Antikes Ägypten - Neue Funde aus dem Goldland der Pharaonen

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20.07.2017 17:17

Antikes Ägypten - Neue Funde aus dem Goldland der Pharaonen

Luise Dirscherl Stabsstelle Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München

    LMU-Ägyptologin Julia Budka untersucht die Folgen interkulturellen Kontakts im antiken Ägypten. Bei ihren Ausgrabungen im Sudan barg sie unter anderem ein Pyramidengrab, das etwa 1450 vor Christus auf der Nilinsel Sai angelegt wurde.

    Ein bislang unbekanntes Grab mit mehreren Bestattungen auf der Nilinsel Sai von vor etwa 3400 Jahren zeugt von den interkulturellen Verflechtungen in der Bevölkerung der gleichnamigen ägyptischen Siedlung im damaligen Nubien, das als „Goldland der Pharaonen“ galt. Das Grab lässt sich dem ehemaligen Goldschmiedemeister Chummose zuordnen. Es ist einer der Funde von Julia Budka, Professorin für Ägyptische Archäologie und Kunstgeschichte, die belegen, wie rasch sich die lokalen Eliten auf Sai im Neuen Reich ägyptisierten, nachdem König Thutmosis III das afrikanische Kermareich in Nubien zerschlagen hatte. Die frühesten Bestattungen auf Sai in ägyptischem Stil gehen auf die Zeit dieses Königs zurück.

    Julia Budka hat in den vergangenen fünf Jahren parallel an drei Fundorten ägyptischer Siedlungen aus der Zeit des Neuen Reichs zwischen 1500 und 1200 vor Christus geforscht. Ihre Ausgrabungen auf der Nilinsel Sai, die im heutigen Sudan liegt, geben Einblick in den Lebensalltag zwischen den Abgesandten der Besatzungsmacht Ägypten und der damaligen lokalen nubischen Bevölkerung. Unter anderem belegen ihre Funde, dass Sai länger bewohnt war als bisher bekannt. „Bislang ging man davon aus, dass mit der Gründung der neuen ägyptischen Siedlung Amara West die Siedlung auf Sai aufgegeben worden war. Unsere Funde belegen, dass einer der höchsten Beamten Ägyptens unter Ramses II, Hornacht, jedoch seine Residenz auf Sai hatte und auch dort bestattet wurde“, sagt Budka. Damit wäre Sai etwa 300 Jahre lang besiedelt gewesen, bis etwa 1200 vor Christus.

    Mehr Informationen:
    Von Eroberern zu Nachbarn
    Vor etwa 3500 Jahren gründeten die ägyptischen Könige die Siedlung Sai auf der gleichnamigen Nilinsel. LMU-Archäologin Julia Budka erforscht, wie zugewanderte Ägypter und die lokale nubische Bevölkerung einen blühenden Mikrokosmos schufen.
    http://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2017/budka.html

    Kontakt
    Professor Julia Budka
    Institut für Ägyptologie und Koptologie der LMU
    Tel.: +49 (0) 89/289 27543
    E-Mail: Julia.Budka@lmu.de


    Weitere Informationen:

    https://syncandshare.lrz.de/dl/fi3ecSPMTdqT8VeUW3wQt6Xt/Ausgrabung_Skarab%C3%A4u... (210 MB) - Ausgrabung Skarabäus:
    https://syncandshare.lrz.de/dl/fi5SJzQpL4P3Fotd99o3AnfA/Blick_auf_die_Stadt.MTS (153 MB) - Blick auf die Stadt Sai
    https://syncandshare.lrz.de/dl/fiV7bszh22AuUPzDVdBhimtb/Grab_Chnumnose.MOV (389 MB) - Grab Chnumnose:


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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