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07.09.2017 10:00

Bürger meinen: Wissenschaft und Forschung kommen im Wahlkampf zu kurz

Dorothee Menhart Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wissenschaft im Dialog gGmbH

    Wissenschaftsbarometer 2017: Bürger vertrauen der Wissenschaft, möchten aber stärker in die Entwicklung von Forschungsfragen einbezogen werden

    Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 läuft auf Hochtouren. Wissenschaft und Forschung wurden dabei bisher nicht ausreichend berücksichtigt – diese Ansicht vertreten knapp zwei Drittel der deutschen Bürge-rinnen und Bürger. Nur ein Fünftel ist der Meinung, dass wissenschaftliche Themen im derzeitigen Wahl-kampf ausreichend behandelt werden. Das zeigt das Wissenschaftsbarometer 2017. Die bevölkerungsre-präsentative Umfrage betrachtet seit 2014 jährlich die Einstellungen der Öffentlichkeit gegenüber Wissen-schaft und Forschung. Sie wird von Wissenschaft im Dialog (WiD) herausgegeben und von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

    Hälfte der Bundesbürger unsicher, ob sie Wissenschaft vertraut

    Eine Frage, die sich besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um Expertenfeindlichkeit und fake news stellt, ist die nach dem Vertrauen der Menschen in Wissenschaft und Forschung. Zwölf Pro-zent der Befragten geben an, dass sie nicht in Wissenschaft und Forschung vertrauen. Jeder zweite Befragte bekundet grundsätzlich Vertrauen. Der Rest (37 Prozent der Befragten) zeigt sich unentschieden. Vor allem die Expertise der Forschenden wird als Grund für Vertrauen aufgeführt. Als häufigster Grund für Misstrauen wird die Abhängigkeit von Geldgebern genannt.

    Zwei Drittel sehen Nutzen von Impfungen

    Das Wissenschaftsbarometer fragt auch nach den Einstellungen zum menschengemachten Klimawandel, zur Evolutionstheorie und zum Nutzen von Impfungen. Acht Prozent der Befragten geben an, am menschenge-machten Klimawandel zu zweifeln. Zehn Prozent stellen die Evolutionstheorie infrage. Jeweils knapp drei Viertel zeigen sich jedoch überzeugt. Einen Nutzen von Impfungen sehen zwei Drittel der Bürger, 13 Pro-zent stehen ihnen ablehnend gegenüber. Der Aussage, dass Wissenschaft mehr schadet als nützt, stimmen elf Prozent der Befragten zu, 64 Prozent widersprechen. Im Vorjahr waren es zehn beziehungsweise 70 Pro-zent.

    „Die Ergebnisse zeigen generell eine positive Einstellung der Bürgerinnen und Bürger gegenüber Wissen-schaft und Forschung, aber auch, dass einige skeptisch sind“, sagt Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog. „Deshalb ist es weiterhin wichtig, wissenschaftliche Prozesse transparent zu machen und Wissenschaftlern und Bürgern den Austausch zu ermöglichen. Dafür setzt sich WiD ein. Wir wollen damit auch diejenigen erreichen, die bisher kaum mit Forschung in Berührung kommen.“

    Bürger: Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft zu groß

    Wie in den vergangenen Jahren hat das Wissenschaftsbarometer die Bürger auch zur Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft befragt. Knapp die Hälfte ist überzeugt, dass Wissenschaft und Forschung zum Wohl der Gesellschaft arbeiten, 16 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Immerhin 56 Prozent der Bürger möchten stärker in die Entwicklung von Forschungsfragen miteinbezogen werden. 41 Prozent der Befragten wün-schen sich, aktiv an wissenschaftlichen Projekten mit zu forschen.

    Befragt wurden die Bürger auch zum Verhältnis von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Hier sehen die Be-fragten ein Ungleichgewicht. 57 Prozent der Bürger schätzen den Einfluss von Politik auf die Wissenschaft als zu groß ein. Wissenschaft hat laut 45 Prozent der Befragten hingegen einen zu geringen Einfluss auf die Politik. 61 Prozent empfinden den Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft als zu groß. Hierzu sagt Prof. Dr. Andreas Schlüter, Vorsitzender der WiD-Gesellschafterversammlung und Generalsekretär des Stifter-verbands: „Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft muss auf Augenhöhe stattfinden. Wir brauchen hierfür klare und verbindliche Regeln, aber vor allem auch mehr Transparenz in der Debatte und einen gesamtgesellschaftlichen Dialog, der Probleme und Chancen von Forschung betrachtet.“

    Repräsentative Bevölkerungsumfrage

    Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2017 basieren auf 1007 Telefoninterviews (Fest-netz/Mobilfunk, 80:20), die vom 25. bis 29. Juli 2017 im Rahmen einer Mehrthemenumfrage von Kantar Emnid – im Auftrag von Wissenschaft im Dialog – geführt wurden. Als Grundgesamtheit diente die deutsch-sprachige Wohnbevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahren. Das Wissenschaftsbarometer 2017 wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert und vom GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften unterstützt.

    Weitere Informationen: www.wissenschaftsbarometer.de

    Download folgender Materialien unter der oben genannten URL:
    • Grafiken zu einzelnen Ergebnissen im png- und pdf-Format
    • Broschüre Wissenschaftsbarometer 2017
    • Detaillierte Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2017 nach Subgruppen

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    Ihr/e Ansprechpartner/in bei Wissenschaft im Dialog (WiD):

    Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Dorothee Menhart
    Tel.: 030-206 22 95-55
    dorothee.menhart@w-i-d.de

    Projektleiterin Wissenschaftsbarometer
    Ricarda Ziegler
    Tel.: 030 2062295-70
    ricarda.ziegler@w-i-d.de


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaftsbarometer.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


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