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26.10.2017 14:15

Materialwissenschaft zeichnet besten Master-Studenten erstmals mit dem Ulrich-Gonser-Preis aus

Claudia Ehrlich Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Er baute mit anderen Studenten an der Oregon State University einen Rennwagen und erforschte in seiner Masterarbeit die Schwachstellen von Klebstoffen auf Metall: Stephan Bechtel, der an der Universität des Saarlandes Materialwissenschaft studiert hat, erhält den Ulrich-Gonser-Preis. Mit diesem Preis, der zum ersten Mal vergeben wird, zeichnet die Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ab jetzt jedes Jahr den besten Absolventen oder die beste Absolventin ihrer teils internationalen Master-Studiengänge aus.

    Die Preisverleihung findet im Rahmen der Fachrichtungs-Feier am Freitag, dem 27. Oktober, um 17.30 Uhr in der Aula (A3 3) auf dem Campus Saarbrücken statt. Anwesend sein wird auch der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM), Dr. Frank Fischer. Den Festvortrag hält Dr. Bernd Münnich, Vorstand Technik der AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger Hütte) und Absolvent der Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik.

    „Die Crashbox vorne an der Spitze des Rennwagens verformt sich bei einem Frontalunfall und nimmt so die Energie des Aufpralls auf. Ich habe daran gearbeitet, dass sie möglichst viel Energie absorbiert, aber trotzdem leicht ist“, erklärt Stephan Bechtel. Im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Materialwissenschaft und Maschinenbau, kurz „Atlantis“ genannt, verbrachte der Student zusammen mit vier Kommilitonen einige Trimester an der Oregon State University in den USA. Im „Formula Student Team“ GFR (Global Formula Racing) baute er mit an einem Rennwagen. Mit diesem trat er bei internationalen Wettkämpfen gegen Studententeams aus aller Welt an. „Der Atlantis-Studiengang ist eine große Chance für Studenten“, sagt er rückblickend. „Ich wurde an der Oregon State gleich gut aufgenommen, habe Freunde gefunden und viele Erfahrungen gesammelt. Wir haben eine ganze Reihe von Ausflügen gemacht, an den Greater Lake, aber auch nach Portland, Seattle, Las Vegas und Mexiko. Und Studiengebühren, die dort sehr hoch sind, musste ich nicht bezahlen. Das weiß ich eigentlich erst heute richtig zu schätzen“, sagt Stephan Bechtel.

    Als bester Master-Absolvent erhält der 25-jährige den ersten Ulrich-Gonser-Preis der Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. „Das Fach Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ist vielseitig, das Studium bringt Physik, Chemie, Mathe und Ingenieurwissenschaften zusammen – alles Themen die mich schon früh interessiert haben. Es eröffnet viele Möglichkeiten – Materialien mit verbesserten Eigenschaften und neue Werkstoffe werden überall gebraucht“, sagt Bechtel.

    Der Nachwuchswissenschaftler hat einiges vorzuweisen: Abschlussnote 1.0, Masterarbeit 1.0 bei Professor Wulff Possart, einem weltweit anerkannten und ausgezeichneten Spezialisten für Adhäsion und Klebstoffe, Studium in den USA, transatlantischer Doppel-Bachelor-Abschluss im Studiengang Materialwissenschaft und Maschinenbau „Atlantis“, Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Volker Presser am Leibniz Institut für Neue Materialien auf dem Saarbrücker Campus, Absolvent des Zertifikats „Patent und Innovationsschutz“ der Saar-Uni.

    „Aufgrund der Qualität seines Masterabschlusses und seiner Leistungen im Studium erfüllt Stephan Bechtel die Kriterien für die Auswahl des Preisträgers vorbildlich“, erklärt der Saarbrücker Materialforscher und Professor für Funktionswerkstoffe Frank Mücklich, der den neuen Ulrich-Gonser-Preis initiiert hat. Mit ausschlaggebend für die Auszeichnung war vor allem auch Bechtels internationale Studienerfahrung. „70 Prozent aller von Deutschland exportierten technischen Produkte verdanken laut einer Studie der Akademie der Technikwissenschaften ihren internationalen Erfolg vor allem neuen und besonders innovativen Werkstoffen. Neue Materialien machen Flugzeuge leichter, Elektroautos wettbewerbsfähig und medizinische Implantate haltbarer. Unternehmen, die solche Produkte exportieren, brauchen hoch qualifizierte Fachleute, die sich in anderen Sprachen und Kulturen auskennen“, erläutert Professor Mücklich. „Deshalb bieten wir an der Universität des Saarlandes mehrere internationale materialwissenschaftliche Studiengänge an und legen auch beim Absolventen-Preis Wert auf Internationalität“, sagt er.

