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07.09.2017 17:32

Deutscher Umweltpreis 2017 geht an Bayreuther Lehrbeauftragten Dr. Kai Frobel

Christian Wißler Mediendienst Forschung
Universität Bayreuth

    Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat die Begründer des ‚Grünen Bandes‘ – und damit auch ein Mitglied der Universität Bayreuth – mit dem Deutschen Umweltpreis 2017 ausgezeichnet. Dr. Kai Frobel wird als „Initiator und Namensgeber“ der naturnahen Gebiete entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze mit diesem bedeutendsten Umweltpreis Europas geehrt. Frobel ist Lehrbeauftragter am Lehrstuhl Biogeografie und Mitglied des Bayreuther Zentrums für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) der Universität Bayreuth.

    „Dr. Kai Frobel wird als der Initiator und Namensgeber des ‚Grünen Bandes‘ angesehen“, sagt Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der DBU. Frobel habe lange vor der Wende durch seine Vorarbeiten und seine Kontaktaufnahme zu Kollegen in der ehemaligen DDR die Basis für das Grüne Band gelegt. „Seine Kartierungen und seine Diplomarbeit belegten bereits in den 70er und 80er Jahren bundesweit erstmals das hohe Naturpotenzial und die herausragende Bedeutung des Grenzstreifens auf einer Strecke von 140 Kilometern“, so Wahmhoff.

    Der heute 58-jährige Frobel wuchs im oberfränkischen Mitwitz, in Sichtweite zum ‚Todesstreifen‘ auf. „Schon als Jugendlicher habe ich durch intensive Beobachtungen der Vogelarten in diesem Gelände nachgewiesen, dass der Grenzstreifen ein idealer Rückzugsraum für bedrohte Tierarten ist“, erinnert er sich. Das Interesse an Fragen des Naturschutzes ließ ihn seitdem nicht mehr los. Als die Universität Bayreuth 1979 den Diplom-Studiengang ‚Geoökologie‘ startete, gehörte Frobel zum ersten Studierenden-Jahrgang. Nach dem Fall der Mauer im November 1989 ergriff er schnell die Initiative und organisierte schon im Dezember das erste gesamtdeutsche Treffen von Naturschützern aus Ost- und Westdeutschland. Mit dem ersten überregionalen Pressegespräch „Todesstreifen als Zufluchtsort“ und einer Konferenz in Hof mit 400 Teilnehmern habe er den Grundstein für die Resolution zum Schutz des Grünen Bandes gelegt, so die DBU. 1998 gründete Frobel das ‚Projektbüro Grünes Band‘ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Nürnberg, das er bis heute koordiniert. Darüber hinaus setzt er sich seit vielen Jahren als Erster Vorsitzender der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken ehrenamtlich für die Umweltbildung und den Naturschutz in Oberfranken ein.

    In seiner 1997 veröffentlichten Bayreuther Dissertation über „Naturschutz in einer fränkischen Kulturlandschaft“, die am Lehrstuhl für Biogeografie angefertigt wurde, erweiterte Frobel die Ergebnisse seiner Diplomarbeit um weitere Untersuchungen zu Pflanzen- und Tierarten, auch im Grünen Band. Der ökologischen Forschung an der Universität Bayreuth blieb er immer eng verbunden. Seit nunmehr 15 Jahren nimmt er hier einen Lehrauftrag in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege wahr. „Dr. Kai Frobel vermittelt unseren Studierenden aus erster Hand Einblicke in aktuelle praktische Fragen des Umwelt- und Naturschutzes und macht sie so mit einem zunehmend wichtigen Berufsfeld vertraut. Dass sein jahrzehntelanges Engagement für den Naturschutz jetzt mit dem Deutschen Umweltpreis gewürdigt wird, ist eine hochverdiente Auszeichnung“, erklärt Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Inhaber des Lehrstuhls für Biogeografie.

    Weitere Preisträger in diesem Jahr sind Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, und Inge Sielmann, Filmemacherin und Vorsitzende des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Auszeichnung am 29. Oktober in Braunschweig überreichen.

    Hintergrund:

    Das ‚Grüne Band Deutschland‘ ist das bundesweit größte Naturschutz-Projekt. Der zwischen 50 und 200 Meter breite Geländestreifen, der sich auf rund 1.400 Kilometern entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von der Ostseeküste bis zum ehemaligen Dreiländereck bei Hof erstreckt, soll zu einem zusammenhängenden Naturschutzgebiet weiterentwickelt werden. Heute gehören bereits 150 Naturschutzgebiete zum ‚Grünen Band Deutschland‘, das einen zentralen Abschnitt des 12.500 Kilometer langen ‚Grünen Bandes Europa‘ darstellt.

    Kontakt:

    Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein
    Lehrstuhl für Biogeografie
    Universität Bayreuth
    95447 Bayreuth
    Tel.: +49 (0)921 55-2270
    E-Mail: carl.beierkuhnlein@uni-bayreuth.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Umwelt / Ökologie
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Dr. Kai Frobel.


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