einsetzen wird, um gemeinsam mit Partnereinrichtungen in- und außerhalb Berlins am Aufbau von Strukturen mitzuwirken, die gefährdeten und exilierten WissenschaftlerInnen neue Räume für ihre Forschung bieten.

    Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete ForscherInnen. Finanziert wird die Philipp Schwartz-Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung sowie die Stiftung Mercator.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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