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07.09.2017 15:44

Vom Selbstvertrauen der Ratten bis zu Brautwerbung mit Stromsignalen

Jörg Heeren Pressestelle
Universität Bielefeld

    Tagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft an der Universität Bielefeld

    400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Ländern kommen von Montag bis Freitag, 11. bis 15. September, zu einer Konferenz an der Universität Bielefeld zusammen. Sie diskutieren auf der 110. Tagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) neue Forschungsergebnisse. Auf der Konferenz treffen hochrangige Forschende auf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

    Die DZG nutzt das jährliche Treffen, um jungen Menschen einen optimalen Start in die Disziplinen der Zoologie zu ermöglichen. Zwei namhafte Wissenschaftler geben in öffentlichen Vorträgen einen allgemeinverständlichen Einblick in ihre aktuelle Forschung.

    „Wir freuen uns, dass die 110. Tagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft zum zweiten Mal nach 1988 von der Universität Bielefeld ausgerichtet wird“, sagt Professor Dr. Klaus Reinhold, Leiter der Forschungsgruppe Evolutionsbiologie der Universität Bielefeld. Er ist einer der Organisatoren der diesjährigen Tagung. „Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt vernetzen sich während des Treffens.“ Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer kommen unter anderem aus England, Ecuador, Italien, Südafrika, den USA und Kanada.

    „Verhaltensbiologie ist ein Forschungsthema am Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld. Mit diesem Thema sind wir 2017 prominent in einem eigenen Veranstalter-Symposium vertreten “, sagt der Biologie-Professor Dr. Jacob Engelmann, Leiter der CITEC-Forschungsgruppe Active Sensing und Mitorganisator der Konferenz. „Für das Symposium konnten wir die renommierten Wissenschaftler Professor Dr. Benjamin de Bivort und Professor Dr. Jan Benda gewinnen.“ Das Symposium trägt den Titel „Neuronal Mechanisms in Interaction and Individuality“ (Neuronale Mechanismen in Interaktion und Individualität).

    De Bivort ist Evolutionsbiologe an der Harvard University (Massachusetts, USA). Er erläutert in seinem Vortrag, wie sich die Individualität von Tieren neurobiologisch erklären lässt. Benda erforscht an der Universität Tübingen, wie Informationen im Nervensystem verarbeitet werden. Dafür verbindet er Methoden der Verhaltensforschung mit neurobiologischen Modellen und Ansätzen. Auf der Tagung sind außerdem zum Beispiel Forschende aus der Ökologie, Morphologie und Physiologie vertreten.

    Zum Programm der Tagung gehören zwei öffentliche Vorträge. Professor Dr. Bernhard Misof von der Universität Bonn spricht am Dienstag, 12. September, über die Evolution der Insekten. Der englischsprachige Vortrag beginnt um 17.45 Uhr im Hörsaal 4. Misof ist Leiter des Zentrums für Molekulare Biodiversitätsforschung in Bonn. Den zweiten Vortrag hält Professor Dr. Joachim Ruther von der Universität Regensburg am Donnerstag, 14. September, um 19 Uhr ebenfalls im Hörsaal 4. Sein Vortrag trägt den Titel: „Die Chemie muss stimmen – sexuelle Kommunikation bei parasitischen Wespen“. „Beide Wissenschaftler sind bekannt dafür, ihre Themen auch Laien unterhaltsam und anschaulich darzustellen“, sagt Jacob Engelmann.

    Auch in diesem Jahr werden auf der Tagung zwei Preise an Nachwuchswissenschaftler verliehen. „Die Förderung von jungen Talenten ist ein zentrales Element der DZG-Tagungen“, sagt Reinhold. Der Horst-Wiehe-Preis wird seit 1991 alle zwei Jahre von der Horst-Wiehe-Stiftung für ausgezeichnete Dissertationen zu einem zoologischen Thema vergeben. Der Werner-Rathmayer-Preis ist ein Sonderpreis, der an Abiturienten verliehen wird, die eine besonders originelle Arbeit zur Zoologie im Rahmen von „Jugend forscht“ geschrieben haben.

    Für die Keynote-Vorträge holen die Veranstalter bekannte Wissenschaftler nach Bielefeld, die für die Forschung des Exzellenzclusters CITEC besonders interessant sind:
    • Professor Adam Kepecs PhD (Cold Spring Harbor Laboratory, New York, USA) „Confidence in rats, humans and mathematics. Neurobiology of decision-making and cognition“ (Selbstvertrauen von Ratten, Menschen und die Mathematik. Neurobiologie der Entscheidungsbildung und Kognition)
    • Professor Malcolm MacIver PhD (Northwestern University, Illinois, USA) „Understanding animals through sensory evolution and robotics“ (Tiere durch sensorische Evolution und Robotik verstehen)
    • Professor Dr. Benjamin de Bivort (Harvard University, Massachusetts, USA) „The Neurobiology of Individuality“ (Die Neurobiologie der Individualität)
    • Professor Dr. Jan Benda (Universität Tübingen) „Courtship duets in the wild: electrocommunication at the limits of sensation“ (Brautwerbungs-Duette in der Wildnis: elektrische Informationsübertragung an der Grenze der Wahrnehmbarkeit)

    Die DZG wurde 1890 in Frankfurt am Main gegründet und hat ihren Sitz als eingetragener Verein in Bonn. Sie ist eine der ältesten zoologischen Gesellschaften der Welt.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Klaus Reinhold, Universität Bielefeld
    Fakultät für Biologie
    Telefon: 0521 106-2721
    E-Mail: klaus.reinhold@uni-bielefeld.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dzg-meeting.de Allgemeine Informationen zum Treffen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft
    http://www.dzg-meeting.de/images/Downloads/Short-_Programme.pdf Ausführliches Programm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Informationstechnik, Psychologie, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Sie organisieren die zoologische Tagung in Bielefeld (v.l.): Prof. Dr. Jacob Engelmann und Prof. Dr. Klaus Reinhold.


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