    Für seine mit Bestnote bewertete Master-Arbeit bei Professor Possart erforschte Stephan Bechtel die Eigenschaften von Grenzschichten zwischen Klebstoffen und Metallen, unter anderem mit dem Ziel, für die industrielle Fertigung und Anwendung Schwachstellen im Verbund aufzuzeigen und die wissenschaftliche Basis für Verbesserungen zu liefern. Jetzt hat der Materialwissenschaftler mit seiner Promotion am Lehrstuhl für Leichtbausysteme von Professor Hans-Georg Herrmann begonnen, der eng mit dem Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP zusammenarbeitet. Thematisch beschäftigt Bechtel sich mit dem Lebensdauer-Monitoring von additiv gefertigten Bauteilen. Bei der auch als 3D-Druck bezeichneten Technologie entstehen Werkstoff und Bauteil im gleichen Moment.

    Die Fachrichtung verleiht den Ulrich Gonser-Preis in Kooperation mit der Europäischen Schule für Materialforschung (Eusmat) an der Saar-Uni und der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM). Die Universitätsgesellschaft des Saarlandes unterstützt den Preis, der den Namen des 2007 verstorbenen, international renommierten Professors für Metallphysik der Saar-Uni trägt.

    Hintergrund:

    Die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes zählt mit elf Professoren und rund 300 Wissenschaftlern zu den Top 5 der deutschen Forschungsstandorte auf diesem Gebiet. Nur wenige Universitäten in Deutschland weisen einen solchen Schwerpunkt auf. Auf dem Campus befinden sich außerdem das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, das Leibniz Institut für neue Materialien (INM) und das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik, die eng mit der universitären Forschung vernetzt sind.
    http://www.uni-saarland.de/fachrichtung/mwwt/startseite.html

    Studenten können in der Saarbrücker Fachrichtung zwischen internationalen Studiengängen wie „Atlantis“, „EEIGM“ und „Amase“ wählen oder das nationale Bachelor- und Masterprogramm studieren. Auch ein Studiengang Materialchemie ist im Angebot. Mit Docmase (PhD) gibt es ein Angebot zur Doppel-Promotion. Alle internationalen Studiengänge werden seit 2008 von der europäischen Schule für Materialforschung (Eusmat) an der Saar-Universität koordiniert. Eusmat bietet zum Beispiel mit dem Masterprogramm „Amase“ ein zweisprachiges Studium wahlweise in den Sprachen Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch an, das im Verbund mit Lulea in Schweden, Barcelona und Nancy jeweils einen Doppelabschluss ermöglicht.
    http://www.uni-saarland.de/einrichtung/eusmat.html

    Der Preis ist benannt nach Professor Dr. Ulrich Gonser, der von 1969 bis 1991 an der Saar-Uni tätig war, und das Institut für Metallphysik und Metallkunde leitete. Gonser war maßgeblich an der Gründung des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren beteiligt und einer der Pioniere der sogenannten „Mößbauer-Spektroskopie“. Zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Leistungen hat er große Verdienste um den weltweiten wissenschaftlichen Austausch. Dank seiner internationalen Karriere hatte er von Anfang an ein internationales Team in Saarbrücken um sich geschart.

    Pressefotos für den kostenlosen Gebrauch: http://www.uni-saarland.de/pressefotos

    Kontakt:
    Stephan Bechtel, derzeit Doktorand am Lehrstuhl für Leichtbausysteme
    Telefon: 0681 9302-3862; E-Mail: stephan.bechtel@izfp-extern.fraunhofer.de

    Prof. Dr. Frank Mücklich:
    Telefon: +49 (0)681 / 302-70501; E-Mail: muecke@matsci.uni-sb.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende
    Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
    regional
    Personalia, Studium und Lehre
    Deutsch


    Stephan Bechtel, der an der Universität des Saarlandes Materialwissenschaft studiert hat, erhält den Ulrich-Gonser-Preis.


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    Bei seinem Studienaufenthalt an der Oregon State University in den USA baute er im „Formula Student Team“ GFR (Global Formula Racing) an einem Rennwagen mit.


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