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13.10.2017 11:40

Der westliche Balkan im Spannungsfeld von Geschichte, Kulturen, Sprachen und Rechtsprechung

Gerhild Sieber Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Die bewegte Geschichte und Politik des westlichen Balkans, seine Sprachen und deren Varietäten, Kultur und Literatur sowie die unterschiedlichen Rechtssysteme in Südosteuropa sind Thema einer öffentlichen Ringvorlesung an der Saar-Uni: Die Reihe „Der westliche Balkan – Geschichte, Politik, Kultur, Sprachen, Recht“ findet donnerstags von 14.15 bis 16 Uhr auf dem Campus statt (Gebäude A2 2, 2. OG, Raum 2.02). Zum Auftakt am 19. Oktober spricht der renommierte Südosteuropa-Experte Tobias Flessenkemper zur grundsätzlichen Bedeutung des westlichen Balkans. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur Vortragsreihe eingeladen.

    Im westlichen Balkan treffen verschiedene Sprachen, Kulturen und Religionen auf kleinem Raum aufeinander. Dies hat zur prägenden Vielfalt Südosteuropas beigetragen, aber auch zu seiner sehr wechselvollen Geschichte. Noch heute gibt es politische, kulturelle, ethnische und religiöse Konflikte an den Schnittstellen zwischen Albanien und den ehemaligen jugoslawischen Staaten Serbien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina.

    Die internationale und interdisziplinäre Ringvorlesung, die vom International Office, dem Europa-Institut und dem Europa-Kolleg CEUS veranstaltet wird, will diese facettenreiche Ecke Europas vorstellen. Hierzu werden Gastreferenten aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Mazedonien, der Schweiz und Serbien erwartet, die im Anschluss an ihre Vorträge auch mit dem Publikum diskutieren wollen. Die Vorlesungsreihe steht allen Interessierten offen; insbesondere will sie Studentinnen und Studenten aus Ländern des westlichen Balkans ansprechen und zur Diskussion einladen. Zudem können Studenten aller Fakultäten die Veranstaltungsreihe im Rahmen des Zertifikats Europaicum belegen.

    Der erste Teil der Vorlesung (ab 19. Oktober) gibt einen Einblick in die Geschichte des westlichen Balkans und in die aktuelle politische Situation. Darüber hinaus geht sie auf Demokratisierungsprozesse, Konfliktmanagement und die Europäische Integration ein und diskutiert gesellschaftliche und religiöse Konflikte und Versöhnungsprozesse.
    Der zweite Teil (ab 23. November) beschäftigt sich mit dem Sprachenreichtum und der kulturellen Vielfalt von Literatur und Kunst in Südosteuropa: Wie kam es zu den Sprachvarietäten in der Region, welche Sprachen treffen aufeinander, und wie gelingt die Verständigung? Wie wird der westliche Balkan in der Literatur dargestellt?
    Der dritte Teil schließlich (ab 4. Januar) nimmt die unterschiedlichen Rechtssysteme und ihr Verhältnis zur Europäischen Union in den Blick. Wie kann die Integration in die EU gelingen, von welchen Faktoren und Entwicklungen ist sie abhängig? Zum Abschluss der Ringvorlesung ist eine Podiumsdiskussion im Rathausfestsaal geplant.

    Die Vorlesung beginnt am 19. Oktober mit einem Vortrag von Tobias Flessenkemper, Balkanprojektdirektor beim französischen Europa-Institut CIFE (Centre international de formation européenne) und Mitglied des Präsidiums der Südosteuropa-Gesellschaft. Sein Thema lautet: „Der westliche Balkan in der Europäischen Union: Perspektiven einer Region in Europa.” Flessenkemper wird dabei die Frage beantworten, warum wir uns als interessierte Europäerinnen und Europäer in Deutschland mit den Ländern Südosteuropas, ihrer Geschichte, Politik, Sprache, Kultur und Recht beschäftigen sollten.

    Veranstalter sind das International Office (Koordinationsstelle für Osteuropaprogramme), das Europa-Institut (im Rahmen des SEE | EU Cluster of Excellence in European and International Law: http://www.europainstitut.de/index.php?id=275 und http://www.see-eu-cluster.eu/) und das Europa-Kolleg CEUS. Die Ringvorlesung wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst, dem deutschen Ministerium für Bildung und Forschung sowie Erasmus+ unterstützt.

    Übersicht über alle Termine:

    19. Oktober 2017
    Tobias Flessenkemper, CIFE
    Der westliche Balkan in der Europäischen Union: Perspektiven einer Region in Europa

    26. Oktober 2017
    Prof. Dr. Marie-Janine Calic (München)
    Die bewegte Geschichte des westlichen Balkans

    2. November 2017
    Prof. Dr. Thomas Bremer (Münster)
    Vielfalt der Religionen und Konfessionen in Südosteuropa – Potenzial für Konflikte?

    9. November 2017
    N. N.
    Gesellschaften im Wandel – Der Balkan zwischen Konflikt und Versöhnung

    16. November 2017
    Dr. Natasha Wunsch (Zürich)
    Neue Demokratien in Südosteuropa und ihre Herausforderungen

    23. November 2017
    Prof. Dr. Elton Prifti (Mannheim )
    Sprachen und Varietäten des westlichen Balkans

    30. November 2017
    Prof. Dr. Roland Marti (Saarbrücken)
    Wie Sprachen gemacht werden: die slavischen Sprachen in Südosteuropa

    7. Dezember 2017
    Prof. Dr. Vahidin Preljevic (Sarajevo)
    Der Balkan als Metapher? Imaginäre Geographie und Kulturbilder in der deutschsprachigen und den ex-jugoslawischen Literaturen seit 1990

    14. Dezember 2017
    Prof. Dr. Juliana Vučo (Belgrad)
    Languages and language policies in Serbia

    4. Januar 2018
    Fjoralba Caka (Tirana)
    Legal System of Albania

    11. Januar 2018
    Prof. Dr. Darko Samardzic (Zenica)
    Verfassung in Bosnien-Herzegowina

    18. Januar 2018
    Prof. Dr. Tatjana Josipovic (Zagreb)
    Einfluss des Rechts der Europäischen Union auf Kroatien nach dem Beitritt

    25. Januar 2018
    Prof. Dr. Aleksandar Spasov (Skopje)
    Das Herausfordern der Staatssouveränität: die Kooperation der ehemaligen Länder Jugoslawiens mit dem ICTY und dem IStGH als eine Voraussetzung für die Integration in die Europäische Union?

    Kontakt und Information:
    Dr. Ekaterina Klüh, International Office, Tel. 0681/302-71106, e.klueh@univw.uni-saarland.de
    Mareike Fröhlich, Europa-Institut, Tel. 0681/302-6664, m.froehlich@europainstitut.de
    Anne Rennig, Europa-Kolleg CEUS, Tel. 0681/302-4041, ceus@uni-saarland.de

    Parkmöglichkeiten für Gäste finden Besucher im Parkhaus Mitte am Meerwiesertalweg.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften, Politik, Recht, Sprache / Literatur
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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