Sozialraumorientierte Ansätze für ein gelingendes Alter(n)

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26.09.2017 14:03

Sozialraumorientierte Ansätze für ein gelingendes Alter(n)

Simone Helck Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Kuratorium Deutsche Altershilfe - Wilhelmine Lübke Stiftung e. V.

    In der Sonderausgabe des Fachmagazins Pro Alter nehmen Kuratorinnen und Kuratoren des KDA Stellung zu den kommunalen Handlungsfeldern des Siebten Altenberichts. Sie diskutieren, wie lokale Lebenswelten gestaltet werden müssen, um Teilhabe, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit älterer Menschen nachhaltig zu gewährleisten.

    Köln, 26. September 2017. Anlässlich des UN-Tages der älteren Generation am 1. Oktober fordert der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, die vielfältigen Lebenslagen älterer Menschen gesellschaftlich stärker zu berücksichtigen. Nur durch eine Vernetzung von sozialen Ressourcen, durch die Teilhabe älterer Menschen am Gemeinwesen und durch vielfältige Wohnangebote könne die Idee einer sorgenden Gemeinschaft gelingen und der demografische Wandel aktiv gestaltet werden.
    Der renommierte Sozialwissenschaftler nimmt damit Bezug auf den Siebten Altenbericht, der unter dem Titel „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ steht. In einer Sonderausgabe des Fachmagazins ProAlter diskutiert er mit anderen namhaften Expertinnen und Experten über ausgewählte Inhalte des Altenberichts.
    Im Vorwort erläutert der Vorsitzende der Altenberichts-Kommission, Prof. Dr. Andreas Kruse, zum Beispiel das im Altenbericht genannte Prinzip der geteilten Verantwortung: „Mit geteilter Verantwortung ist gemeint, dass sich das Individuum, dessen Familie, dessen nachbarschaftliche Netzwerke, bürgerschaftlich Engagierte, Wohlfahrtsverbände, private Dienstleister und Kommunen, Aufgaben teilen, das heißt – aufeinander abgestimmt – Verantwortung übernehmen.“ Ältere Menschen seien nach dem Verständnis der Kommission in diesen Gemeinschaften nicht nur als Hilfeempfangende, sondern ausdrücklich auch als Hilfegebende zu verstehen und anzusprechen.
    „Nur im Quartier und nur in geteilter Verantwortung lässt sich Pflege sichern“, betont auch Alexander Künzel, unter anderem Sprecher des bundesweiten Reformbündnisses Netzwerk: Soziales neu gestalten (SONG). Diese Neuausrichtung von Sorge und Pflege an gesellschaftlicher Teilhabe erfordere einen qualifizierten und tragfähigen Ausbau und die Steuerung von Sorgestrukturen im ambulanten und teilstationären Bereich sowie ein Zusammenwirken von professionellen Kräften mit der Zivilgesellschaft.
    Eine ausreichende Qualifizierung und Unterstützung bürgerschaftlich Engagierter fordert auch Heike von Lützau-Hohlbein, ehemalige Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Nur so könnten innovative Pflege-Settings, zum Beispiel im Bereich Demenz, entwickelt und nachhaltig umgesetzt werden.
    Um mehr Einfluss für die Kommunen, eine bessere Vernetzung vor Ort und eine gerechtere Finanzierung, geht es der Pflege- und Gesundheitspolitikerin Elisabeth Scharfenberg. Für ein menschen-, lebens- und wohnortnäheres Gesundheits- und Pflegewesen müssten alle Akteure – Kassen, Leistungserbringer, Gesundheitsberufe, Selbsthilfe, Kommunen – im Sinne der Patientinnen und Patienten wirkungsvoll miteinander kooperieren.
    Dr. Joachim Wilbers, geschäftsführender Gesellschafter der ProjectCare GmbH, setzt auf Wettbewerb und Vielfältigkeit. „Die Herausforderung besteht darin, auf der einen Seite ein vielfältiges Wohnangebot mit echten Wahlmöglichkeiten zu schaffen und zum anderen ein Anreizsystem zu konstruieren, das so neutral ist, dass die Menschen sich nach ihren Wünschen und Bedürfnissen entscheiden können und nicht nach dem, was besser finanziell unterstützt wird.“ Träger sollten in der Lage sein, jeweils auf eigenes Risiko, sehr unterschiedliche Angebote zu schaffen. Wettbewerb der Ideen und der Träger seien die beste Garantie für Innovation und Qualität.
    Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat mit den Beratungsstellen für selbstständiges Leben im Alter und der Beratungsstelle für barrierefreies Planen und Bauen Dienste etabliert, die nicht nur passgenaue Wohnangebote vermitteln, sondern gemeinsam mit den Diensten und Einrichtungen im Stadtteil, aber auch mit den informellen Netzwerken bedarfsgerechte Unterstützungen sichern. Johannes Weber und Nicole Bruchhäuser berichten über die Arbeit dieser Beratungsstellen.
    Im Land Brandenburg ist es die „Fachstelle Altern und Pflege“, die mit Projekten und Beratung der Akteure dafür sorgt, Strukturen vor Ort so zu erhalten bzw. zu entwickeln, dass ältere Menschen im vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Dies zeigt Dr. Anja Ludwig, Leiterin der Fachstelle, in ihrem Beitrag für die Sonderausgabe.
    Die ProAlter-Sonderausgabe „Sozialraumorientierte Ansätze für ein gelingendes Alter(n). Kommunale Handlungsfelder des Siebten Altenberichts“ kann unter www.kda.de kostenfrei heruntergeladen werden.
    Der Siebte Altenbericht steht im Internet als kostenloser Download zur Verfügung: www.siebter-altenbericht.de

    Weitere Informationen zu Themen und Texten: www.kda.de/proalter.html

    Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
    Das KDA wurde 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke und seiner Frau Wilhelmine gegründet. Das KDA steht seither unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten, so auch unter der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das KDA leistet im Sinne der mit dieser Schirmherrschaft verbundenen Neutralität aktive Beiträge zur Gestaltung einer Gesellschaft des langen und selbstbestimmten Lebens und stärkt durch seine Arbeit das wertschätzende Zusammenleben Menschen jeden Alters. Als Ideengeber und Vorreiter für innovative Lösungsansätze leistet das KDA wertvolle Dienste für das Gemeinwesen. Der demografische Wandel wird dabei ausdrücklich als Chance und nicht als Gefahr oder übermächtige Anforderung verstanden. Alle Facetten des Alters finden in der Arbeit des KDA Berücksichtigung. Alte Menschen sind aktiv – ob im Ehrenamt oder noch im Beruf. Manche leben in einer Phase, in der sie der besonderen Sorge und Pflege bedürfen.

    ProAlter, das unabhängige Fachmagazin des KDA, bietet allen, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens beschäftigen, wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit.
    Ansprechpartnerin: Simone Helck / Telefon +49 221 931847 10/ presse@kda.de


    Weitere Informationen:

    http://www.kda.de
    http://www.siebter-altenbericht.de
    http://www.kda.de/proalter.html
    http://presse@kda.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Politik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Cover Sonderausgabe ProAlter 2017


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