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13.09.2017 15:23

„Hefedoktor“: Forschung für neue Biersorten und moderne Hefeanwendungen

Thomas Joppig Brand Management, Marketing & Communications
Jacobs University Bremen gGmbH

    Die Europäische Union finanziert in einem Forschungsprojekt die länderübergreifende Ausbildung von Doktorranden zum „Yeastdoc“, also zum „Hefedoktor“. Ziel des Projektes ist es, verbesserte beziehungsweise neuartige Hefestämme mithilfe der Biotechnologie zu entwickeln. Mögliche Einsatzgebiete sind die Bier- und Weinherstellung sowie moderne Hefeanwendungen wie die Produktion von Biokraftstoffen und –chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Jacobs University in Bremen ist als einzige deutsche Universität an dem Projekt beteiligt und erhält Fördergelder in Höhe von 435.000 Euro. Bewerbungen für die Doktorandenstellen sind noch möglich.

    „Hefen sind spannend für die angewandte Wissenschaft, weil sie leicht handhabbar, robust und sehr vielseitig sind“, sagt Prof. Dr. Elke Nevoigt, Professor für Molekulare Biotechnologie an der englischsprachigen Universität. In der Natur kommen sie als wilde Hefen überall vor, als Kulturhefen werden sie seit Jahrhunderten gezielt gezüchtet – etwa für die Herstellung von Brot oder alkoholischen Getränken. Auch bei anderen biotechnologischen Anwendungen spielen sie eine wichtige Rolle, etwa bei der industriellen Produktion von Biokraftstoffen, Chemikalien sowie Medikamenten, wie beispielsweise Insulin.

    Die „Hefedoktoren“ forschen in zwei Bereichen: Sie sollen sowohl neuartige industrielle Anwendungsmöglichkeiten von Hefen für die umweltfreundliche Produktion von Chemikalien testen als auch das Spektrum der traditionellen Anwendungen erweitern, indem beispielsweise neue Geschmacksrichtungen für die Bierherstellung entstehen. Dabei geht es etwa um die Entwicklung neuer Hefestämme durch Kreuzung. Die molekularen Eigenschaften, die den neuen Geschmacksrichtungen zugrunde liegen, sollen mit modernsten genetischen Methoden analysiert werden. Gentechnologisch verändert werden die Hefen, die in der Getränkebiotechnologie eingesetzt werden, nicht.

    An dem Forschungsprojekt sind sechs akademische und neun industrielle Partner beteiligt. Koordiniert wird das Projekt vom University College Cork in Irland, weitere akademische Partner sind die University of Leicester (England), die University of Minho (Portugal), INRA Montpellier (Frankreich) und die University of Milano-Bicocca (Italien). Zu den industriellen Partnern zählt unter anderem die Brauerei Heineken.

    „Wir sind momentan auf der Suche nach geeigneten Kandidaten für die Doktorandenstellen Voraussetzung ist ein Master mit der Ausrichtung Biotechnologie“, sagt Nevoigt. Jeder Doktorand wird immer von zwei akademischen Partnern ausgebildet. Das Besondere bei diesem Netzwerk sind außerdem die regelmäßigen Treffen aller beteiligten Doktoranden im Rahmen von zum Beispiel Workshops. Vier der insgesamt zwölf Doktorranden werden an der Jacobs University experimentell arbeiten. Das Projekt wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms “Horizont 2020“ gefördert.

    Weitere Informationen:
    https://yeastdoc.eu/
    https://www.jacobs-university.de/

    Fragen beantwortet:
    Prof. Dr. Elke Nevoigt | Professor of Molecular Biotechnology
    e.nevoigt@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3541


    Über die Jacobs University:
    Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

    Kontakt:
    Thomas Joppig | Brand Management, Marketing & Communications
    t.joppig@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


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