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01.08.2017 17:33

Wildkatzen-Population in Nordhessen erforscht

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder im Norden Hessens. Diese Wälder sind auch die angestammte Heimat der Europäischen Wildkatze. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) soll nun die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden.

    Pressemitteilung
    Nr. 152/2017 – 1. August 2017

    Wildkatzen-Population in Nordhessen erforscht
    Göttinger Wissenschaftler und Naturschützer setzen Fotofallen zur Bestandserfassung ein

    Seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder im Norden Hessens. Diese Wälder sind auch die angestammte Heimat der Europäischen Wildkatze. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) soll nun die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden.

    Seit Herbst 2014 setzen die Göttinger Forscher automatische Kameras, sogenannte Fotofallen, ein, um den Bestand des Luchses in der Region zu überwachen. „Neben den Luchsen tappen natürlich auch viele andere Wildtiere in unsere Fotofallen, darunter erstaunlich viele Wildkatzen“, erklärt Dr. Markus Port vom Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen. Daher werden die Kameras von Juli bis einschließlich Oktober in einem speziell auf die Erfassung der Wildkatze zugeschnittenen Untersuchungsdesign zur Bestandserfassung eingesetzt.

    Dabei kommt eine Methode zum Einsatz, die die Göttinger Forscher bereits beim Luchs ausgiebig erprobt haben: „Ähnlich wie Luchse können auch Wildkatzen anhand ihrer Fellmuster individuell voneinander unterschieden werden“, erklärt Lynne Werner vom BUND, die die Untersuchung maßgeblich durchführt. „Wenn wir die Tiere unterscheiden können, können wir sie zählen und so ihren Bestand schätzen,“ ergänzt Werner. Anders als Luchse waren Wildkatzen in Deutschland nie völlig ausgestorben. Doch viele Jahre mussten sie in der Roten Liste für Deutschland als „vom Aussterben bedrohte Tierart“ geführt werden.

    Auch heute gilt der Bestand der Wildkatze in Deutschland noch immer als gefährdet. Effektive Schutzmaßnahmen haben in den vergangenen Jahren aber dazu geführt, dass sich die scheuen Waldbewohner neue Lebensräume erschließen. Über eine gesunde Wildkatzen-Population in Nordhessen freut sich auch Jan Stetter, Leiter des HessenForst-Forstamts Melsungen, auf dessen Fläche die Untersuchung durchgeführt wird. „Auf allen Waldflächen, die wir betreuen, haben wir auch den Naturschutz im Blick. Dadurch entstehen viele Lebensräume und Biotope, die es ohne zielgerichtete Waldpflege so nicht geben würde“, so Stetter. „Dass sich die Wildkatze in unseren Wäldern wohlfühlt, zeigt, dass unser integrativer Naturschutz ein wichtiges und erfolgreiches Instrument für den Schutz bedrohter Tierarten ist.“

    Die Wildkatzen-Studie wird durch die Heinz-Sielmann-Stiftung sowie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie finanziell unterstützt. Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren erfolgreich für den Schutz der Wildkatze ein. Mit seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ hat er sich das Ziel gesetzt, bestehende Wildkatzen-Lebensräume durch die Pflanzung grüner Korridore miteinander zu vernetzen.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Fotos zum Thema haben wir im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5890 zum Download bereitgestellt.

    Kontakt:
    Dr. Markus Port
    Georg-August-Universität Göttingen
    Fakultät für Biologie und Psychologie
    Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie
    Telefon (0551) 39-10890
    E-Mail: mport@gwdg.de
    Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/412032.html, http://www.luchs.uni-goettingen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5890
    http://www.luchs.uni-goettingen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie
    regional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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