Früh aktiv gegen Bluthochdruck und Herzinfarkt: So ist die Herzschwäche vermeidbar

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25.10.2017 18:23

Früh aktiv gegen Bluthochdruck und Herzinfarkt: So ist die Herzschwäche vermeidbar

Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit sind häufigste Ursachen der Herzschwäche / Was kann jeder gegen ein Hochdruckherz oder Infarkt tun?

    Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bei der Betroffene unter einer verminderten Pumpkraft ihres Herzens leiden, haben in Deutschland nach Schätzungen zwei bis drei Millionen Menschen. Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 % der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) – meist infolge eines oder mehrerer Herzinfarkte – und langjährigem Bluthochdruck, der nicht oder nicht ausreichend behandelt wird. Jeder dritte Erwachsene hat in Deutschland zu hohen Blutdruck (20 Mio. Betroffene). „Bleibt er unbehandelt, drohen dem Herzen schwerwiegende Folgen, weil die chronische Druckbelastung den Herzmuskel verdickt. Das Herz wird dadurch größer, aber nicht leistungsfähiger, sondern schwächer“, warnt Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der bundesweiten Herzwochen mit über 1.000 Veranstaltungen und Informationen über die Herzschwäche unter www.herzstiftung.de/herzwochen.html. Typische Beschwerden der Herzschwäche sind Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln (Ödeme).

    Bluthochdruck: Wie entgeht man dem Hochdruckherz?
    Hoher Blutdruck führt auf Dauer wegen der Verdickung des Herzmuskels und seines Elastizitätsverlusts zu einer Füllungsstörung der linken Herzkammer: zu wenig Blut wird in den Körper ausgeworfen und der Organismus wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bluthochdruck ist die häufigste Ursache der diastolischen Herzschwäche (Füllungsstörung der linken Herzkammer). In hohem Lebensalter und bei einem vorgeschädigten Herzen kann Bluthochdruck außerdem eine lebensgefährliche akute Herzschwäche auslösen und verstärken. „Vor einer Herzschwäche schützen sich Hochdruckpatienten am besten, indem sie ihren Blutdruck konsequent unter 140/90 mmHg senken, bei Patienten über 80 Jahre wird unter 150/90 mmHg toleriert“, rät der Kardiologe. „Die konsequente Senkung erhöhter Blutdruckwerte durch einen gesunden Lebensstil, allen voran Ausdauerbewegung, Abbau von Übergewicht und durch konsequente Einnahme der blutdrucksenden Medikamente ist eine besonders wirksame Vorbeugung der chronischen Herzschwäche.“

    Herzschwäche durch KHK: Zeitgewinn bei Herzinfarkt rettet Herzmuskel
    Bei KHK entwickelt sich die Herzschwäche meist nach mehreren Herzinfarkten oder einem ausgedehnten Herzinfarkt und der dadurch verursachten Zerstörung von Herzmuskelgewebe. Damit es nicht zum Herzinfarkt kommt, ist die Behandlung der KHK durch Medikamente, Kathetereingriffe oder Bypassoperation notwendig, um schlecht durchblutetes Gewebe wieder zu aktivieren und so der Herzschwäche den Boden zu entziehen. Kommt es zum Herzinfarkt, kann die Medizin den infarktbedingten Schaden am Herzen minimieren oder gar verhindern – sofern schnell behandelt wird. „Je eher wir einen Herzinfarktpatienten in der Klinik behandeln, umso mehr Pumpkraft des Herzens können wir erhalten. Deswegen muss bei Auftreten der Herzinfarkt-Alarmzeichen sofort der Notarzt mit dem Notruf 112 angerufen werden“, so Prof. Voigtländer.

    Gesunder Lebensstil halbiert Risiko für Herzschwäche
    Studien belegen, dass unser heutiger Lebensstil die Hauptursache der KHK und zugleich maßgeblich für die Entstehung von Bluthochdruck verantwortlich ist. Eine Beobachtungsstudie an mehr als 20.000 amerikanischen Ärzten (Djoussé et al., JAMA 2009) ergab, dass diejenigen Teilnehmer, die gesund lebten (u.a. Körpergewicht unter 25 Body Mass Index (BMI), Rauchverzicht, regelmäßige Ausdaueraktivität an fünf Tagen pro Woche, moderater Alkoholkonsum) ihr Risiko für eine Herzschwäche halbierten. Auch ein hohes genetisches Risiko für Herzinfarkt und Herztod lässt sich durch einen gesunden Lebensstil deutlich vermindern (Khera A., et al NEJM 2016). Deshalb sollte jeder im Alter zwischen 40 und 50, bei familiärer Vorbelastung noch früher, regelmäßig Blutdruck, Cholesterinwerte und Blutzucker untersuchen lassen, um die Risikofaktoren für Herzerkrankungen (Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes) früh zu entdecken. Werden diese rechtzeitig behandelt, schützt man sich vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche.

    Tipp: Der Ratgeber „Das schwache Herz: Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute“ kann kostenfrei unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie oder per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden. Leicht verständlich informiert der Band über die Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der Herzschwäche.

    Weiterführender Link zum Thema:
    www.herzstiftung.de/Blutdruck-natuerlich-senken.html

    Download von druckfähigem Bildmaterial unter:
    www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/collage-herzschwaeche-ratgeber.jpg

    43/2017
    Informationen:
    Deutsche Herzstiftung e.V.
    Pressestelle:
    Michael Wichert/Pierre König
    Tel. 069 955128-114/-140
    Fax: 069 955128-345
    E-Mail: wichert@herzstiftung.de
    koenig@herzstiftung.de
    www.herzstiftung.de


    Weitere Informationen:

    http://www.herzstiftung.de/herzwochen.html
    http://www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie
    http://www.herzstiftung.de/Blutdruck-natuerlich-senken.html
    http://www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/collage-herzschwaeche-ratgeber.jp...


    Anhang
    attachment icon Pressemappe_Herzwochen2017

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Pressetermine
    Deutsch


    Der kostenfreie Ratgeber "Das schwache Herz" (160 S.)


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