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05.12.2017 12:34

Der 10. Dezember ist der “Tag der ungleichen Lebenserwartung”

Dr. Bettina Albers Pressestelle
Stiftung Männergesundheit

    Männer haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen. Der Unterschied beträgt aktuell noch immer 4,8 Jahre. Um darauf aufmerksam zu machen, und dem Ziel folgend, die Lebenserwartung von Männern anzuheben, hat die Stiftung Männergesundheit auf Initiative des Stiftungsvorstands, Dr. Matthias Stiehler, Dresden, den „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ am 10. Dezember ins Leben gerufen. Denn die Lebenserwartung der 2015 geborenen Mädchen beträgt 83,06 Jahre und die der Jungen nur 78,18 Jahre. Auf ein Jahr gerechnet würde das Leben von Frauen also in der Silvesternacht enden, das der Männer aber schon am 10. Dezember.

    Der Vergleich der Lebenserwartung beider Geschlechter bezogen auf ein Jahr illustriert deutlich die schlechtere Überlebensprognose von Männern in unserer Gesellschaft. Aktuell haben Männer eine um 4,8 Jahre geringere Lebenserwartung. Auf ein Jahr gerechnet hieße das ein um 3 Wochen kürzeres Leben, bei dieser Modellrechnung würde das Leben von Frauen also Silvester enden, das der Männer hingegen bereits am 10. Dezember.

    „Mit diesem drastischen Bild möchten wir am Tag der ungleichen Lebenserwartung am 10. Dezember auf den markanten Unterschied in der Lebenserwartung von Männern und Frauen hinweisen – und darauf, dass unsere Gesellschaft mehr Energie und Ressourcen in die Männergesundheitsförderung investieren muss, um dieses Missverhältnis zu beheben“, erklärt Dr. Matthias Stiehler, Dresden, Mitglied des Vorstands der Stiftung Männergesundheit, und unterstreicht damit eine zentrale Forderung der Stiftung Männergesundheit.

    Die Stiftung Männergesundheit verfolgt das Ziel, die Lebenserwartung von Männern der von Frauen anzugleichen. „Wir stärken mit unseren Projekten die betriebliche Gesundheitsvorsorge und die Prävention, außerdem sprechen wir gesellschaftliche Tabus an, die zur schlechteren Lebenserwartung von Männer beitragen.“ Als Beispiel führt er Depressionen bei Männern an, die bis heute häufig unterdiagnostiziert sind – mit der Konsequenz, dass die Selbstmordrate von Männern dreimal höher liegt als die der Frauen. Ebenso thematisiert die Stiftung versorgungsmedizinische Benachteiligungen von Männern in unserem System: Frauen erhalten die Möglichkeit, im Rahmen der gesetzlichen Krankenversorgung eine HPV-Impfung zu erhalten, um sich vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen, Männern steht eine solche Impfung aber nicht offen, obwohl sie Männer nachweislich vor Penis-, Anal- und Oropharyngealkarzinome schützt. „Auch solche versorgungssystemischen Benachteiligungen tragen dazu bei, dass Männer eine kürzere Lebenserwartung haben. Bei vielen Gesundheits- und Vorsorgeangeboten fallen Männer oft hinten runter“, so Dr. Stiehler.

    Weitere Gründe für das frühere Ableben von Männern sind:
    - Ein riskanterer Lebensstil: Männer üben häufiger gefährliche oder auch ungesunde Berufe aus und haben mehr tödliche Arbeitsunfälle.
    - Eine höhere Rate an chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck (Hypertonie).
    - Eine höhere Herzinfarktrate.
    - Eine höhere Selbstmordrate (ca. 3:1 im Vergleich zu Frauen).
    - Eine höhere Sterblichkeit durch Verkehrsunfälle oder Drogen (sie ist bei Männern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren dreimal höher als bei Frauen).
    - Eine höhere Rate an HIV-Infektionen (82% der Betroffenen sind Männer)

    Weitere interessante Fakten hat die Stiftung Männergesundheit im Vorfeld zum „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ auf Facebook gepostet. Laut Ansicht der Stiftung Männergesundheit machen diese erstaunlichen Tatsachen deutlich, dass Männergesundheit noch immer zu wenig im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht. Der „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ ist ein Appell an Politik und Gesellschaft, sich endlich stärker für die Belange der Männergesundheit einzusetzen.


    Weitere Informationen:

    http://www.stiftung-maennergesundheit.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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