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07.12.2017 10:50

Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt

Ingrid Rieck Presse- und Kommunikationsstelle
Universität Rostock

    Die Wissenschaftler um Professor Fokke Saathoff von der Professur Geotechnik und Küstenwasserbau forschen unter anderem zum Küsten-und Hochwasserschutz. Dazu gehört seit 2011 auch die Ölhavarie-Bekämpfung auf See.

    Aktuell arbeiten die Wissenschaftler im Forschungsprojekt SBOIL (South Baltic Oil Spill Response) an der Verbesserung der Ölhavarie-Vorsorge im südlichen Ostseeraum. Das Projektkonsortium besteht aus drei Partnern (Universität Rostock, Maritime Universität Stettin und World Maritime University Malmö) sowie weiteren neun assoziierten Partnern. Das Projekt verfügt über ein Budget von etwa 1,2 Millionen Euro.

    Erst kürzlich wurde eine Ölwehrübung auf der Warnow durchgeführt. Das Rostocker Amt für Umweltschutz und das Brandschutz- und Rettungsamt waren als zuständige Behörden für die Ölhavarie-Bekämpfung auf der Warnow dabei. Im Übungsszenario ging man davon aus, dass es im Stadthafen zum Austritt einer unbestimmten Menge von Rohöl beziehungsweise Schiffsdiesel gekommen ist.

    Das Rostocker Amt für Umweltschutz entscheidet, dass biogene Bindemittel eingesetzt werden, um die Verschmutzung zu bekämpfen. Dafür ist der Lehrstuhl von Professor Fokke Saathoff mit seinem Team genau der richtige Partner. Denn: Im Vorgänger-Projekt „BIOBIND“ wurde ein luftgestütztes Ölhavarie-Bekämpfungssystem auf Basis biogener Ölbinder entwickelt.

    Die Binder wurden per Schiff zeitnah am Ursprungsort der angenommenen Verschmutzung sowie auf zugänglichen Flecken des Gewässers ausgebracht. Auf Höhe der ehemaligen Neptunwerft knickt die Warnow nach Norden ab. An der Westseite des Flusses wurde die speziell dafür entwickelte Netzsperre ausgelegt und mit einer Seite an der Kaikante befestigt. Durch die Strömung wurden die mittlerweile ölgesättigten Binder in das offene Netz getrieben.

    Nach Einschätzung von Uwe Badrow vom Amt für Umweltschutz der Hansestadt- und Universitätsstadt Rostock wurde das Ziel dieser Erprobung erreicht. „Die Technik der Uni-Forscher ist geeignet, ölgetränkte Bindemittel von Fließgewässern aufzunehmen und schwimmende Ölbinder von relativ ruhigen Gewässern im Schleppzug abzufischen, sagt Badrow.

    Zum Schluss der Übung, also als der Strom der Binder beendet und das Netz gefüllt war, wurde der Netzsack am Ende der Netzsperre mit einem Kran an Land gehoben und in einen flüssigkeitsdichten Container geladen. Das geborgene Bindemittel wurde thermisch entsorgt. Die Netzsperre wurde nach der Entnahme gereinigt und für den nächsten Einsatz vorbereitet.
    „Während der Übung ging es ausschließlich um die Handhabung der Netzsperre“, sagt Doktorand Marcus Siewert. „Wir konnten zeigen, dass die vorgeschlagene Technologie zur Bekämpfung von Ölhavarien auf der Unterwarnow mit überschaubarem Material- und Personalbedarf einsetzbar ist“, kommentiert Professor Saathoff.

    Das Amt für Umweltschutz ist assoziierter Projektpartner und will die weiteren Entwicklungen des Projektes genau verfolgen. Inzwischen ist die Sperre nach Stettin transportiert worden. Dort wird sie in einen umgebauten 20-Fuß-Seecontainer verladen, um den zukünftigen Einsatz weiter zu vereinfachen. Für das Jahr 2018 sind weitere Übungen mit der polnischen Seenotrettung und der schwedischen Küstenwache geplant. Text: WOLFGANG THIEL

    Kontakt:
    Universität Rostock
    Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
    Prof. Dr.-Ing. Fokke Saathoff
    Tel.: +49(0)381 498 3700
    Fax: +49(0)381 498 3702
    Mail: fokke.saathoff@uni-rostock.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Die Netzsperre wird von zwei Schiffen in die richtige Position auf der Warnow manövriert. Die vorherrschende Strömung spielt dabei eine wichtige Rolle.


    Zum Download

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    Das Crev Transfer Vessel „Theron" zieht die Netzsperre über die Kaikante in die Warnow. SBOIL Projektmitarbeiter Marcus Siewert überwacht das Ablaufen an Land.


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