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14.09.2017 13:37

Schaufensterkrankheit – jeder vierte Patient über 65 Jahren ist betroffen: Gehtraining hilft

Stefan Dreising Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Düsseldorf

    Symposium "Sport in der Gefäßmedizin" am 27. September/ Sechste Laufgruppe am UKD gestartet / Sporttraining für Patienten auf dem Klinikgelände

    Für 1,3 Millionen Patienten (rund acht Prozent aller Menschen über 65 Jahre) in Deutschland gehören sie zum Alltag: Heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel und Gesäß beim Laufen oder Treppensteigen, die beim Stehenbleiben rasch besser werden. Die Folge sind schmerzbedingte verkürzte Gehstrecken und häufige Zwangspausen. Im Volksmund spricht man daher häufig von der Schaufensterkrankheit (fachlich: periphere arterielle Verschlusskrankheit/pAVK).

    Schuld an einer pAVK-Erkrankung sind Durchblutungsstörungen der Schlagadern in den Beinen. Helfen können spezielle Sportübungen: Am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) wurde in diesem Jahr bereits die sechste auf pAVK spezialisierte Therapiegruppe ins Leben gerufen. Beim diesjährigen Symposium zu „Sport in der Gefäßmedizin“ am Mittwoch, 27. September 2017, im Haus der Universität in der Düsseldorfer Innenstadt stellt die Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie am UKD verschiedene Trainingsstrukturen und Übungen vor. Die Veranstaltung ist offen für Interessierte und Fachpublikum.

    Bei einer pAVK führen Ablagerungen (unter anderem von Kalk) dazu, dass sich die Beinarterien verengen oder komplett verschließen. Ähnlich wie bei einem verstopften Rohr, fließt nun weniger Blut durch die Arterie und es kommt zu einer Blutunterversorgung der Beine. Während sich frühe Stadien einer Erkrankung durch die bereits genannten Schmerzen zeigen, drohen in späteren Stadien Gewebeveränderungen bis hin zur möglicherweise notwendigen Amputation oder Blutvergiftung durch Infektionen der Wunden. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass in Deutschland etwa jeder vierte Patient über 65 Jahren von pAVK betroffen ist und etwa jeder zehnte Symptome zeigt. Dabei erkranken Männer viermal häufiger als Frauen. Als besonders gefährdet gelten Diabetiker und Raucher: Sie haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko an pAVK zu erkranken.

    „Die Hauptstraße ist geschlossen, deshalb müssen wir die Nebenstraßen ausbauen“

    Für Patienten mit pAVK und einer Gehstreckenverkürzung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und –medizin (DGG) ein regelmäßiges strukturiertes Gehtraining. Damit lässt sich die Gehstrecke wieder verlängern und eine Operation oder gar Amputation verhindern. „Wenn die Hauptarterien im Bein verschlossen sind, muss das Blut über einen anderen Weg dahin kommen. Wir sagen unseren Patienten immer: Die Hauptstraße ist geschlossen, deshalb müssen wir die Nebenstraßen ausbauen“, erklärt Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularmedizin. „Gezielte Sportübungen helfen dabei sogenannte Kollateralgefäße durch Impulse zu stärken. Das sind Nebengefäße der Hauptschlagadern. Durch das strukturierte Gefäßtraining kann das Blut quasi um die Verstopfung umgeleitet und das Bein wieder besser versorgt werden.“

    „Bei jeder Untersuchung kann ich schon 100 Meter weiter laufen.“

    Bereits seit 2014 bietet die Klinik gemeinsam mit dem Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie Düsseldorf-Ratingen e.V. ein strukturiertes Gefäßtraining an. Es findet einmal in der Woche auf dem Gelände des Universitätsklinikums unter der Anleitung eines lizensierten Gefäßsporttrainers statt. „Ich merke jede Woche, wie mir der Kurs etwas bringt. Bei jeder Untersuchung kann ich auf dem Laufband 100 Meter weiter gehen“, berichtet Teilnehmer Wolfram Voßhage, der für die Sportgruppe jede Woche über 90 Kilometer Anfahrt aus Moers in Kauf nimmt. Sein Teammitglied Andreas Gob kommt aus Haan und erklärt: „In der Gemeinschaft macht Sport einfach mehr Spaß. Alleine zuhause macht man es ja doch nicht regelmäßig. In der Gefäßsportgruppe haben alle ähnliche Beschwerden wie ich und verstehen meine Probleme. Das motiviert mich!“

    Im Rahmen des diesjährigen Symposiums werden die Gefäßexperten der Düsseldorfer Klinik neben den Sportkonzepten auch die allgemeinen Vorteile von Sport für das Herz-Kreislaufsystem und eine Aufklärungskampagne gegen Tabakkonsum als Hauptgrund für Arterienverkalkung vorstellen.

    Weitere Informationen: www.uniklinik-duesseldorf.de/gefaesssport

    Das Symposium ist mit zwei Fortbildungspunkten der Ärztekammer Nordrhein zertifiziert.

    4. Symposium „Sport in der Gefäßmedizin“, Mittwoch, 27.09.2017, 17.00-19.30 Uhr, Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf, Eintritt Frei

    Kontakt und Anmeldung: Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel. (0211) 81-17090, Fax (0211) 81-19091, E-Mail: gefaesssport@med.uni-duesseldorf.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinik-duesseldorf.de/gefaesssport


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Sportwissenschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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