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20.07.2017 15:56

TU Berlin: Jenseits vom Lärm

Stefanie Terp Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Technische Universität Berlin

    Bürgerbeteiligung bei der Erstellung einer Landkarte ruhiger Orte: Die „Hush City App“ soll Daten sammeln und ruhige Zonen in der Stadt für alle identifizieren

    Lärm, insbesondere Verkehrslärm, ist nach der Luftverschmutzung der schädlichste Umwelt-Stressfaktor in Europa. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2011 festgestellt. In Europa sind 125 Millionen Menschen sind jährlich von Verkehrslärm betroffen. Die Auswirkungen rangieren von Schlafstörungen und Herz-Kreislaufproblemen bis zu vorzeitigen Todesfällen. Bereits 2002 wurde daher die European Environmental Noise Directive entwickelt, um in den Mitgliedsstaaten die Lärmentwicklung zu reduzieren und zu vermeiden sowie „Ruhezonen“ gezielt zu planen. Die TU-Wissenschaftlerin und Lärmforscherin Dr. Antonella Radicchi hat eine App entwickelt, die sie einsetzt, um die Klangqualität öffentlicher Räume zu verbessern und die schädlichen Einflüsse der Lärmverschmutzung in Berlin zu reduzieren – dafür benötigt sie noch die Mithilfe vieler App-Nutzerinnen und -Nutzer.

    „Eine Wissenschaft, die Bürgerinnen und Bürger beteiligt, ist ideal, um die komplexe Natur der klanglichen Umwelt in ihren objektiven und subjektiven Dimensionen zu verstehen“, erklärt Antonella Radicchi. „Die weite Verbreitung von Mobiltelefonen, die mit GPS ausgerüstet sind, erleichtert das umfangreiche Sammeln von Daten zu Geräuschkulissen.“ Diese Situation hat die Stadtplanungsarchitektin und Klangforscherin (soundscape researcher) Antonella Radicchi inspiriert, im Rahmen ihres von der EU im Marie-Curie-Programm geförderten Projekts „Beyond the Noise: Open Source Soundscapes”, ihre App zu entwickeln, die mithilfe möglichst vieler Nutzerinnen und Nutzer helfen soll, eine „Landkarte der Ruhe“ zu erstellen. Ihre „Hush City App“ ist inzwischen im Apple und im Google Store kostenlos downloadbar.

    Antonella Radicchi ist Stipendiatin der International Post-Doc Initiative (IPODI), die im Rahmen der Initiative „Wissenschaftlerinnen an die Spitze“ an der TU Berlin entstand und hochqualifizierten Forscherinnen zwei Jahre lang Raum zur Forschung bietet.

    „Mit der App können die User entweder ruhige Orte, ‚everyday quiet areas‘, in ihrer eigenen Umgebung markieren oder auch ‚everyday quiet spots‘ identifizieren, die andere User in der Nähe markiert haben“, erklärt Antonella Radicchi die Idee und Funktionsweise der App. Die App bietet die Möglichkeit, die Klänge der Umgebung aufzunehmen, sie zu messen, den Ort zu fotografieren und zusätzliche qualitative Informationen zu dem ruhigen Ort zu geben, der mit Hilfe der App erfasst wird. Die gemessenen Lärmpegel sind hinreichend genau, um die jeweilige Lärmumgebung gut zu erfassen.

    Wissenschaftlich betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Dietrich Henckel, TU-Fachgebiet Stadt- und Regionalökonomie, in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die App wurde mit zwei Software-Entwicklungsunternehmen (QUERTEX GmbH in Kooperation mit EdgeWorks Software, Ltd.) entwickelt.

    „Die Hush City App ist frei verfügbar und läuft sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten“, erklärt Antonella Radicchi und ergänzt: „Jeder und jede kann mitmachen und Teil dieses Citizen Science Projekts (Bürgerwissenschaft) werden. Alle können dazu beitragen, dieses weltweite Karte der Ruhe aufzubauen!“ Patricia Pätzold

    www.opensourcesoundscapes.org
    www.ipodi.tu-berlin.de

    Fotomaterial zum Download
    www.tu-berlin.de/?id=187575

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    Dr. Antonella Radicchi
    TU Berlin
    Institut für Stadt- und Regionalplanung
    Fachgebiet Stadt- und Regionalökonomie
    Tel.: 030/314-28089
    E-Mail: antonella.radicchi@tu-berlin.de
    www.ecaon-isr.tu-berlin.de


    Weitere Informationen:

    http://www.opensourcesoundscapes.org
    http://www.ipodi.tu-berlin.de
    http://www.tu-berlin.de/?id=187575


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


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