idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
1000. idw-Mitglied!
1000 Mitglieder
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
09.11.2017 15:52

Software-App für optimale Düngergabe

Hendrik Schneider Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

    Eine Forschungsgruppe aus dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., dem Start-up CybeleTech sowie dem französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRA) arbeitet gemeinsam mit weiteren Praxispartnern an der Entwicklung einer Software-App für die Landwirtschaft. Das am 1. Oktober 2017 gestartete EU-Projekt „BARLEY IT“ soll Landwirten dabei helfen, die optimale Menge für die letzte Düngergabe zu ermitteln, denn diese hat entscheidenden Einfluss auf die Endqualität der Braugerste.

    Gerste wird in Europa überwiegend als Futtermittel verwendet. In Deutschland und Frankreich wird ein großer Anteil jedoch gezielt für den Brauprozess angebaut. Braugerste ist für die Landwirtschaft attraktiver, denn die Preise am Markt sind höher. Trotzdem sind die Anbauflächen in den letzten Jahren stark rückläufig. Ein Grund: Für die Bierherstellung muss der Proteinanteil zwischen 9,5 und 11,5 Prozent liegen. Der Landwirt kann dies durch Düngung gezielt beeinflussen. Die eingesetzte Stickstoffmenge muss aber exakt stimmen, sonst endet die Gerste als Futtermittel. Dies gestaltet sich in der Praxis zunehmend schwierig, denn durch den Klimawandel wächst der Anteil an Kohlendioxid in der Luft. Dies führt zu einem geringeren Proteingehalt in den Getreidekörnern, was sich wiederum negativ auf die Backqualität bei Broten, oder auch die Schaumentwicklung bei Bieren auswirkt.

    Hier setzt das EU-Projekt „BARLEY IT“ an, in dem sich das ZALF, das französische Start-up-Unternehmen CybeleTech, das Institut national de la recherche agronomique (INRA) sowie weitere Praxispartner zusammengeschlossen haben. Das Projekt ist Teil der Climate-KIC-Initiative, Europas größtem öffentlich-privaten Netzwerk für Innovationen gegen den Klimawandel. Das gemeinsame Ziel: die optimale Menge der letzten Stickstoffgabe vor der Ernte der Braugeste zu ermitteln. Hierzu sollen die Analyseergebnisse von Modellierungs- und Fernerkundungsdaten in einer Sofware-App gebündelt werden.

    Einen Teil der benötigten Daten liefert eine neue Satellitengeneration − die sogenannten Sentinels. Mit ihrer Hilfe kann der aktuelle Chlorophyllgehalt der Pflanzen, der grüne Blattfarbstoff, bestimmt werden. „Auf den Satellitenfotos können wir erkennen, in welchem Versorgungsbereich die Pflanze liegt und durch kontrollierte Stickstoffgabe nachjustieren“, sagt Dr. Claas Nendel, Spezialist für landwirtschaftliche Wachstumssimulationen am ZALF. „Ist die Pflanze dunkelgrün, ist der Stickstoffgehalt zu hoch; ist die Pflanze gelblich, ist er zu niedrig.“ Während die Gerste auf den Versuchsfeldern wächst, simuliert das Team um Dr. Nendel das Wachstum am Computer nach – und speist die Simulation mit Beobachtungsergebnissen aus den Satellitendaten. So kann der Einfluss der Düngemenge der Qualitätsgabe auf die Endqualität vorausberechnet und die für den angestrebten Proteingehalt der Gerste günstigste Empfehlung bestimmt werden. Das Ergebnis soll dann in einem nächsten Schritt über mobile Endgeräte, zum Beispiel direkt auf dem Tablet des Landwirts, abrufbar sein. Dazu muss das Forschungsprojekt nun aber erst beweisen, dass der Analyseansatz in der Kombination aus Fernerkundung und Modellierung funktioniert. Hierzu finden in den nächsten zwei Jahren Experimente auf den Praxisflächen der französischen Kooperativen statt, die in das Projekt eingebunden sind.


    Weitere Informationen:

    http://www.zalf.de Weitere Informationen zur Pressmitteilung


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF): ZALF, CybeleTech und INRA starten EU-Projekt mit Praxispartnern: Software-App für optimale Düngergabe ​ LSA

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Anhand der Farbe können die Forschenden den Stickstoffgehalt bestimmen.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).